Mit Umfrage: Muss nachgebessert werden?

Lärmschutz-Ärger an der A94: Das sagen die Behörden

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Erst Anfang Oktober wurde der neue Abschnitt der A94 eingeweiht. Doch schon jetzt gibt es Kritik, der Lärmschutz sei unzureichend.
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Schwindegg/Landkreis Mühldorf - Nach der Eröffnung des neuen A94-Abschnitts mehren sich die Beschwerden von Anwohnern. Sie beklagen, der Lärmschutz für sie sei unzureichend. innsalzach24.de ist diesem Vorwurf nachgegangen.

Auch nach der Eröffnung des neuen A94-Abschnitts haben die Kontroversen darum nicht geendet. Zur Diskussion um den Schutz der Umwelt ist nun auch eine um den Lärmschutz für Anwohner gekommen. "Wir haben mit Eröffnung der A94 eine völlig neue und drastische Beeinträchtigung bezüglich Verkehrslärm zu ertragen", berichten beispielsweise Anwohner aus Schwindegg der Redaktion von innsalzach24.de. Dort fühlt man sich durch den Flugverkehr zum Flughafen München doppelt belastet. 

Auch außerhalb des Landkreises Mühldorf wird das Thema Lärmschutz an der A94 heftig diskutiert. Wie unser Partnerportal merkur.de berichtet, mussten sich etwa in Lengdorf kürzlich Vertreter der Autobahndirektion Südbayern und des Bauunternehmens auf einer Bürgerversammlung einiges an Beschwerden anhören.

Aus dem Archiv:

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"Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat die Bayerische Autobahndirektion beauftragt, sich die Bürgeranliegen anzusehen und zu analysieren. Ein Ergebnis steht noch aus", teilt das Ministerium auf Anfrage von innsalzach24.de mit. "Generell gilt: Der Umfang des Lärmschutzes für die A94 ist in den Planfeststellungsbeschlüssen festgelegt. Die dortigen Anforderungen wurden vollständig in den Bauvertrag übernommen."

Autobahndirektion: "Gehen Beschwerden nach"

"Wir gehen derzeit den zahlreichen Beschwerden, Hinweisen und Anträgen von Bevölkerung und Gemeinden nach", berichtet Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern gegenüber innsalzach24.de. "Es wird aber noch dauern, bis man hier mehr sagen kann." 

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Er schließt sich den Ausführungen des Ministeriums an. "Natürlich konnte man im Vorfeld die Lärmschutz-Vorgaben nur an Hand eines theoretischen Verkehrsaufkommens berechnen. Aber dabei wurde extra viel Luft nach oben gelassen", betont er. Keinesfalls hätte man die Eröffnung erlaubt, falls es Anzeichen gegeben hätte, dass Misch- und Wohngebiete belastet würden.

"Wir können natürlich auch nicht ausschließen, dass man in Einzelfällen nachbessern muss." Er könne das Anliegen der Betroffenen grundsätzlich verstehen. "Teils waren das davor sehr ruhige Gegenden. Da ist dann Verkehrslärm, auch wenn er im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bleibt, natürlich eine unangenehme Sache", räumt er ein.

Lärmschutz kann schwierig werden

"Was man aber bedenken muss: Nicht wenige derjenigen, die sich nun beschweren wohnen nicht in Wohn- oder Mischgebieten, sondern in sogenannten 'Außenbereichen'", erläutert Seebacher. "Das sind Bereiche, für die andere Vorgaben gelten. Denn dort sind beispielsweise verschiedene Gewerbe, wie etwa landwirtschaftliche Betriebe, also Bauernhöfe, angesiedelt. Natürlich werden dafür auch die Lärmschutz-Vorgaben eingehalten. Sie haben aber halt andere Höchstwerte als Wohn- oder Mischgebiete."

Lärmbelästigung wegen neuem Abschnitt der A94

Kompliziert würde es, wenn trotz der Einhaltung der Lärmschutz-Vorgaben zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen geschaffen werden sollten. "Denn zum einen sind das halt dann wieder Bauten, für die es Genehmigungen und so weiter braucht. Vor allem aber können dann auch umweltschutzrechtliche Bedenken eine Rolle spielen", bemerkt er. "Zum anderen wird auch die Finanzierung schwieriger. Möglicherweise müssen da dann die jeweiligen Gemeinden einspringen."

hs

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