Späte Künstler-Karriere

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Die Bürgermeister Ottmar Wimmer, Georg Buchner und Willi Trautmannsberger (von links) gratulieren Emil Würfl zum 100. Geburtstag und überbrachten die Glückwünsche von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer.

Ampfing (MA) - Der älteste Einwohner der Gemeinde, Emil Würfl, hat seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Neben seinen Angehörigen waren zu seinem hohen Jubiläum auch die Reservisten aus Mühldorf ins Seniorenheim in Ampfing gekommen, um ihrem langjährigen Kameraden die Wünsche der Mühldorfer Reservistengemeinschaft zu überbringen. Selbstverständlich ließ es sich auch das Ampfinger Bürgermeister-Dreigestirn nicht nehmen, ihren ältesten Gemeindebürger ihre Aufwartung zu machen.

Die Wiege des rüstigen Jubilars stand in Wegscheid bei Passau, wo er zusammen mit vier Geschwistern aufwuchs. Nach dem Besuch der Volksschule und der Handelsschule machte er eine Kaufmannslehre. 1930 kam er nach Mühldorf, wo er bis zu seiner Einberufung zum Militär als Vertreter einer Eisenwarengroßhandlung tätig war. 1936 heiratet er Anna Binder. Zwei Kinder wurden den glücklichen Eltern geboren. Im zweiten Kriegsjahr musste Emil Würfl an die Front nach Russland, wo er nach Kriegsende noch viereinhalb Jahre in Kriegsgefangenschaft blieb.

Nach seiner Rückkehr in die Heimat war er wieder in seinem erlernten Beruf tätig. In seiner Freizeit spielte er Fußball, turnte und fand später Freude beim Schachspiel.

Nach fast 50 Ehejahren verstarb seine Ehefrau 1985. 1988 heiratete Emil Würfl zum zweiten Mal: Franziska Schoßböck. Vor drei Jahren war das Ehepaar auf der Suche nach einem Alterswohnsitz im Landkreis und entschied sich für ein Altenheim in der Landkreismitte. Das traute Zusammensein endete jäh mit dem Tod der Gattin vor zwei Jahren.

Über die schwere Zeit hinweg half ihm seine Tochter mit Besuchen und regelmäßigen Telefonanrufen. Emil Würfl genießt seine Zeit mit der Malerei, die ihn von Jugend auf begleitet. Kreatives Arbeiten, so der Künstler, dem die Hausgemeinschaft den Titel "Malerfürst von Ampfing" verlieh, fordert mich und erhält Geist und Hirn. Der Hobbymaler zeichnet und malt die Natur ebenso wie Porträts von Heimbewohnern. Die Heimleitung fördert ihn und stellt ihm einen eigenen Arbeitsplatz zur Verfügung, den der 100-Jährige gerne nützt.

fx/Mühldorfer Anzeiger

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