"Rauchverbot ist Rauchverbot!"

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Mühldorf - Weil die Uschi-Bar sich zur Kleinkunstbühne erklärt hat, darf dort derzeit geraucht werden. Einige der übrigen Mühldorfer Wirte fühlen sich dadurch benachteiligt.

"Ich finde es unfair, was die Betreiber der Uschi-Bar machen", meint Hans Mergle, Inhaber des "Klimperkasten". Dass in der Bar geraucht werden darf, sei ein Nachteil für die restlichen Lokale am Stadtplatz. "Ich habe deshalb schon Gäste verloren", klagt Mergle. "Erst am Samstag habe ich jemanden sagen hören, dass er in die Uschi-Bar geht, weil dort jetzt geraucht werden darf."

Erst kürzlich habe der "Klimperkatsen"-Betreiber ein Gespräch zum Thema mit Herbert Gambihler von der Stadt gehabt. "Er sagte mir, es gibt keine Ausnahmen. Daran soll sich auch jeder halten. Rauchverbot ist Rauchverbot!" Mergle will die gleichen Rechte für alle. "Wenn die Obereisenbuchners das dürfen, dann mache ich das auch in meinem Lokal. Es geht ums Prinzip."

Max Rädeke vom "Orange" hat mehr Verständnis für die Uschi-Bar Brüder. "Ich kann die beiden verstehen. Sie hatten massive Umsatzeinbußen durch das Rauchverbot und haben darum nach einer Lösung gesucht. Ein wenig übertrieben ist es aber trotzdem." Rädeke selbst hat in seiner Bar keine Probleme durch das neue Gesetz. "Meine Gäste halten sich an das Verbot und kommen weiterhin hierher."

Im "La Vivre" durfte noch nie geraucht werden. "Ich bin selbst Nichtraucher und finde es einfach gut, wenn kein Rauch im Lokal ist", meint Betreiber Christian Kubitschek. Die Raucher wolle er trotzdem nicht vor den Kopf stoßen, weshalb auf dem Balkon geraucht werden dürfe. "Die Uschi-Bar lockt nunmal eher das Klientel ´Raucher`an. Deshalb ist es völlig legitim, was sie machen, denn jedes Lokal hat andere Zielgruppen und die sollen auch das bekommen, was sie möchten."

Einen "Schmarrn" findet Bernhard Söllner vom "Wasserschlössl" hingegen, dass sich die Uschi-Bar Betreiber nicht an das Gesetz halten und immer neue Wege suchen, um es zu umgehen. "Ich selbst rauche gelegentlich, finde es aber gut, wenn Lokale rauchfrei bleiben. Das habe ich zum Beispiel aktuell auch auf dem Oktoberfest genossen." Das würden auch Söllners Gäste bestätigen. Dass nicht geraucht werden darf, habe ihm in seinem Speiselokal sogar einen Zugewinn an Gästen beschert. "Bei uns kommen die Leute, gerade weil nicht geraucht wird." In anderen Ländern klappe es perfekt mit dem Rauchverbot. "Auch hier sollten sich alle daran halten!"

Das ist auch die Meinung des Mühldorfer Landratsamtes. In einer Pressemitteilung heißt es: "Es ist festzustellen, dass es sich bei der "Uschi-Bar" um eine Gaststätte handelt, in deren Innenräumen das Rauchen nach dem seit 1. August geltenden neuen Gesundheitsschutzgesetz grundsätzlich verboten ist." Und weiter: "Nach Ansicht des Landratsamtes handelt es sich hierbei eindeutig um eine Umgehung des Gesetzes. (...) Gegen den Betreiber wird ein Verfahren eingeleitet."

Eine Souffleuse in der Uschi-Bar.

Bei den Obereisenbuchners selbst ist bisher noch kein Schreiben des Landratsamtes eingetroffen, wie Florian Obereisenbuchner auf Anfrage bestätigt. "Wir werden in der Öffentlichkeit verurteilt, ohne dass wir die Möglcihkeit zu einer Stellungnahme erhalten", meint der Uschi-Bar Betreiber. Gerne würden er und sein Bruder Martin sich verteidigen. "Wir haben penibel Unterlagen gesammelt, die wir vorlegen können." Mittlerweile gebe es auch Beweisfotos, die bestätigen, dass Kleinkunst in der Uschi-Bar betrieben werde. "Wir haben am Wochenende sehr viel künstlerische Arbeit in unserer Bar betrieben." Darum seien sich die Mühldorfer auch keiner Schuld bewusst. "Wir haben nix verbrochen", so Florian Obereisenbuchner, "und ich wüsste auch nicht, wer das Gegenteil beweisen könnte." Ihren Standpunkt werden die Brüder auf jeden Fall verteidigen. "Sobald ein Schreiben des Landratsamtes eingeht, werden wir Stellung nehmen zu den Vorwürfen."

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Uschi-Bar

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