886 Schüler aus dem Ausland

Mühldorf - Im Landkreis drückten im Schuljahr 2008/2009 insgesamt 886 ausländische Schülerinnen und Schüler die Schulbank, was einem Anteil von 5,3 Prozent entspricht. Zum Vergleich: In München lag der Anteil bei über 20 Prozent.

Alle Schularten zusammengenommen ergibt sich im Landkreis Mühldorf ein Ausländeranteil von 5,3 Prozent. Im regionalen Vergleich liegt der Kreis Mühldorf damit unter dem bayernweiten Durchschnitt, den die Statistiker vom Bayerischen Landesamt in München mit 7,4 Prozent angeben.

Den höchsten Anteil ausländischer Schüler gibt es demnach in der Landeshauptstadt München mit rund 20,1 Prozent, den geringsten im Kreis Rhön-Grabfeld mit lediglich 1,2 Prozent.

Ausländische Arbeitnehmer und ihre Familien sowie Asylbewerber und Flüchtlinge, die aus Bürgerkriegsgebieten nach Bayern gekommen sind, haben den Anteil der ausländischen Bevölkerung in Bayern seit den 60er- Jahren steigen lassen. Die Bildungschancen für die Kinder sind unverändert schlecht. Sie besuchen deutlich häufiger Sonderschulen für Lernbehinderte, sie erreichen häufiger als ihre deutschen Altersgenossen nur einen oder keinen Hauptschulabschluss, erreichen weniger häufig den Realschulabschluss und nur selten die Hochschulreife.

Greift man sich die Schülerzahlen der allgemeinbildenden Schularten Hauptschule, Realschule und Gymnasium heraus, sah die Verteilung im Schuljahr 2008/2009 bayernweit so aus: An den Hauptschulen waren 15,3 Prozent aller Schüler ausländischer Herkunft, an den Realschulen 4,3 Prozent und an den Gymnasien nur noch 3,8 Prozent.

Nicht selten ist laut Landesamt für Statistik die Sprachbarriere Schuld am mangelnden Schulerfolg. So gilt etwa die Lesekompetenz als der Hauptschlüssel zum schulischen Erfolg. Denn wer nicht versteht, was er liest, hat nicht nur in Deutsch, sondern auch in Mathematik oder Biologie Probleme.

In Bayern gibt es durchaus Bestrebungen, den Sprachkenntnissen auf die Sprünge zu helfen. Schulische Hilfen für ausländische Schüler mit Migrationshintergrund nennt sich der Katalog, der unter anderem Deutschförderkurse in der Grundschule, Übergangsklassen und Deutschlerngruppen umfasst, aber auch spezielle Regelungen, wie zum Beispiel einen höheren Notendurchschnitt von 3,3 im Übertrittszeugnis, wenn die Noten lediglich auf (behebbare) Schwächen in der deutschen Sprache beruhen.

In der Auswertung der PISA-Studie fällt auf, dass türkische Schülerinnen und Schüler besonders selten gehobene Schulabschlüsse erreichen. Sie stellen mit rund 35 Prozent immerhin die größte Gruppe unter allen im Schuljahr 2008/2009 in Bayern erfassten 137080 ausländischen Schülern. Ein weiteres Viertel stammt aus einem EU-Land, rund 14 Prozent aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien und rund fünf Prozent aus der ehemaligen Sowjetunion.

Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten zwischen deutschen und ausländischen Schülern: die Mädchen holen auf. So erreichen unter den ausländischen Schülern mittlerweile Mädchen häufiger einen Bildungsabschluss als ihre männlichen Altersgenossen.

Im Kreis Mühldorf waren unter den Schulabgängern am Ende des Schuljahres 2007/2008 insgesamt 151 ausländische Schülerinnen und Schüler, also rund 5,3 Prozent. 76 davon, rund 50,3 Prozent, waren männlich. Aktuellere Zahlen liegen dem Landesamt noch nicht vor.

zs/Mühldorfer Anzeiger

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