Spende für Tierheim in Aussicht

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Töging - Der Tierschutzverein Altötting-Mühldorf wird für den Tierheim-Neubau von der Stadt im kommenden Jahr eine einmalige Spende erhalten.

Diese Stadtrats-Entscheidung fiel einstimmig in der Sitzung am Mittwoch - trotz der zumindest in diesem Jahr angespannten Haushaltslage.

Die Höhe der angekündigten Spende ist unbestimmt. Dem Beschluss vorangegangen war eine Darstellung der Ist-Situation von Tierschutzverein und dem maroden Tierheim in Kronberg durch den Winhöringer Vereinsvorsitzenden Fedor Hermann, der Dritten Vorsitzenden Rosmarie Winichner und Tierheim-Leiter Rüdiger Obst.

Anfang Juni hatte der Hauptausschuss eine Entscheidung über die Spendenbitte in Höhe von 16000 Euro zurückgestellt. Stadträte fragten nach der Notwendigkeit eines Neubaus sowie dessen Umfang und forderten eine Projekt-Vorstellung durch den Verein.

Die gewünschte Spendenhöhe kommt zustande durch das Finanzierungs-Defizit in Höhe von bislang 160000 Euro beim etwa 980000 Euro teuren Tierheim-Neubau nahe der Autobahn zwischen Neuötting und Winhöring. Bei etwa 100000 Einwohnern im Einzugsbereich des Tierheims entspricht dies nach Rechnung der Tierschützer 1,60 Euro pro Gemeinde-Einwohner.

640000 Euro bekommt der Verein für den Neubau durch einen Grundstückstausch mit der Gemeinde Winhöring, die dadurch die Möglichkeit zur Ausweisung eines Baugebietes erhält. 100000 Euro stehen in der Rücklage bereit. 80000 Euro gab der Landkreis Altötting. Mühldorfs Landrat Georg Huber hat Hermann zufolge statt ebenfalls zu spenden auf die Unterstützungspflicht der Gemeinden hingewiesen.

Der Verein will noch im Juli mit dem Bau beginnen - sobald ein ausführliches Lärmgutachten für den Bereich zwischen Autobahn, einem Gewerbe- und einem Mischgebiet vorliege.

Hermann sagte, das nur geringfügig größere, neue Heim erfülle bei der Tierunterbringung nicht mehr als gesetzliche Mindestanforderungen. Durch die zwei Appartements der Pfleger mit 45 und 55 Quadratmetern Fläche ist nach Ansicht des Vorstands gewährleistet, dass auch bei nächtlichen Tier-Anlieferungen oder für die Pflege kranker Tiere jemand da sei. Zudem würden damit Mieteinnahmen von jährlich 4500 Euro fließen.

Der Vorstand schilderte die Lage im 60 Jahre alten Tierheim Kronberg. Demnach hat sich in einigen Räumen die Decke um zehn Zentimeter abgesenkt. Stützpfeiler halten die Konstruktion derzeit stabil. "Wir müssen bauen", so Hermann, der es bedauert, das 16000 Quadratmeter große Areal mit altem Baumbestand verlassen zu müssen. Den Tieren aber gehe es gut, da nur sehr wenige krank würden. Weitere Nachteile in Kronberg seien Heizkosten von 20000 Euro im Jahr sowie ungenügende sanitäre Einrichtungen. Die in einem Neubau niedrigeren Betriebskosten sollten ebenfalls einen Teil des Defizits decken.

Hermann bedauerte, dass es nicht zu einem Zusammenschluss mit dem Burghauser Tierschutz-Verein Arche Noah gekommen sei. Allerdings werde dieser Verein sein Heim in längstens sechs Jahren nicht mehr halten können. Dann müsse man das jetzt geplante Tierheim modulartig erweitern. Kostenpunkt pro Modul: 40000 Euro.

Laut Hermann hatte der Verein vor Jahren die Fundtier-Pauschale erhöht. Deshalb hätten viele Mühldorfer Gemeinden damals die Fundtier-Verträge gelöst. Derzeit zahlten die 21 dem Tierheim angeschlossenen Gemeinden 26 Cent pro Einwohner. Der bayerische Durchschnitt liege bei 34 Cent. Kostendeckend wären etwa 70 Cent. Eine denkbare Erhöhung der Fundtier-Pauschale müssten alle umliegenden Tierheime mittragen.

Töging verursacht mit jährlich etwa 25 Fundtieren, einem Achtel aller Fundtiere in Kronberg, rund 4000 Euro Defizit. Dies werde vor allem durch ehrenamtliche Arbeit aufgefangen. Die Funktion als Tierpension bringe ebenfalls Geld in die Tierheimkasse.

Bürgermeister Horst Krebes zufolge gilt die Spendenzusage vorbehaltlich einer Genehmigung des Haushalts 2011. Dennoch ist der Bürgermeister in Sachen Neubau-Spende zuversichtlich: "Töging wird sich nicht verweigern. An Töging wird es nicht scheitern!"

rob/Mühldorfer Anzeiger

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