Erstmals auch Messungen in Schwindegg

Ministerium bezieht Stellung zu Fluglärm-Thematik

Schwindegg/Haag - Nun äußert sich auch das Bayerische Verkehrsministerium zu Beobachtungen von Lesern von innsalzach24.de, wonach der Fluglärm über dem Landkreis zugenommen habe.

Leser von innsalzach24.de meldeten sich bei der Redaktion, da bei ihnen der Eindruck aufkam, Flugverkehr und -lärm in der Region hätten zugenommen. "Wir haben mit Eröffnung der A94 ohnehin eine völlig neue und drastische Beeinträchtigung bezüglich Verkehrslärm zu ertragen", berichtet ein Schwindegger. "Ich wohne seit 2003 in Haag. Mir ist auch sehr aufgefallen ist, dass der Flugverkehr stark zugenommen hat", berichtet eine andere Leserin.


"Meiner Beobachtung nach geht das schon seit etwa zwei bis drei Jahren so. Als wir nach Haag gezogen sind, war das noch nicht der Fall. Nun stellen wir fest, dass wir in der Früh bereits ab etwa 6 Uhr bei offenem Fenster von lauten Fluggeräuschen aufgeweckt werden. Das geht mehrmals über den Tag so. Oft bis sogar nach 23.30 Uhr.Seit der Eröffnung des letzten Autobahnteilstücks der A94 fällt es uns noch mehr auf, da es auf der B12 nun entspannter zugeht als vorher."

Ministerium äußert sich

Auf Anfrage der Redaktion von innsalzach24.de hatten sich bereits der Flughafen München und die Deutsche Flugsicherung zu dem Thema geäußert. Nun meldet sich auch das Bayerische Verkehrsministerium zu Wort. "Die Flughafen München GmbH (FMG) hat eine mobile Fluglärmmessung in Dorfen zuletzt im Jahre 2013 durchgeführt. Bei Betriebsrichtung West wurden während der Messung durchschnittlich 58 Lärmereignisse pro Tag, bei Betriebsrichtung Ost durchschnittlich 33 Lärmereignisse pro Tag registriert", berichtet Pinar Tilki, Stellvertretende Pressesprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr gegenüber innsalzach24.de. 


"Über den gesamten Messzeitraum hinweg wurden Dauerschallpegel von 40 dB(A) tagsüber und 36 dB(A) nachts ermittelt. Die Beschwerdesituation hat sich über die vergangenen zehn Jahre hinweg nicht wesentlich geändert."

Erstmals Messungen in Schwindegg geplant

"Für den hier konkret betroffenen Bereich, der außerhalb des kombinierten Tag-/Nachtschutzgebiets des Flughafens München liegt, gibt es nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm keine bestimmten Grenzwerte", so Tilki. "Für die Umgebung des Flughafens München gilt nach der geltenden Nachtflugregelung hingegen unter anderem Folgendes: An den Schnittpunkten der Flugkorridore mit der jeweils äußeren Grenzlinie des ausgewiesenen kombinierten Tag-/Nachschutzgebiets darf der Nachtflugverkehr den Dauerschallpegel von 50 dB(A) für die Durchschnittsnacht eines Kalenderjahres grundsätzlich nicht überschreiten." 

Ausnahme sei, wenn die Pegelüberschreitung auf kein Gebiet mit einer bestehenden Wohnsiedlung oder einer hinreichend bestimmten Bauleitplanung trifft, die Wohnbauflächen ausweist. Der Bereich Dorfen/Schwindegg/Haager Land sei jedoch weit vom genannten Schnittpunkt entfernt. "Für das Jahr 2020 plant die FMG mobile Fluglärmmessungen sowohl in Dorfen als auch erstmals in Schwindegg", schließt sie.

Auch in anderer Hinsicht wird derzeit über Verkehrslärm debattiert. Nach der Eröffnung des letzten Teilstücks der A94 wird nun über Lärmschutz für Anwohner diskutiert.

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hs

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