Spitzenergebnis der Kripo

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Kripochef Maier (links) und sein Stellvertreter Fred Huber konnten wieder auf eine sehr hohe Aufklärungsquote zurückblicken.

Mühldorf - Die Aufklärungsquote lag 2009 bei 87 Prozent: Eine sehr positive Bilanz der Arbeit im vergangenen Jahr zog Mühldorfs Kripo und warnt vor zunehmender Internetkriminalität. **Polizei-Alltag: Sex, Drogen und Gewalt**

Mit ihrer Prozentzahl liegt die Mühldorfer Kripo deutlich über dem bayerischen Schnitt von 63,9 Prozent. Dies bedeutet zwar einen Rückgang um rund drei Prozent gegenüber den Vorjahren, ist aber laut Kripochef Sepp Maier mit der steigenden Zahl von Straftaten begründet, die über das Internet begangen wurden. Insgesamt wurden 769 Vergehen angezeigt.

Polizei-Alltag: Sex, Drogen und Gewalt

Bei den besonders schweren Straftaten Mord, Mordversuch, Totschlag oder bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung lag das Aufklärungsergebnis der Kripo, die für die Landkreise Mühldorf und Altötting mit rund 220.000 Einwohnern zuständig ist, wieder sehr hoch. So wurden alle sechs Tötungsdelikte geklärt. Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (91 Fälle) konnten bis auf zwei geklärt werden. "Wir haben in diesem Bereich ein Aufklärungsergebnis von 97,8 Prozent", berichtete Maier. Die 22 Fälle wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern wurden geklärt. Die Täter: ausschließlich Männer.

Die elf Fälle von Raub und räuberischer Erpressung wurden ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. "Hier wurden 13 Tatverdächtige ermittelt, die teilweise gemeinsam handelten, darunter auch zwei Frauen. Fünf der Tatverdächtigen waren Ausländer", bilanziert Fred Huber, stellvertretender Chef der Kripo.

Erfolgreich arbeitete die Kripo bei 29 Körperverletzungen, wobei sie 27 Täter überführte; darunter waren vier Frauen. " 98 Einbrüche und acht Diebstähle haben meine ermittelnden Kollegen der Staatsanwaltschaft mit dem Vermerk geklärt übergeben können", sagte Maier.

Deutlich zurück ging die Rauschgiftkriminalität. "Diese Entwicklung ist aber für die Rauschgiftfahnder keinenfalls erfreulich. Insider lesen aus diesen Zahlen, dass die Verfahren umfangreicher geworden sind, weil sich die Täter besser abschotten und auf Strategien der Polizei reagiert haben", sagte Maier.

Den Drogen-Beamten macht vor allem ein Problem Sorge: Es sind die Drogen, die unter den Namen "Liquide-Ecstacy, KO-Tropfen oder Vergewaltigungsdroge" firmieren. Sie sind billig, hochwirksam, leicht zu beschaffen und schon in kleinster Dosis tödlich. Die Konsumenten würden innerhalb kürzester Zeit abhängig, und das in einem Schweregrad, der Heroin entspricht.

Das Jahr 2007 wies mit zwölf Drogentoten im Dienstbereich einen traurigen Höchststand aus. Umso erfreulicher war für die Kripo der Rückgang auf zwei Todesfälle 2008. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Drogentoten wieder an. Drei Frauen und zwei Männer büßten ihr Leben ein.

"Die erfreulich hohe Aufklärungsquote der bisher aufgeführten Deliktarten wird vor allem durch die Straftaten im Internet nach unten gedrückt", stellte der Kripochef fest. Das Aufklärungsergebnis der Kriminaler bei herkömmlichen Betrugshandlungen außerhalb des Internets bewegt sich durchaus noch um die 100 Prozent. Umso besorgniserregender sind für Huber die Betrügereien, die über das Internet begangen wurden. So konnten von 27 Computerbetrugsfällen nur acht (30 Prozent) geklärt werden. Bei Straftaten mittels rechtswidrig erlangter Daten wurden sogar nur 23 Prozent geklärt. "Die Schwierigkeiten liegen zum einen in der internationalen Verflechtung, dem Ausnutzen des Datenschutzes für verbrecherische Zwecke und der rasanten Entwicklung der elektronischen Möglichkeiten. Die Spur der Täter verliert sich meist im ausländischen Nirgendwo in Datennetzen der Cyberworld."

sb/Mühldorfer Anzeiger

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