Zwischenstand in Schwindegg 

Bau der A94: Die ersten Brücken blicken schon gen Himmel  

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Die Goldachtalbrücke bei Schwindkirchen ist Teil des Projekts A94 Forstinning – Marktl. 
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Schwindegg - Der Bau der Isentalautobahn A94 quer durch das Innsalzach-Gebiet ist ein Mammut-Projekt, dessen Anfänge bis ins Jahr 2012 zurückreichen. Der aktuelle Sachstand: 

Das Projekt A94 Forstinning – Marktl umfasst den vierstreifigen Neubau des rund 33 Kilometer langen Abschnitts zwischen Pastetten und Heldenstein und fungiert als Teil der insgesamt rund 150 Kilometer langen A94 zwischen München und Pocking

Mit dem Neubau des Abschnitts Pastetten – Heldenstein wird eine leistungsfähige und verkehrssichere Ost-West-Achse vervollständigt. Sie verbindet die Region Südostbayern und die dort ansässigen Industriestandorte sowie das Bäderdreieck im Inntal mit dem Ballungsraum München und dem weiträumigen Autobahnnetz verbindet. 

Die beiden Geschäftsführer des A94-Projekts, Oliver Lauw und Alfred Stangassinger, erklärten dem IHK-Regionalausschuss Mühldorf-Altötting, wo sie aktuell mit der Großbaustelle stehen. Das Gremium machte sich im Rahmen ihrer Sitzung in Schwindegg und Dorfen ein Bild von der Lage vor Ort. 

Die Geschäftsführer des A94-Projekts, Oliver Lauw und Alfred Stanggassinger (rechts), erklärten dem IHK-Regionalausschuss Mühldorf-Altötting den aktuellen Stand der Großbaustelle im Landkreis Mühldorf. 

Geschäftsführer A94-Projekt: "Liegen gut im Zeitplan" 

Seit 2012 plant die Autobahndirektion Südbayern als Auftragsgeber das Großprojekt im Landkreis Mühldorf. Im Februar 2016 wurde mit den insgesamt veranschlagten 45 Monaten Bauzeit begonnen. 

"Die Fertigstellung der Autobahn ist für den 31. Oktober 2019 geplant, wir liegen gut im Zeitplan", erläutert Alfred Stangassinger dem Gremium. Natürlich müsse man beachten, dass noch zwei Winter vor den Arbeiten liegen, Verzögerungen seien immer möglich. Während der 30-jährigen Vertragslaufzeit gewährleiste die Projektgesellschaft Isentalautobahn GmbH & Co. KG den vereinbarten Zustand der Strecke. "Beim Bau gilt Qualität vor Quantität", versichert Alfred Stangassinger. "Wir versuchen, so hochwertig wie möglich zu bauen, um Komplikationen im Nachgang zu vermeiden." 

Großteil der Kosten wird privat gestemmt 

Die Kosten sind beträchtlich: Etwa 440 Millionen Euro zahlt der Bund an die Isentalautobahn GmbH für den Bau. Lediglich 40 Prozent der Planungs- und Baukosten erhält die Isentalautobahn GmbH & Co. KG als Abschlagszahlung vom Auftraggeber, der Bundesrepublik Deutschland. Der verbleibende Teil der Baukosten sowie ein Teil der laufenden Kosten werden privat unter anderem durch Finanzierungsverträge mit Banken gestemmt.  

Stück für Stück wird die Rimbachtalbrücke kurz vor Schwindegg erweitert.

Die ersten Brücken stehen noch etwas wacklig auf den Feldern. "Die Isentalbrücke ist mit knapp 600 Metern die längste und größte von insgesamt vier Brücken, die sich durch den Landkreis Mühldorf ziehen." Die Goldachtalbrücke, die Rimbachtalbrücke und die daran angrenzende Ornautalbrücke seien im Bau und wachsen laut Oliver Lauw täglich. In Ampfing wird zudem eine neue Autobahnmeisterei entstehen. Die offizielle Eröffnung des Projekts A94 - Isentalautobahn ist für den 1. November 2019 geplant. 

Umwelt- und Naturschutz groß geschrieben 

Um die 700 Arbeiter seien laut Stangassinger mit dem Bau der A94 beschäftigt, auf den Feldern rund um Schwindegg wird schwerer Erdbau betrieben. "Entlang der Strecke geschehen Tag für Tag massive Erdbewegungen, Erdaufschüttungen erfolgen in einer Tiefe von 20 Miete bis zu einer Höhe von etwa 18 Metern", so Stangassinger. "Rund 3 Millionen Kubikmeter Erde wurde bereits als Gesamtvolumen abgetragen. Um die Dimension greifbar werden zu lassen: Beim Aushub eines Einfamlienhauses werden keine 1.000 Kubikmeter ausgehoben." 

"Die Einhaltung von Umwelt- und Naturschutz ist durch die Planfeststellung vorgeschrieben", ergänzt Oliver Lauw." 38 naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen und 31 Schutzmaßnahmen seien im Rahmen des Baus geplant.

Die Übersichtskarte des Baus der A94 zwischen München und Pocking. 

IHK steht hinter dem Projekt A94

In ihrer an die Besichtigung der A94-Baustelle anschließenden Sitzung sprach sich das Gremium des das IHK-Regionalausschusses Mühldorf-Altötting einstimmig für eine zeitnahe Realisierung des Bauprojekts aus. "Eine von München nach Pocking durchgehend fertiggestellte A94 ist eine der wichtigsten Verkehrsachen im südostbayerischen Raum", legt Vorsitzende Ingrid Obermeier-Osl ihren Standpunkt dar. Neben einer leistungsfähigen Schienenanbindung seien die regionalen Unternehmen dringend auf den Lückenschluss durch den Bau der A94 bis zur A3 angewiesen.  

Impressionen von der Besichtigung der A94-Baustelle: 

So geht der Bau der Isentalautobahn A94 voran 

Aus dem Archiv:

mb


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