„Satopanth – Pfad zum Himmel“

Sepp Lurz und Climbing-Sherpa Wong Chu am Gipfel

Buchbach - Über vier Wochen war der Veldener Extrembergsteiger Sepp Lurz im Indischen Garhwalhimal bei seiner dritten großen Expedition unterwegs.

Spannende Bergerlebnisse aber auch außergewöhnliche kulturelle Eindrücke brachte er in seinem Reisegepäck mit nach Hause.

Die Leidenschaft ferne Länder zu bereisen, dabei fremde Kulturen kennen zu lernen und hohe Berge zu besteigen hat mich seit meiner Nepalreise 2002 gefangen genommen. Nachdem ich 2004 mit dem Gasherbrum II meinen ersten 8000er im Pakistanischen Karakorum-Gebirge bestiegen hatte, wollte ich einen neuen Teil des großen Himalayas und ein neues Land kennen lernen. Die Expedition zum 7075 Meter hohen Satopanth, dessen Foto mich sofort in seinen Bann gezogen hatte, bot alles, was mir bei einer Bergreise wichtig ist.

Die sechstägige, abenteuerliche Anreise von Neu Delhi zum Basislager führte den Ganges, dem heiligsten Fluss Indiens, stromaufwärts in die Baghiratigruppe. Dort tritt der Strom auf gut 4000 Meter Meereshöhe aus einem riesigen Gletschertor hervor, dem sogenannten Gaumukh was übersetzt Kuhmaul bedeutet. Gemeinsam mit tausenden Pilgern, Sadhus, Babas, Gurus und Brahmanen wurden am Abend heilige Zeremonien am Ganges-Ufer gefeiert.

Das Bergdorf Gangotri den Ausgangsort unseres dreitägigen Anmarschtrekkings zum Basislager erreichten wir nach dreitägiger halsbrecherischer Busfahrt. Dort wurde die Expeditionsausrüstung auf 12 Mulis und 40 Träger aufgeteilt. Ein landschaftlich beeindruckendes Trekking führte uns ins Basislager auf 4900 Meter, vorbei am vielleicht schönsten Berge der Erde, dem Shivling.

Nach drei Ruhetagen zur besseren Akklimatisation sollten drei Hochlager eingerichtet werden. Doch dreitägiger Schneefall mit eineinhalb Meter Neuschnee und dem damit verbundenen Zeitverlust zwangen uns zur Änderung der Besteigungstaktik. Wir hatten nur noch die Chance auf den Gipfel wenn wir im Alpinstil vorgehen. Das heißt, wir mussten die komplette Ausrüstung, mit Proviant für fünf Tage, in die Rücksäcke packen und uns Lager für Lager durch teilweise hüfttiefe Spurarbeit nach oben kämpfen.

Was anfangs unmöglich schien, wurde doch noch für einen Teil der 12-Köpfigen Expeditionsgruppe wahr. Am 4. Oktober 2007 stand ich zusammen mit meinem Zeltkammeraden Andreas und zwei Schweizer Bergkameraden, dem Schweizer Bergführer Jürg Anderegg, den beiden Climbing-Sherpas Wong Chu und Nima sowie der Licence-Officer Haschi, bei Bilderbuchwetter, auf dem 7075 Meter hohen Satopanth.

Zum Abschluss der Reise war es uns noch vergönnt, in das zweihundert Kilometer entfernte Acra zu fahren und dort das weltberühmte Taj Mahal, eines der neuen sieben Weltwunder zu besichtigen.

Berg- und Kulturinteressierte können am Freitag, 4. Dezember in einer Multivisionsshow, zusammengestellt aus digitalen Bildern und Videos, im Sportheim des TSV Velden den Vortrag des Extrembergsteiger Sepp Lurz, um 19.30 Uhr, miterleben. Ein weiterer Vortag findet am 10 Februar im Bürgersaal in Taufkirchen statt.

re

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