Huber: Mein schwärzester Tag als Landrat

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Den bunt gestrichenen Flur des Jugendamts samt Teddybär hat sich Landrat Huber fürs Jubiläumsfoto ausgesucht. Er hält den Wandel von der Überwachungsbehörde zur Hilfseinrichtung für entscheidend.

Schwindegg - Seit zehn Jahren ist Georg Huber Landrat. Der ehemalige Bürgermeister von Schwindegg blickt im Interview auf die letzten Jahre zurück.

Mit welchem Gefühl blicken Sie zurück?

Mit einem sehr, sehr positiven. Ich bin mit der Leistung, die wir gemeinsam – der Kreistag und die Mannschaft im Amt – vollbracht haben, hochzufrieden. Es gab bei aller Diskussion stets eine große politische Einheit.

Haben Sie diese Einigkeit erwartet?

Nein. Ich habe in 22 Jahren als Bürgermeister sowohl die Verwaltung als auch die Politik erlebt und erwartet, dass es verdammt schwierig wird und in den Diskussionen viel mehr auf parteipolitischer Ebene läuft.

Gab es einen besonders glücklichen Tag?

Das kann ich auf Anhieb so nicht sagen. Die schönen Tage waren die, in denen wir aus der Gemeinschaft heraus Probleme gelöst haben. Einer der schönsten war das Gespräch mit dem Chefarzt des Mühldorfer Krankenhauses, Dr. Hilber, als es um die Neustrukturierung des Hauses ging. Es war damals klar, dass die Strukturen in unserem Krankenhaus nicht auf Zukunft ausgerichtet waren. Ich fragte Dr. Hilber, ob er bereit wäre bei der Ausschreibung eines leitenden Oberarztes mitzuwirken und damit auch gleich seine Nachfolge zu berücksichtigen. Dr. Hilber hat nur gelacht und gesagt: „Das ist überhaupt kein Problem.“

Und der schwärzeste Tag?

Das war der Tag an dem klar wurde, dass die Strukturen der Abfallwirtschaft im Dunkel liegen und viel Geld fehlt. Es gibt heute noch Leute, die mir böse sind, weil sie damals so viel mehr zahlen mussten.

Hatten Sie sich Ihre Aufgabe so vorgestellt?

Ich war 22 Jahre Bürgermeister und dachte, dass ich die Kommunalpolitik kenne und mit Menschen umgehen kann. Aber das war schon eine neue Dimension. Die Wucht, mit der die Probleme auf mich zukamen, der Ärger über die Abfallwirtschaft und die manchmal unfairen Diskussionen über meine Person in diesem Zusammenhang waren hart.

Haben Sie die Amtsübernahme damals bereut?

Nein, ich habe keinen einzigen Tag gedacht, was hast Du Dir angetan. Was motiviert Sie, in zwei Jahren noch einmal zu kandidieren? Mich motivieren vor allem die Themen „Familienfreundlicher Landkreis“ und „Lernen vor Ort“. Wir wollen diese Themen so stark in der Landkreispolitik implantieren, dass die Leute merken: Da schmeißt der Huber das Geld nicht raus, vielmehr ist es bei den Menschen sehr gut angelegt. Auch das Thema Klimaschutz und Energiewende motiviert mich. Ich glaube, dass ich aus meiner Erfahrung vom Bau heraus viel beitragen kann. Auch alternative Energien sind mir eine Herzensangelegenheit. Da bin ich mehr der Unternehmertyp, der sich gegen Diskussionen wehrt, die sagen, das mit der Energiewende geht nicht. Ich sage: Es geht.

Was motiviert Sie, in zwei Jahren noch einmal zu kandidieren?

Mich motivieren vor allem die Themen "Familienfreundlicher Landkreis" und "Lernen vor Ort". Wir wollen diese Themen so stark in der Landkreispolitik implantieren, dass die Leute merken: Da schmeißt der Huber das Geld nicht raus, vielmehr ist es bei den Menschen sehr gut angelegt. Auch das Thema Klimaschutz und Energiewende motiviert mich. Ich glaube, dass ich aus meiner Erfahrung vom Bau heraus viel beitragen kann. Auch alternative Energien sind mir eine Herzensangelegenheit. Da bin ich mehr der Unternehmertyp, der sich gegen Diskussionen wehrt, die sagen, das mit der Energiewende geht nicht. Ich sage: Es geht.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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