Bau der A94 im Isental

"Es gibt weder Verzögerungen noch eine 'Kostenexplosion'!"

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Schwindegg - Die Bauarbeiten für die A94 bleiben sowohl im Zeit- als auch Kostenrahmen. Das betont die zuständige GmbH.

"Es gibt weder Verzögerungen noch eine 'Kostenexplosion", betonte Alfred Stanggassinger, einer der Geschäftsführer des A94-Projekts bei einer Baustellenbesichtigung des Vereins "Ja zur A94". "Wir sehen derzeit keinen Grund, weshalb die Bauarbeiten nicht Ende Oktober 2019 abgeschlossen werden sollten", "Auch kann keine Rede von übermäßigen Kostensteigerungen sein. Da werden Zahlen durcheinander gemischt, die nichts mit den aktuellen Baukosten zu tun haben!" Letzteres bezog sich auf entsprechende Berichte Ende des vergangenen Jahres. Auch Günther Knoblauch, SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des "Ja zur A94"-Vereins betonte, die in der jüngsten Zeit kursierenden Meldungen seien nicht zutreffend.

Anfang März hatte ein Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) für Aufsehen gesorgt, laut dem die Bauarbeiten an der Ornautalbrücke derzeit ruhen würden. Der Grund seien dort aufgetretene Risse. "Notfalls müssen wir halt alles wieder einreißen", soll ein Bauarbeiter lapidar gegenüber der SZ erklärt haben. Die Zeitung berichtete außerdem, dass auch sonst sind viele der von Gegnern des Baus im Isental prophezeiten Szenarien eingetreten seien. Beispielsweise Hangrutsche, sandige Untergründe, die Unmengen von Beton erfordern und Wasserquellen, welche das Setzen von Fundamenten erschwerten. 

Wie schon der andere Geschäftsführer der Isentalautobahn GmbH Oliver Lauw unmittelbar nach dem SZ-Bericht, betonte auch Stanggassinger bei dem Termin nahe Schwindegg, dass dem nicht so sei. An der Ornautalbrücke seien lediglich geringe geometrische Abweichungen im Millimeterbereich aufgetreten. "Auch sonst sind keinesfalls derart drastische Probleme aufgetreten, wie das teilweise dargestellt wurde!", betonte er. Die Bauarbeiten würden vollkommen planmäßig voranschreiten. Den örtlichen Gegebenheiten würde etwa durch umfangreiche und aufwändige Fundament- und Entwässerungsarbeiten erfolgreich begegnet.

Aktuelle Bilder vom Baufortschritt der A94 

Bauarbeiten seit Februar 2016

Die Autobahndirektion Südbayern plant das Projekt seit 2012 als Auftragsgeber. Die auf 45 Monate veranschlagten Bauarbeiten begannen im Februar 2016. Das Projekt A94 Forstinning-Marktl umfasst den vierstreifigen Neubau des rund 33 Kilometer langen Abschnitts zwischen Pastetten und Heldenstein und fungiert als Teil der insgesamt rund 150 Kilometer langen A94 zwischen München und Pocking. Auf dem Bau ruhen große Hoffnungen. "Eine von München nach Pocking durchgehend fertiggestellte A94 ist eine der wichtigsten Verkehrsachen im südostbayerischen Raum", betonte Ingrid Obermeier-Osl, Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern und Vorsitzende des Regionalausschusses für Altötting und Mühldorf bei einem Ortstermin Mitte September 2017. Die IHK betont, dass neben einer leistungsfähigen Schienenanbindung durch den Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing, für den sie sich erst kürzlich wieder stark machte, seien die regionalen Unternehmen dringend auf den Lückenschluss durch den Bau der A94 bis zur A3 angewiesen.

Aus dem Archiv:

So geht der Bau der Isentalautobahn A94 voran 

Der Bund zahlt der Isentalautobahn GmbH 440 Millionen Euro für den Bau. Die GmbH erhält nur 40 Prozent der Planungs- und Baukosten als Abschlagszahlung. Der verbleibende Teil der Baukosten und ein Teil der laufenden Kosten werden privat unter anderem durch Finanzierungsverträge mit Banken gestemmt. Die Projektgesellschaft Isentalautobahn GmbH & Co. KG gewährleistet während der 30-jährigen Vertragslaufzeit den vereinbarten Zustand der Strecke. "Wir können das nicht einfach runterwirtschaften und unser Nachfolger hat dann die Probleme" betonte, Stanggassinger, "Es sind regelmäßige Untersuchungen und genaue Vorgaben für den Zustand der Autobahn nach Ende der Vertragslaufzeit vereinbart." 

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