Schulprojekt: Europäisches Kochbuch entworfen

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Die Griechen Despoina, Georg und Giorgos (von links) bereiteten Bauernsalat zu.

Mühldorf - Ein Kochbuch haben Schüler aus Mühldorf, Ungarn und Griechenland in drei Sprachen entwickelt. Sie stellten es jetzt an der Mühldorfer Mittelschule vor.

"Unser formelles Ziel war die Erstellung eines dreisprachigen Kochbuches. Erreicht haben wir aber auch, dass sich die Jugend in den Partnerstädten Cegled, Ungarn, Iraklion, Griechenland und Mühldorf am Inn besser verstehen, Freundschaften geschlossen haben und diese pflegen", sagte Konrektor Manfred Putz bei der Abschlussveranstaltung des Comeniusprojektes in Mühldorfs Mittelschule.

Sechsmal trafen sich 500 Schüler und Lehrer der Partnerstädte in den letzten zwei Jahren in den drei Städten, um fremde Länder und Bräuche kennen zu lernen. Sie bestaunten Sehenswürdigkeiten und Landschaften, erfuhren vom Schulleben und Alltagsleben der anderen und erkannten dabei im Ablauf Ähnlichkeiten zu daheim, was selbst bei herrschenden Sprachunterschieden oft leicht zu verstehen war.

Die Lehrerinnen Astrid Meinlschmidt und Elisabeth Markus begannen schon vor vielen Jahren, Mühldorfs Partnerschaften mit Cegled und Iraklion durch Schüler mit Leben zu füllen, Konrektor Manfred Putz und Lehrerin Ivonne Rath schlossen sich dann dem von der Europäischen Union geförderten Comeniusprojekt an.

Zum Abschluss des Projekts kochten einige Schüler aus den drei Nationen einen Nachmittag lang in der Mittelschule. Es wurlte an den Arbeitsplatten, der Duft von Hausmannskost aus drei Nationen erfüllte den Raum. Da wurde geklopft, gehobelt, geschnitten, gerührt und genascht. Es wurde dabei viel beraten und erzählt.

Alexandra und Jonatan aus Cegled rührten im Gulasch,...

Alexandra und Jonatan aus Cegled bereiteten in einem großen Topf ungarisches Gulasch zu. Ihre Beiträge zu dem Kochbuch haben sie von ihren Mamas und Omas erfragt. Glaubhaft versichern sie, jedes Rezept ausprobiert zu haben. Viel Freizeit kostete es sie, ihre Rezepte ins Deutsche zu übersetzen und die deutschen Texte ins Ungarische. In Arbeitskreisen konnten sie auch die griechischen Kochrezepte aus dem Deutschen ins Ungarische übertragen.

Beide haben auch schon in Iraklion gekocht und fanden die Altstadt von Athen geradezu faszinierend. "Hier hat mir die Schifffahrt auf dem Chiemsee sehr gut gefallen", schwärmt Alexandra. Ihr Klassenkamerad Jonatan fand im Deutschen Museum in München viel Interessantes und Aufregendes.

Despoina und Giorgos gehen in die neunte Klasse des Gymnasiums in Iraklion. Ihr Deutsch ist fortgeschritten, denn mit Freunden aus Mühldorf haben sie schon lange Kontakt, hauptsächlich übers Internet. "Wir Griechen kochen nur mit Olivenöl", erklärt Despoina. Und die Rezepte der Familien sind vielseitig: Bauernsalat, Lauchpastete, Auberginenauflauf, Krautwickerl in Zitronensoße und als Nachspeise Milchpastete. Georg träumt noch vom Salzbergwerk in Reichenhall, Desponia schwärmt vom Herrenchiemsee und König Ludwig.

...während Victoria (links) und Martina den Knödelteig für den Schweinsbraten vorbereiteten.

Die Mühldorferinnen Victoria und Marina (14) haben Schweinsbraten zubereitet. Ihre Beiträge für das gemeinsame Kochbuch haben die Schülerinnen von den Müttern, aber sie haben auch das Internet dazu bemüht. Von den Besichtigungen in Athen und Umgebung im Oktober sind sie heute noch begeistert. Stolz sind sie, weil sie jetzt die Schönheiten ihrer Heimat vorzeigen durften. Freilich werden sie auch mal griechisch kochen, oder eben ungarisch.

Bei der Abschiedsveranstaltung in der Aula mundete Schülern und Gästen das internationale Buffet. Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch feierte mit, und den Syrthaki in der Disco tanzte er wie ein alter Grieche. Zuletzt flossen Abschiedstränen, denn manche Freundschaft wird in nächster Zeit nur per Internet gepflegt werden.

nz/Mühldorfer Anzeiger

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