Skaten ist Verboten – Gespräche sind nötig

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Weiter offen ist die Frage, wo Skater künftig ihrem Sport in Altstadtnähe nachgehen können.

Mühldorf - Am Ende um die Diskussion über das Problem mit Skatern blieb dem Verkehrsausschuss nur der Verweis auf die Straßenverkehrsordnung: Skateboarden ist auf Gehsteigen verboten.

Zwei Dutzend Jugendliche und eine gute Handvoll Eltern und Vertreter von Jugtendverbänden verfolgten die Sitzung des Verkehrsausschusses des Mühldorfer Stadtrats, der die Probleme mit Skatern in der Altstadt beseitigen sollte. Dabei war schnell klar: Mit einer Satzung darf die Stadt das Skateboardfahren nicht verbieten. Ein solches Regelwerk kann sie nach Angaben von Bürgermeister Günther Knoblauch nur für Gemeindeeinrichtungen erlassen nicht aber für den gesamten Altstadtbereich.

Die große Mehrheit der Ausschussmitglieder ging in der Diskussion von einer potenziellen Gefährdung von Passanten und der Belästigung von Anwohnern durch die Jugendlichen aus. "Wir müssen hier auch noch wohnen und leben können", betonte SPD-Fraktionsvorsitzende Marianne Zollner, Seniorenreferentin Marianne Pfaffeneder (CSU) sprach von einem Problem vor allem für ältere Menschen: "Alte Leute erschrecken und haben richtig Angst." "Skaten unter den Arkaden geht einfach nicht", sagte Oskar Stoiber (CSU), Rainer Schratt (SPD) hielt an der Notwendigkeit eines Verbots fest, Markus Saller (UWG) betonte, der Ausschuss könne seine Meinung kundtun und auf das Verbot in der Straßenverkehrsordnung verweisen.

Gleichzeitig erklärten alle Stadträte, dass sie die Sorgen der Jugendlichen sähen, einen angemessenen Ort zur Ausübung ihres Sports zu finden. Schratt und Zollner forderten einen Platz zu finden, an dem die "Skater ihrem Sport nachgehen können", wie es Zollner formulierte, Stoiber wies darauf hin, dass die Stadt alleine nicht in der Lage sei "eine tolle Skaterbahn hinzustellen".

Einig waren sich alle Stadträte in der Erkenntnis, dass nur gemeinsame Gespräche eine Lösung des Problems bringen werden. Das sagten auch Oskar Rau (Grüne) und Gottfried Kirmeier (SPD), die sich allerdings gegen ein Verbot aussprachen und gegen den Beschluss stimmten, mit dem der Ausschuss ausdrücklich auf das Skater-Verbot in der Straßenverkehrsordnung hinwies. Kirmeier sprach gar vom "Ruf einer kinderfeindlichen Stadt", sollte der Ausschuss das Skaten verbieten.

Auch Bürgermeister Günther Knoblauch zeigte Verständnis für die Wünsche der Jugendlichen, hielt aber auch den Verweis auf das Verbot in der Straßenverkehrsordnung für nötig einschließlich eines möglichen Vorgehens bei Verstößen. Zugleich forderte er eine Diskussion über Möglichkeiten, den Skatern entgegen zu kommen. Er nahm auch Sportvereine in die Pflicht, die die Skater integrieren sollten und forderte Eltern auf, Eigeninitiative zu ergreifen.

Siehe auch den Kommentar "Interessensausgleich".

hon/Mühldorfer Anzeiger

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