Frankenberger zu Gast in Rattenkirchen

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Rattenkirchen - Der ÖDP-Bundesvorsitzende Sebastian Frankenberger war jetzt beim Bürgerstammtisch in Rattenkirchen zu Gast. Er sprach diesmal aber nicht über das Rauchverbot.

„Wir stehen nicht nur mitten im Peak Oil, sondern im „Peak Everything““, so analysierte ÖDP-Bundesvorsitzender Sebastian Frankenberger die aktuelle wirtschaftlich Situation im Rahmen seines Vortrages im Bürgerhaus in Rattenkirchen. Dabei ging er auf die tieferen Ursachen der Eurokrise ein. Gleichzeitig zeigte er Wege hin zu einem Wohlstand ohne Wachstum auf. „Auf einem begrenzten Planeten ist keine unendliche Steigerung des Bruttosozialprodukts möglich“, so Frankenberger.

ÖDP-Bürger​stammtisch in Rattenkirchen

ÖDP-Kreisvorsitzender Reinhard Retzer stellte in seiner Einführung fest, dass sich Politik derzeit einzig und allein darin erschöpfe, eine Krise nach der anderen zu bewältigen, ohne innezuhalten und die Ursachen überhaupt in den Blick zu nehmen. Er spannte dabei einen Bogen von der Wirtschaftskrise, die mit einem enormen Konjunkturpaket auf Pump finanziert wurde, bis hin zu einer Gesellschaftskrise, die insbesondere die Institution Familie erfasst hat. „Mir zerreißt es das Herz, zusehen zu müssen, wie diese Fehlsteuerungen auf Landes- und Bundesebene die Haushaltsbeträge im Bereich des Amtes für Jugend und Familie auf Kreisebene zum Explodieren bringen“, klagte er. Über allem schwebe jedoch die Eurokrise.

ÖDP-Chef Frankenberger sieht den Systemfehler darin, alle genannten Krisen durch das Zauberwort „Wachstum“ bewältigen zu wollen. „Wer immer schneller aus seinem Glas trinkt, muss auch öfter zum Nachschenken gehen“, meinte er. „Allmählich gehen uns die Rohstoffe aus. Wir stehen nicht nur im Peak Oil, wir stehen vor Peak Everything. Ob Öl, Gas oder seltene Erden: die Rohstoffe werden knapp.“ Als geradezu pervers bezeichnete er es, dass Laser-Drucker mit einem Chip versehen werden, der den Besitzer mit der Anzeige „Error“ dazu ermuntern möchte, das defekte Gerät durch ein neues zu ersetzen.

Weiter stellte Frankenberger fest: „Das EU-Parlament machtlos“. Er verwies auf die enge Verflechtung von EU-Bürokratie und Industrielobby, für deren spielerische Darstellung er einige Gäste als Komparsen einspannte, um die Ohnmacht des gewählten EU-Parlamentes zu verdeutlichen.

Angesichts der Klimakrise versuche die ÖDP ein CO2-Budget in die Diskussion zu bringen, das einem Bürger pro Jahr zur Verfügung stehe. Als Zielmarke nannte er eine Reduzierung von aktuell 10 t auf 2 t pro Jahr und Bürger, um die Klimaerwärmung in einem erträglichen Maß zu halten. „Wer sein CO2-Budget nicht ausschöpft, weil er sich beispielsweise klimaschonend ernährt und seinen Urlaub im Bayerischen Wald statt auf den Malediven verbringt, der könne sein Budget demjenigen verkaufen, der unbedingt eine Flugreise machen möchte“, erklärte er.

Am Schluss lud er die anwesenden Mitglieder und Interessenten ein, sich an der Neufassung eines neuen und kurzen ÖDP-Grundsatzprogrammes zu beteiligen, in dessen ethisches Fundament eine Art „Goldene Regel für politische Entscheidungen“ eingegossen werde. ÖDP-Kreisvorsitzender Reinhard Retzer bedankte sich bei Sebastian Frankenberger mit einem Sortiment aus „hausgemachter Nervennahrung“, um die Geschicke der ÖDP weiterhin mit Elan voranzubringen

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Pressemitteilung ÖDP-Kreis-Mühldorf

Rubriklistenbild: © ÖDP-Kreis-Mühldorf

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