Wird Isen-Wehr-Leck zur Gefahr?

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Schwindegg/Marketsmühle - Die Isen-Anwohner haben Angst: Das Leck im Isen-Wehr lässt den Wasserpegel sinken. Sind die angrenzenden Häuser-Fundamente in Gefahr?

"Unser Haus steht auf 300 Pfählen, direkt am Wasser - wenn das mit dem Wasserpegel so weitergeht, haben wir ein richtiges Problem," sagt eine Anwohnerin am Isen-Wehr zu Innsalzach24. Bei unserem Besuch vor Ort wurde schnell klar: So ganz ohne ist die Situation hier nicht, zumindest nicht für die Betroffenen.

Rückblick: Was ist los am Isen-Wehr?

Im Grunde ist es einfach: Das Isen-Wehr staut das Wasser nicht mehr so, wie es das sollte. Es scheint ein Leck zu geben - wo das aber herkommt, ist bislang noch ein Rätsel. Fest steht aber: Der Wasserstand ist um mindestens 2,5 Meter gesunken. "Das hat's hier noch nie gegeben, nicht so extrem," erzählt uns der ehemalige Wehr-Betreiber.

Eindrücke vor Ort: Das Isen-Wehr mit wenig Wasser

Vor Ort: Isen-Wehr mit wenig Wasser

Das Wasserwirtschaftsamt in Rosenheim ist dran an der Sache. "Am Dienstag war ein Team vor Ort, ein Baugrundgutachter und ein Statiker. Auf deren Einschätzungen warten wir jetzt," berichtet Behörderleiter Paul Geisenhofer. Es steht hierbei nicht nur die Frage im Mittelpunkt, wo das mysteriöse Leck herkommt. Auch, ob das Wehr überhaupt noch bleiben kann, oder schon zu baufällig ist, soll beantwortet werden. Für den Verkehr musste die Brücke an der Marketsmühle ja bereits gesperrt werden. Jetzt sollen das auch für Fußgänger und Radfahrer gelten. Am Mittwoch hat das Wasserwirtschaftsamt mit einer ersten Sofortmaßnahme begonnen: Flussaufwärts in Richtung Wörth werden Steine und Schutt ins Wasser geschichtet, um den Wasserstand wenigstens ein wenig anzuheben.

Warum ist der niedrige Wasserpegel so gefährlich?

Vor allem für die Anwohner, deren Häuser direkt am Fluss stehen, ist die Situation belastend. Ein Wörther Isen-Anwohner hatte den gesunkenen Pegel bereits am Sonntagmorgen entdeckt: "Ich bin aufgewacht und hab plötzlich ein Rauschen gehört - der Fluss rauscht sonst nie! Als ich aus dem Fenster gesehen hab, wusste ich, warum es rauscht: Das Wasser war nicht dort, wo es noch am Abend zuvor war," berichtet er uns. Wir haben es selbst gesehen: Das Rauschen kommt daher, dass die Steine, die sonst bedeckt waren, jetzt freiliegen und einen Mini-Wasserfall bilden. "Na klar machen wir uns jetzt Sorgen - wenn der Pegel weiter sinkt, geht das ans Grundwasser und uns rutscht unter Umständen das Fundament in Richtung Flussbett. Das haben wir gerade noch gebraucht," so der Wörther Isen-Anwohner.

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Der ehemalige Wehrbetreiber nannte uns allerdings noch andere Nachteile eines sinkenden Pegels: "Für die Fische im Fluss ist es natürlich auch verheerend - die halten sich ja nicht in einem Gewässer, dass nur noch einen Meter tief ist." Außerdem habe das Sägewerk flussaufwärts in Richtung Wörth Probleme mit dem Wasserstand. "Die brauchen Wasser zum Sägen ihrer Bretter. Das ziehen sie normal aus der Isen. Bei zu niedrigem Wasserstand saugen die Pumpen aber nur noch Luft und das Sägewerk muss sein Wasser aus dem Trinkwasserbestand nehmen - natürlich auch nicht besonders vorteilhaft," so der Mann.

Die Menschen warten jetzt erst einmal gespannt ab, welche Vorkehrungen das Wasserwirtschaftsamt treffen wird. Wir halten Sie dazu auf dem Laufenden.

ds

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