Segen für Ross und Reiter

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Erharting – Das Geschirr auf Hochglanz poliert, die Mähnen geflochten und mit bunten Bändern verziert, die Reiter in Tracht oder mit historischen Gewändern gekleidet.

Entlang der Straße durch Erharting standen die rund 2500 Besucher, die sich schon lange vor Beginn des Stephani-Umritts einen guten Platz sicherten.

Stephani-Umritt in Erharting

Das Warten hat sich für sie auf alle Fälle gelohnt. Denn etwa ein Kilometer war der Zug lang, Motivwagen und Reitergruppen wechselten sich ab. Hoch zu Ross auch Pfarrer Albert Lang aus Töging sowie zwei Pfarrer aus Taubenbach. Dazwischen Blasmusik: Josef Demberger hatte Musiker aus Erharting und Umgebung zusammengetrommelt, die den Umritt mit ihren Instrumenten begleiteten.

Der Umritt in Erharting hat eine lange Tradition. Bis ins Jahr 1589 lässt sich dieser Brauch zurückverfolgen, zu Beginn fand der Umritt allerdings noch in Frixing statt. Seit 1809 ziehen Ross und Reiter am Stephani-Tag durch Erharting. Pausen gab es dazwischen kaum welche. Erst der Pferdemangel 1957 – bedingt durch die Industrialisierung der Landwirtschaft – ließ den Umritt beinahe in Vergessenheit gerat. 1981 füllte Josf Vorbuchner die Tradition wieder mit Leben – seidem im zweijährigen Turnus.

Szenen aus den Leben von Heiligen

Vereine sowie Privatpersonen kamen mit ihren Pferden nach Erharting. Für die rund 230 Pferde – vor der Kutsche oder unterm Sattel – erbaten die Reiter den Segen, den Pfarrer Gottfried Wagner aus Erharting erteilte. Außerdem bekam jeder Teilnehmer ein Wachsmodl sowie ein bisschen gesegneten Hafer für das Pferd. Organisatoren des größten Stephani-Umritts Bayerns waren die Mitglieder des Brauchtumsvereins Erharting. Auf 20 Motivwagen zeigten etwa 80 Frauen, Männer und Kinder Szenen aus dem Leben und Wirken von regional verehrten Heiligen und Seligen: Bruder Konrad als Klosterpförnter von Altötting, der von Pfeilen durchbohrte Sebastian und natürlich der Heilige Leonhard als „Bayerischer Bauernherrgott“, der einer der bekanntesten Rossheiligen ist.

Ein neuer Wagen setzte sich mit dem Johannes dem Täufer auseinander, der die jahrhundertealte Zuhörigkeit der Töginger Ortspfarrei zur Pfarrei Erharting aufzeigen soll. Diesem Heiligen ist zugleich das diesjährige Umritt-Modl gewidmet.

hi/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser