Sein Herz schlägt für Mühldorf

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Zufrieden im Caritas-Altenheim: Mühldorfs Ehrenbürger Josef Federer.

Mühldorf - Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Federer feiert heute seinen 90. Geburtstag. Im Haberkasten gibt es einen offiziellen Empfang.

Als er vor 90 Jahren in Schwandorf das Licht der Welt erblickte, wurde ihm als Sohn eines Lokführers nicht in die Wiege gelegt, dass er zu einer der prägenden Persönlichkeiten der Stadt Mühldorf werden würde. Das Zimmer im Caritas-Altenheim verrät schon beim Eintritt, dass hier der Altbürgermeister der Kreisstadt sein Domizil hat. An der Wand hängt ein Bild von der alten Maximiliansbrücke über den Inn und auf dem Schreibtisch liegt die Pfeife, das Markenzeichen des Altbürgermeisters. Der Tabak ist zwar in einer kleinen Dose "Pullmoll" versteckt, doch auf seine Pfeife verzichtet er auch mit 90 Jahren nicht.

"Mei Pfeif, an Muidorfa Anzeiga und hin und wieda a scheene hoibe Bier, des gönn i mir jeden Dag", erzählt er lachend. Seit seinem Schlaganfall vom letzten September ist Josef Federer in das Caritas-Altenheim umgezogen: "I bin voll zufriedn und mir gehts guad."

Als er 1966 als SPD-Kandidat für das Amt des Mühldorfer Bürgermeisters antrat, war er krasser Außenseiter. Zur Überraschung aller gewann er die Wahl und bis zum Jahr 1990 lenkte und leitete er die Geschicke der Innstadt. Seine Wahlergebnisse spiegelten seine hohe Popularität und Wertschätzung in der Bevölkerung wider. "Mein Herz schlägt immer noch für Mühldorf", fasst er die Liebeserklärung an seine Heimatstadt zusammen.

Josef Federer: Bilder aus seinem Leben

Josef Federer war in seiner langen und erfolgreichen Amtszeit Baumeister, Ansprechpartner der Firmen, Freund der Schulen und Kindergärten, Mentor der Vereine und ein ganz solider und akribischer Finanzverwalter, der mit dem Geld der Stadt so umging, wie mit seiner Haushaltskasse: sparsam und immer darauf schauend, dass die Steuergelder mit Sinn und Verstand verwendet wurden.

Diese Punkte waren aber nicht alles. Josef Federer hat mit Wärme, Verständnis und viel Mitmenschlichkeit auf die Sorgen und Nöte seiner Mitbürger reagiert. Er hat zugehört und dann geholfen wo es ging. Dies alles mit der Dickschädlichkeit und dem hintergründigen Humor des Altbayern und wo er es brauchte, kam die salzburgerische Geschmeidigkeit dazu.

Mit viel Kraft und Einsatz hat er für "seine Stadt" gearbeitet, Brücken gebaut und alles getan, um sein Mühldorf weiter nach vorne zu bringen.

Mit dem Namen von Josef Federer verbinden die Mühldorfer bis heute Seriosität, Kompetenz, Entscheidungskraft, Charakter und die altbayerische Gemütlichkeit. Die halbe Weißbier beim Schreindl gehörte bei ihm zum Abschluss eines gelungenen Tages.

Seit 66 Jahren ist Josef Federer mit seiner Resi verheiratet, die er in der Mühldorfer Nikolauskirche zum Altar führte. "I bin froh, dass i mit meina Resi im Caritasheim zusammenlebn ko", stellt er fest. Er und seine Frau haben schwere Schicksalsschläge meistern müssen. Die beiden sind aber 66 Jahre zusammengestanden und haben ihr Leben bewältigt.

Bei den Behördenleitertreffen, das er 1966 einführte, und bei den monatlichen Treffen der Altbürgermeister des Landkreises ist Josef Federer immer ein gern gesehener Gast. Neben der Lektüre des Mühldorfer Anzeigers sieht er, immer noch politisch stark interessiert, die Nachrichten im Fernsehen an. Auch die Fußballspiele und Krimis haben ihren festen Platz in der Abendgestaltung. "Schad is nua, dass nimma so vui Wesdan kemman, de hob i imma gern o'gschaud", sagt er schmunzelnd.

Josef Federer hat sich um die Stadt Mühldorf herausragende und bleibende Verdienste erworben. Seine Heimatstadt und die Menschen von Mühldorf haben ihm viel zu verdanken und ohne ihn wäre die Entwicklung von Mühldorf nicht diesen erfolgreichen Weg gegangen. Er fasst diese Lebensleistung in seiner ihm eigenen Bescheidenheit zusammen. "I bin voll zufriedn und dem Herrgott sehr dankbar, dass mei Leben so verlaufa is."

sb/Müldorfer Anzeiger

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