Wo sind all die Bücher hin?

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Die nächsten Bücher liegen schon bereit: Roswitha Mayerhofer hofft, dass in Zukunft die Bücher auch wieder zurückkehren und nicht als Geschenk verstanden werden.

Mühldorf - Vor einem Vierteljahr nahm die Mühldorfer Bücher-Reise Fahrt auf. "Die Resonanz war gut", sagt Initiatorin Roswitha Mayerhofer, die vor allem mit einem Problem kämpft:

Die Bücher kehren nicht zurück. Die Idee scheint schlüssig: An verschiedenen Orten in der Stadt lagen Bücher auf, die Interessenten kostenlos mitnehmen konnten. Nach dem Lesegenuss, so die Idee weiter, sollten sie die Bücher zurückgeben. "Sie können dieses Buch mitnehmen, lesen und an Freunde weitergeben. Wenn Sie es nicht mehr brauchen, geben Sie es einfach bei einem der Buch-Hotels ab." Viele Mühldorfer haben diese Einladung angenommen. "Die Bücher an den Ausgabestellen waren schon ein paar Tage nach dem Start weg", erzählt Roswitha Mayerhofer. So gut die Aktion der Stadtgespräche Mühldorf angelaufen war, so groß ist nun das Fragezeichen hinter dem Verbleib der Bücher. "Mit einer Ausnahme ist bisher kein einziges Buch zurückgekehrt."

Roswitha Mayerhofer vermutet, dass die Bücher zum Großteil "aus reiner Bequemlichkeit" bei den Lesern zu Hause im Bücherregal gelandet sind. "Oder sie wurden einfach weitergegeben, ohne dass sie zwischendrin in einem der Buch-Hotels gelandet sind."

Damit kristallisiert sich das Hauptproblem der Mühldorfer "Bücher-Reise" heraus: Ihr Erfolg lässt sich im Grunde gar nicht einschätzen, denn ohne Rücklauf gibt es keine Kontrolle, welche Bücher wie oft ausgeliehen werden. Zudem haben die meisten der bereit gestellten Bücher einen Umfang von mehreren hundert Seiten. "Eine hohe Fluktuation kommt so gar nicht zustande."

Aufgeben will Roswitha Mayerhofer das Projekt deshalb aber noch lange nicht. "Ich bin guter Dinge, denn die Idee an sich ist einfach schön." Sie appelliert an die Bücher-Reise-Leser, die Rückgabestellen zu nutzen und die Bücher zurückzubringen: Dabei müsse das Buch ausdrücklich nicht dort abgegeben werden, wo es entliehen wurde. "Das Kulturbüro am Stadtplatz und die Buchhandlung Herzog sind Anlaufstellen mit großzügigen Öffnungszeiten", sagt Mayerhofer.

Trotz der negativen Erfahrung gibt der Kreis um Mayerhofer noch nicht auf: Nach den Sommerferien werden die "Bücher-Hotels" laut Mayerhofer wieder neu bestückt: "Dann werden wir sehen, wie es weiterläuft."

ha/Mühldorfer Anzeiger

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