Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ersatzloser Abriss im Zuge der ABS38 vorgesehen

Bahnübergang Allersheim: Das sagt das Staatliche Bauamt Rosenheim

Die Gemeinde Obertaufkirchen kämpft um den Erhalt des Bahnübergangs bei Allersheim.
+
Die Gemeinde Obertaufkirchen kämpft um den Erhalt des Bahnübergangs bei Allersheim.
  • Heinz Seutter
    VonHeinz Seutter
    schließen

Bei einer Informationsveranstaltung der Bahn in der vergangenen Woche zu den Planungen für die Ausbaustrecke (ABS 38) im Bereich zwischen Schwindegg und Obertaufkirchen verwiesen die Planer hinsichtlich der umstrittenen Entscheidung für einen ersatzlosen Wegfall des Bahnübergangs Allersheim auf das Staatliche Bauamt Rosenheim. Dieses hat sich nun dazu geäußert.

Rosenheim/Schwindegg - „Beim Projekt ‚ABS 38‘ handelt es sich um eine Planungsmaßnahme der Deutsche Bahn AG. Dabei hat diese, aus wirtschaftlichen Gründen, eine Auflassung des Bahnübergangs vorgesehen. Das Staatliche Bauamt Rosenheim wurde im Zuge der Abstimmung der Planung von der DB AG über die geplante Auflassung des Bahnübergangs Allersheim informiert“, so Stefan Leitner, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Rosenheim gegenüber unserer innsalzach24.de. „Als Straßenbaulastträger für die Staatsstraßen hat der Freistaat Bayern das Anliegen, ein geschlossenes Staatsstraßennetz zur Verfügung zu stellen, was mit der geplanten Aufstufung der Nordspange gewährleistet ist. Das Staatliche Bauamt hat unter dieser Voraussetzung keine Einwände gegen die Auflassung des Bahnübergangs Allersheim erhoben.“

Kritik an ersatzlosem Aus für Bahnübergang Allersheim in Schwindegg: Staatliches Bauamt Rosenheim bezieht Stellung

Die Deutsche Bahn AG hatte am Mittwochabend der vergangenen Woche zu einer Online-Informationsveranstaltung zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Schwindegg und Obertaufkirchen im Rahmen der „Ausbaustrecke 38“ eingeladen (Plus-Artikel innsalzach24.de). Bei dieser stellte sich DB Netz-Projektleiter Wolfgang Kriechbaum, unter Moderation von DB Netz-Pressesprecherin Isabelle von Kirch, den Fragen der Interessierten. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe von Informations- und Diskussionsveranstaltungen in von dem Großprojekt betroffenen Gemeinden. Dabei schlug Kriechbaum einiges an Skepsis und Kritik für die Planungen entgegen.

Die häufigsten Fragen drehten sich bei vorherigen Veranstaltungen um die Themen Lärmschutz, Zugverkehr, Anwohner-Entschädigungen, wie die Bahn in einem ersten Fazit Mitte November 2020 bekannt gab (Plus-Artikel BGLand24.de). Diese drei Themen gehörten zu einigen der meistdiskutierten. Doch auch zu den Plänen, dass der Bahnübergang Allersheim ersatzlos wegfallen soll gab es viele Fragen und Kritik. Dazu hatte Kriechbaum immer wieder dieselbe Antwort: „Die Entscheidung ist schon seit Jahren getroffen und wir sind da auch nicht der richtige Ansprechpartner. Das wäre das Staatliche Bauamt Rosenheim.“ Aus Sicht der Planer sei die ersatzlose Streichung unumgänglich, weil die Eisenbahnbetriebsordnung die Schließung verlange. Wenn Züge mit über 160 km/h fahren, dürfe es an dieser Strecke keine Bahnübergänge mehr geben.

Auf die Frage aus dem Publikum, warum im Fall des Bahnübergangs Weidenbach bei gleicher Ausgangslage dann doch ein Ersatz-Neubau möglich war (Plus-Artikel ovb-online.de), entgegnete Herr Kriechbaum, dies sei „eine politische Entscheidung“ gewesen. „Zu dieser Aussage der DB AG kann das Staatliche Bauamt Rosenheim wegen fehlender Zuständigkeit und Kenntnis der Sachlage keine Auskunft geben“, antwortet Stefan Leitner, vom Staatlichen Bauamt Rosenheim knapp. Gleiches gelte bei der Aussage Leitners, die schnellste Lösung für die Gemeinde sei wenn, dann ein Ersatzneubau auf deren Kosten. Zur Verkehrssituation auch hinsichtlich Lärmbelastung für die Zeit nachdem die Überführung wegfällt „hat die Gemeinde Schwindegg ein Verkehrsgutachten beauftragt, welches vorliegt“, schließt Leitner seine Ausführungen.

Lokale Politiker betonen weiteren Einsatz für Ersatzlösung in Schwindegg

Auf Anfrage des Mühldorfer Anzeigers betonte Landrat Max Heimerl (CSU): „Wir dürfen die Interessen unserer Bürger nicht aus den Augen verlieren. Die Entscheidung für den Bahnübergang in Heldenstein war wichtig und richtig. Auch für den Bahnübergang in Schwindegg müssen wir eine Lösung finden.“ Schwindeggs Bürgermeister Kamhuber wiederum betonte, er werde nicht klein beigeben. Wiederum Obertaufkirchens Bürgermeister Franz Ehgartner zeigte sich skeptisch. Die Infoveranstaltung habe ihm gezeigt, dass es „bei der Bahn wenig Bereitschaft gebe, an der Planung etwas zu ändern.“

Im Rahmen des Großprojekts Ausbaustrecke (ABS) 38 soll die Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing zweigleisig ausgebaut und durchgehend elektrifiziert werden. Dazu laufen schon seit einiger Zeit die Vorplanungen und damit einhergehend erste Informationsveranstaltungen für Anwohner und betroffene Städte und Gemeinden. In den nächsten Monaten soll zur Genehmigungsplanung vorangeschritten werden. Der Baubeginn soll voraussichtlich 2025 und die Fertigstellung 2030 erfolgen. Die Planer betonen allerdings, dies sei noch abhängig von der Dauer des Genehmigungsverfahrens.

hs

Kommentare