Es hat sich ausgeraucht

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Zigaretten in Bierzelten gehörten der Vergangenheit an. Töging zählt zu den ersten Volksfesten in Bayern, bei denen das strenge Rauchverbot umgesetzt wird.

Töging - Seit Sonntag gilt es: Das strengste Rauchverbot in Deutschland. Ausnahmen gibt es keine und damit hat es sich in den Bierzelten ausgequalmt. Eines der ersten Volksfeste, die diese Regelung umsetzen, ist Töging.

Festwirt Oliver Zeiler ist sich aber sicher, dass die Umsetzung ohne größere Probleme erfolgt.

Nach einem politischen Zick-Zack-Kurs der CSU hat sich am 4. Juli die bayerische Bevölkerung in einem Volksbegehren für ein absolutes Rauchverbot ausgesprochen. Damit darf in Nebenräumen von Gaststätten, Diskotheken nicht mehr geraucht werden. Auch Bierzelte sind künftig rauchfrei. Wie dies die Volksfestbesucher annehmen, diese Erfahrung macht dieses Wochenende Oliver Zeiler. Er ist Festwirt auf dem Töginger Volksfest.

Mit Hinweisen auf Schildern und in den Speisekarten hofft er, die Besucher für dieses Thema zu sensibilisieren. Außerdem sind die Bedienungen und die Sicherheitskräfte dazu angehalten, mögliche Raucher auf ihr Verhalten anzusprechen. "Das sollen sie in einem netten Ton machen. Deshalb bin ich auch zuversichtlich, dass es zu keinen Problemen kommen wird", sagt Oliver Zeiler. Er setzt ganz auf den "kurzen Dienstweg". Falls jemand raucht, hofft er, dass andere Besucher denjenigen auf sein Fehlverhalten hinweisen. Ohne vorher den Wirt, die Bedienungen oder Sicherheitskräfte einzuschalten. Seine Zuversicht nimmt er auch aus den überwiegend positiven Rückmeldungen von Volksfesten, die bereits am Wochenende stattfanden.

Mit der Einführung des Rauchverbots wird sich aber an den Räumlichkeiten nichts ändern. "Sicherlich ist es kurzfristig, noch etwas umzusetzen. Aber was sollten wir nächstes Jahr anders machen", stellt Oliver Zeiler in Frage. Über einen eigenen Raucherbereich vor dem Zelt denkt er nicht nach. Denn wo sollte er ihn auch errichten. "Es geht doch jeder bei dem Ausgang aus dem Zelt, der am nächsten liegt", ist sich Oliver Zeiler sicher. Außerdem setzt er auf den Gewöhnungseffekt der Raucher. "In einem halben Jahr redet kein Mensch mehr darüber und jeder hat sich daran gewöhnt."

Deshalb belässt er es dabei, vor dem Zelt mehrere Standaschenbecher aufzustellen. "Das ist eine saubere Lösung. Auf diese Weise ist nicht alles zugesät mit Zigarettenstummeln." Auf einen Plan, der aus der ersten Fassung des Nichtraucherschutzgesetzes stammt, kann er nicht zurückgreifen. Denn damals waren die Festzelte von der Regelung noch ausgenommen.

Einen Schwachpunkt sieht er allerdings darin, dass der Wirt die volle Verantwortung übernehmen soll. "In einem Zelt mit 3000 Besuchern ist es nicht einfach zu überprüfen, ob sich alle daran halten." Ob er mit einem Bußgeld oder gar mit dem Entzug der Konzession rechnen muss, wenn Raucher im Zelt erwischt werden, weiß er nicht genau. "Mit einem Bußgeld muss ein Wirt rechnen, wenn man es komplett unterlässt, dass das Gesetz umgangen wird. Aber wie ist das im Bierzelt? Dies ist doch schwerer zu kontrollieren." Auch wenn für den Wirt nicht alle Fragen geklärt sind, viele Gedanken macht er sich nicht. "Das läuft sich schon ein."

hi/Mühldorfer Anzeiger

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