Schulterschluss beim Dorfladen

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Alle packten am Samstag eifrig mit an. Ob nun die Gemeindevertreter mit den beiden Bürgermeister Stefan Schalk und Elfi Prucker (Bildmitte), Architekt, die Vertreter der beteiligten Firmen oder die Vorstände der Genossenschaft: Jeder hatte einen Spaten in der Hand.

Mettenheim – Die Baugrube war bereits ausgehoben beim Spatenstich für den Mettenheimer Dorfladen am Samstag. Dennoch kam vielen Bürger, um Solidarität zu zeigen.

Die Ressonanz aus der Bevölkerung – rund 70 Personen waren gekommen – war so groß, dass der Aushub wohl auch ohne schwere Maschinen möglich gewesen wäre, scherzte Bürgermeister Stefan Schalk am Rande, hoch erfreut über so große Solidarität.

Es sei ein harter und steiniger Weg gewesen bis nun endlich der erste Spatenstich erfolgen konnte, betonte Schalk. Sicherlich habe es auch kritische Stimmen gegeben, doch an der Notwendigkeit der Sicherstellung der Nahversorgung habe dies nicht gerüttelt: "Schließlich sind wir als Gemeinde auch dafür zuständig, um für eine vernünftige Infrastruktur zu sorgen". Und dies geschehe nun mit dem Dorfladen, zumal Mettenheim über knapp 960 Haushalte verfüge, die sonst in der Gemeinde "keine Möglichkeit zum Einkaufen hätten".

Schalk erinnerte sich zurück bis ins Jahr 1997. Damal sei das erste Mal ein Dorfladen ins Gespräch gebracht worden. Von Gemeindeseite seien stets Bemühungen vorhanden gewesen, 2007 sei man sogar kurz vor Vertragsabschluss mit einem Discounter gewesen, der dann aber zurückgezogen habe. In der Folgezeit dann gewann der Bau eines Dorfladens immer mehr Konturen. Eine Genossenschaft wurde gegründet, ein Architektenwettbewerb veranstaltet, im Rahmen dessen sich der Entwurf von Dr. Stefan Hajek - er plante bereits den Kulturhof - als Favorit herauskristallisiert hatte.

Die Schwierigkeiten seien damit aber lange nicht vom Tisch gewesen, verhehlte Schalk nicht. Zunächst wollte man ein Kommunikationszentrum mit Arztpraxis schaffen - bis der Arzt abgesagt hat. Schließlich zwangen die immensen Kosten die Gemeinde in die Knie, die sich schließlich für eine kleinere Variante des Dorfladens entschieden hat, damit die Kosten für ein ansehliches Gebäude im Rahmen blieben. Die Lager- und Nebenräume würden deutlich reduziert, während die Größe der Verkaufsraums unangetastet bliebe. "Es soll kein Schweinestall werden, sondern auch Ambiente haben", betonte Schalk. Und so wünschte er sich, dass der Dorfladen, in welchem auch eine Bäckerei und ein Café integriert sein werden, gut angenommen wird.

Schalk erklärte auch, dass die Diskussion um die Kosten den zeitlichen Rahmen für den Bau verschoben hätten. Zumindest würde heuer noch der Bodenaustausch erfolgen und auch die Bodenplatten gesetzt. Danach sei die Witterung für den weiteren Baufortschritt maßgebend.

"Die Felsbrocken, die der Vorstandschaft vom Herzen gefallen sind, hat man in ganz Mettenheim gehört", freute sich Markus Spindler, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Dorfladen Mettenheim e.G. darüber, dass es nun endlich losgehen kann. Er zeigte sich besonders begeistert darüber, dass so viele Mettenheimer alleine schon beim Spatenstich reges Interesse bezeugt hätten, für ihn zweifelsohne ein Zeichen der Solidarität und Antrieb "noch mehr Energie in das Projekt zu stecken". Beim nächsten Treffen, so hoffe er, könne man den Dorfladen dann einweihen.

Wie die Gemeinde Mettenheim auf Nachfrage meinte, werde dies aber frühestens ab dem Frühjahr nächsten Jahres der Fall sein.

je/Mühldorfer-Anzeiger

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