Präsentation am Dienstag vor dem Reichstag

Protest gegen Bon-Pflicht: Schwindegger bringt Millionen Kassenbons nach Berlin

Thomas Perzl BDS Bayern Kassenbons
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Thomas Perzl aus Schwindegg steuert einen der Transporter mit unzähligen Kassenbons nach Berlin.

Schwindegg - Rund 2,5 Millionen ungewollte Kassenzettel hat der Bund der Selbständigen – Gewerbeverband e.V. zusammen mit seinen Ortsverbänden in ganz Bayern gesammelt. Diese hätten bereits im Frühjahr den Weg nach Berlin finden sollen. Dies war aufgrund der Corona-Lage leider nicht möglich. Doch „jetzt ist es soweit!“, versichert BDS Präsidentin Gabriele Sehorz entschlossen.

Am Montag, den 14. September werden die Kisten und Säcke zuerst aus Südbayern und dann aus der Geschäftsstelle für Nordbayern in Nürnberg in Transporter verladen. Präsentiert wird der Berg aus giftigem Thermopapier-Müll, dann am Dienstag vor dem Reichstag.


Am Steuer eines der Transporter wird auch der Schwindegger Thomas Perzl (31) sitzen. Perzl ist der Verbandssprecher des BDS Bayern. „Wir wollen mit dieser Aktion die Politik aufrütteln. Der Müllberg soll symbolisieren, wie falsch die Entscheidung zur Bon-Pflicht war. Gerade bei Kleinstbeträgen - wie etwa beim Bäcker - möchte der Verbraucher gar keinen Bon. Trotzdem muss er ausgedruckt werden und sorgt somit für teure Sondermüll-Berge in den Betrieben.

Jeder, der einen Bon möchte, soll diesen selbstverständlich erhalten, aber eben nicht automatisch.“, erklärt Perzl. Der Verband fordert eine Lockerung der Bon-Pflicht. Insbesondere soll eine Bagatellbetragsgrenze eingeführt werden, bis zu der kein Bon automatisch ausgedruckt werden muss. „Wir stellen uns hier einen Betrag von etwa 20 bis 30 Euro vor “, so Perzl. „ Ich freue mich auf das Bild des Müllbergs vor dem Reichstagsgebäude und hoffe für unsere Mitgliedsunternehmen sehr, dass es hier zu einem Umdenken kommt und die Bon-Pflicht wieder gekippt wird!“, so Perzl abschließend.


Die Bon-Pflicht gilt seit dem 1. Januar und sorgt seitdem für großen Ärger. Aus diesem Grund forderte der BDS Bayern seine Mitgliedsunternehmen zum koordinierten Protest auf. „Wir haben in ganz Bayern Sammelboxen aufgestellt, viele Bäckereien, Metzger und Supermärkte haben sich tatkräftig beteiligt. Jetzt fahren wir sie nach Berlin!“, so BDS Präsidentin Sehorz.

Pressemitteilung Bund der Selbstständigen - Gewerbeverband Bayern e.V.

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