Er rechtfertigte Enthauptungen

Mühldorfer Salafist in die Türkei abgeschoben

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München - Bayern hat den 22-jährigen Erhan A., Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat, in die Türkei abgeschoben. Der Salafist saß zuletzt in Abschiebehaft in der JVA Mühldorf.

Bayern hat einen 22-jährigen Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat in die Türkei abgeschoben. Das sagte dessen Anwalt Michael Murat Sertsöz „Focus Online“. Der Allgäuer Salafist Erhan A. hatte in einem Interview mit dem Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ die Enthauptung von Journalisten gerechtfertigt und gesagt, er würde sogar seine Familie umbringen, wenn sie sich gegen den Islamischen Staat stelle.

Der Türke war vor zwei Wochen in Abschiebehaft in der JVA Mühldorf genommen worden, weil er eine erhebliche Gefahr darstelle. Anwalt Sertsöz sagte dem Bericht zufolge, sein Mandant sei weder vorbestraft noch habe er sich irgendwelcher Verbrechen gegen den deutschen Staat schuldig gemacht. Die Abschiebung sei eine rechtswidrige „ungeheuerliche Nacht-und-Nebel-Aktion“.

Die Abschiebung wurde von anderen Seiten stark kritisiert: "Sie verstößt gegen die Resolution des UN-Sicherheitsrats, der die Staaten aufgefordert hat, die Ausreise von IS-Kämpfern in das Kriegsgebiet zu unterbinden. Geradezu grotesk ist sie vor dem Hintergrund, dass Bundesinnenminister de Maizière fast zeitgleich ankündigt, gewaltbereiten Islamisten künftig den Personalausweis zu entziehen, um sie an einer Ausreise (in Richtung Kriegsgebiet) zu hindern", so die Grünen im Bayerischen Landtag.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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