"Er ist mein Hauptgewinn"

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Mettenheim - Im Novemebr 2009 feierten Rita und Hans Pietrek ihre Silberhochzeit. Ein Paar sind die beiden aber schon 31 Jahre lang. Wie man es schafft, so lange glücklich miteinander zu sein, wissen die Pietreks ganz genau.

"Man muss viel miteinader reden und darf vor allem über Probleme nicht schweigen", verrät Rita Pietrek das Geheimnis der langen und guten Partnerschaft mit ihrem Hans. "Ich habe früher immer nachgegeben, weil Rita oft stur war. Mit der Zeit haben wir aber gelernt, dass das nix bringt", fügt ihr Ehemann hinzu. Man müsse ehrlich zu sich selbst sein und sich die eigenen Fehler eingestehen, dann stünde einer harmonischen Partnerschaft nichts mehr im Wege, da sind sich die Pietreks einig.

Mit 14 Jahren lernten sich die zwei Mettenheimer in der Schule - damals noch in Polen - kennen. "Wir waren Freunde, die in die gleiche Klasse gingen und manchmal etwas zusammen unternommen haben", erzählt die 48-Jährige, die damals noch nicht wusste, dass ihr künftiger Ehemann schon ein Auge auf sie geworfen hatte, bevor sie zusammen die 8. Klasse besuchten. Der Onkel von Hans und die Eltern von Rita kannten sich gut und als Rita eines Tages etwas bei Hans abholen sollte, hat ihn das hübsche Mädchen auf Anhieb aus den Socken gehauen. "Sie hat mir sofort gefallen", schwärmt der 48-Jährige noch heute. "Er ist mir gar nicht aufgefallen. Ich war überrascht als er mir später davon erzählt hat", meint Rita im Gegenzug.

Als die beiden 17 Jahre alt waren hat es dann zwischen ihnen gefunkt. "Eine Freundin hat gefragt, ob ich auf eine Hochzeit zum Tanzen mitgehe und weil ich nciht alleine gehen wollte, habe ich Hans gefragt, ob er mitkommt." Auf der besagten Hochzeit kamen sich die Zwei zum ersten Mal näher. "Mehr als Händchenhalten war aber nicht, ich war sehr vorsichtig", berichtet Hans, der seine Angebetete damals nicht verschrecken wollte. "Mir lag sehr viel daran, diese Frau zu kriegen."

Am 29. Oktober 1978 fuhr das Paar wieder zum Tanzen. "Daran erinnern wir uns deshalb so genau, weil wir uns dort zum ersten Mal geküsst haben." Nach dem ersten Kuss vergingen 6 Jahre, bis Rita und Hans heirateten. Die Hochzeit im November 1984 fand in Polen statt. Rita war aber schon im Januar zu ihrer Mutter nach Deutschland gezogen. "Das war sehr hart. Ich habe sie fast ein Jahr lang nicht gesehen." Erst ein halbes Jahr, nachdem sie sich das Ja-Wort gegeben hatten, sahen sich die Verliebten wieder, denn im April ging auch Hans nach Deutschland.

"Er ist mein Hauptgewinn", sagt Rita Pietrek über ihren Ehemann Hans.

Das ist jetzt 25 Jahre her. Als schönste Momente ihrer Beziehung sehen die Altenpflegerin und der CNC-Dreher die Geburten ihrer beiden Söhne Tobias und Maxi und die gemeinsame Zeit mit den Kindern. "Die Kinder waren immer pflegeleicht und wir genießen bis heute die Zeit mit ihnen. Andererseits ist es auch schön, dass die Zwei mittlerweile so selbstständig sind, dass wir wieder mehr Zeit für uns haben", so die Pietreks.

 "Die schwierigste Zeit war, als wir unser Haus gebaut haben", erinnert sich Rita. Zu dieser Zeit habe sie eine Heimleiterausbildung in Rosenheim absolviert und nebenbei gearbeitet. Weil das Paar an seinem Haus außerdem viel in Eigenregie gemacht hat, blieb kaum Zeit füreinander. "Das war anstrengend, besonders für die Partnerschaft. Wir waren froh, als endlich alles geschafft war."

In den 31 Jahren ihrer Partnerschaft haben Rita und Hans Pietrek gute und schlechte Zeiten erlebt. Warum Rita sich in ihren Hans verliebt hat, weiß sie heute nicht mehr genau. "Es war nur so, dass, je länger wir zusammen waren, umso mehr hatte ich Angst, dass es auseinander gehen könnte und das wollte ich nicht." Die 48-Jährige habe immer gerne Zeit mit Hans verbracht und bis heute haben die beiden die gleichen Interessen. "Wir fahren gerne Fahrrad, musizieren und singen zusammen, gehen gerne essen und teilen die Leidenschaft fürs Tanzen." Und eins liebt Rita besonders an ihrem Gatten: "Ich musste mich niemals für ihn schämen, er kennt seine Grenzen." Auch wenn der Perfektionismus ihres Ehemannes die Altenpflegerin manchmal nervt, weiß sie doch zu schätzen, dass "wenn er etwas macht, hat es Hand und Fuss."

Die Mettenheimer ergänzen sich perfekt. Wo Hans zu genau ist, nimmt Rita es locker. Wo sie zu wild ist, kann er sie beruhigen und wenn er keine Lust zu etwas hat, reißt sie ihn mit. Genau das liebt der 48-Jährige an seiner Ehefrau. "Das Lebendige an ihr ist toll. Sie treibt mich immer an."

Für die Zukunft wünscht sich das Paar gesund zu bleiben und den Job zu behalten. "Sonst ist alles perfekt", da sind sich die Pietreks einig. Und Rita ergänzt: "Ich sage immer, ich spiele auch gar kein Lotto, weil man kann im Leben nicht zweimal einen Hauptgewinn erhalten."

Anette Mrugala

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