Sparkasse: Erwartungen für 2010 übertroffen

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"Wir waren sehr aktiv": Die Sparkassenvorstände Langstein, Bill, Straßer und Rentschler (von rechts).

Mühldorf - Als "gut und solide" hat Sparkassenvorstand Herbert Langstein das Geschäftsjahr 2010 bezeichnet. Die Erwartungen im Kredit- und Einlagengeschäft seien übertroffen worden.

Auf 2,2 Milliarden Euro bezifferte Vorstandsvorsitzender Langstein die Bilanzsumme 2010 der Sparkasse Altötting-Mühldorf, was einem kleinen Wachstum um 80 Millionen Euro entspricht. Die Kreditsumme stieg leicht um 49,8 Millionen auf 1,4 Milliarden Euro, die Einlagen erhöhten sich um 70 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro.

Wichtiger sei die Beurteilung des Neugeschäfts, sagte Langstein, so habe sein Unternehmen neue Kredite im Höhe von 232 Millionen Euro ausgegeben. "Wir waren sehr aktiv", betonte Langstein, die Hälfte des Neugeschäfts liege im Bereich von Baufinanzierungen, der Rest sei an Firmen gegangen. "Die Wohnbaufinanzierung ist gut gelaufen." Nach Angaben von Vorstand Karl Straßer hatte die Sparkasse trotz des Nachklangs der Wirtschaftskrise keine großen Kreditausfälle zu verkraften. "Die Sparkasse hat den Aufschwung mitfinanziert und den Wohnbau belebt", sagte der Langstein.

Im Einlagenbereich seien 2010 viele Firmen tätig gewesen, die Geld zurückgelegt hätten. Die Sparkasse sei sich aber bewusst, dass dieses Geld für Investitionen wieder abfließe, sollte die Konjunktur weiter anziehen. Das Aktiengeschäft ist laut Vorstand Bernd Renschler weiter von "relativ schwachen Privatkundenaktivitäten" geprägt. Einzelwerte seien kaum gefragt, Fonds dagegen stärker.

Die Sparkasse betreut derzeit 1335 Girokonten in den Landkreisen Altötting und Mühldorf und unterhält 38 Filialen. "Wir stehen zu unserem Geschäftsmodell", betonte Langstein, "wir wissen wo unsere Wurzeln sind." Nach seinen Angaben gibt es derzeit keine Planungen, eine der 38 Filialen in den 49 Städten und Gemeinde der beiden Landkreise zu schließen. Allerdings sei die ständige Überprüfung der Struktur Teil der Arbeit.

Zuversichtlich sind die Sparkassenchefs auch für 2011. Das Jahr habe gut begonnen. Für die nächste Zukunft rechnet Langstein mit leicht steigenden Zinsen, nachdem im dritten Quartal 2010 der tiefste Stand der Nachkriegszeit erreicht worden sei.

Ganz vorne dran sei die Sparkasse im Bereich moderner Bankformen. So nutzten mehr als 52.000 Kunden elektronische Angebote. Noch heuer solle die Sicherheit des Onlinebanking erhöht werden, in dem für alle das elektronische Lesegerät zur Erfassung der Sicherheitsnummer TAN eingeführt werde. Erfolgreich sei auch die Einführung sogenannter Apps gewesen. Mit diesen Anwendungen können Besitzer eines Smartphones Bankgeschäfte erledigen.

Studium und Ausbildung

Im September bietet die Sparkasse erstmals Studium und Ausbildung in einem an. In gut vier Jahren können zunächst zwei junge Leute den Beruf des Bankkaufmanns lernen. Nach einem Jahr wechseln sie für sieben Semester an die Fachhochschule Landshut, wo sie einen Wirtschaftsbachelor erwerben. In den Semesterferien arbeiten sie in der Sparkasse, die während der gesamten Zeit Gehalt zahlt. Am Montag entscheidet sich, wer die beiden ersten sein werden, die das Angebot nutzen können. Es gebe zahlreiche Bewerber, betonte Vorstand Dr. Stefan Bill. Er wertete den neuen Ausbildungsgang zusammen mit der Einführung von Apps als Zeichen, dass die Sparkasse "ganz vorn dran" sei. Mit dem Ausbildungsgang käme die Sparkasse nicht nur jungen Menschen entgegen, die gerne in der Region bleiben und sich trotzdem hoch qualifizieren möchten. Sie biete zudem eine weitere, höhere Qualifizierung der Mitarbeiter.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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