Jugendpavillons: "Nicht mehr beherrschbar"

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Vorerst dicht: die Schwindegger Jugendpavillons in der Nähe des Bahnhofs.

Schwindegg - Dem Bürgermeister wurde es zu bunt. Nachdem der Alkoholgenuss überhand nahm, ließ Dr. Karl Dürner die Jugendpavillons in Schwindegg schließen.

Nun hofft er auf die Vernunft - und die Hilfe aus anderen Gemeinden.So richtig gut lief es nie. Nur drei Monate, nachdem die Pavillons am Bahnhof eingeweiht waren, sind die Türen schon wieder dicht. "Das konnte ich einfach nicht weiter verantworten", sagt Bürgermeister Dr. Karl Dürner. Denn: Wiederholt war es zu Alkoholexzessen gekommen. "Das Ganze war nicht mehr beherrschbar", so Dürner. Weder für ihn, noch die beiden Mitarbeiter des "Jugendtreffs am Gleis", wie das Angebot von den Jugendlichen getauft worden war.

Besonders ärgerlich: Gut 10000 Euro nahm die Gemeinde in die Hand, um den Treffpunkt einzurichten. Einige Diskussionen hatte es im Vorfeld gegeben. Kritiker brachten an, dass es doch genügend Vereine und Institutionen gäbe, die sich um die Heranwachsenden bemühen. "Doch es will nun einmal nicht jeder irgendwo Mitglied sein", so Dürner - und brachte das Projekt durch. Zweimal in der Woche kamen rund 20 junge Männer und Frauen in den Pavillons zusammen. Viele von ihnen aus den Nachbargemeinden. Mit der Zeit, so Dürner, habe es immer mehr Radau und Dreck gegeben. Der Schwindegger Gemeindechef suchte Hilfe bei den Ratskollegen und Bürgermeistern aus den Nachbarorten: "Ganz bitter, da wollte keiner Ansprechpartner sein." Allerdings: "So eine Sache lässt sich nur interkommunal in den Griff bekommen." Und da sich Dürner allein auf weiter Flur fühlte, sperrte er die Pavillons nun ab.

Das Ende des Jugendtreffs bedeutet dies aber nicht: "Wir werden jetzt einmal abwarten. Wenn es draußen wieder wärmer wird, sollte eine Lösung gefunden sein", ist Dürner sicher. Vielleicht, so seine Hoffnung, kommt bis dahin Hilfe. Etwa von den Eltern der Jugendlichen: "Die könnten sich mit einbringen." Eine andere Lösung wäre die Gründung eines Fördervereins: "Auch da wären dann Erwachsene, die das Ganze auf feste Füße stellen könnten", sagt Dürner. Er appelliert auch an die Vernunft der Jugendlichen. Da die Treff-Türen nun fest verschlossen sind, "werden die sich ja vielleicht in Zukunft am Riemen reißen".

bst/Mühldorfer Anzeiger

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