Wildschweine bereiten Jägern Sorgen

Rattenkirchen - Während die Verbissschäden in der Region zurückgegangen sind, bereiten die Wildschweine den Jägern Sorgen.

Auf der gut besuchten Hauptversammlung der Rattenkirchener Jagdgenossen Nord und Süd im Saal des Bürgerhauses in Rattenkirchen wartete Vorstand Jakob Oberloher mit einer erfreulichen Entwicklung auf: die Verbissschäden bei den Bäumen gingen insgesamt zurück.

In seinem Rechenschaftsbericht führte Vorstand Jakob Oberloher aus, dass die in der letzten Hauptversammlung festgelegten Vorgaben fast vollständig erfüllt wurden, und erinnerte an die im Jahre 2012 durchgeführten Maßnahmen. So erhielten die Dorfhelferinnen den beschlossenen Zuschuss, die Altfolienentsorgung durch die BayWa Weidenbach erfolgte kostenfrei und der für Rattenkirchen anfallende Anteil an den Kosten für die Wickelfolien, die in einem eigenen Container entsorgt werden müssen, wurde übernommen.

Der verbliebene Teil der durchgeführten Bodenproben wurde unter Verwendung des Jagdpachtschillings bezahlt. Nur mit der Aufstellung der Schilder "Hunde an die Leine" ist man etwas in Verzug. Jakob Oberloher wies auf die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossen im Bayerischen Bauernverband hin, auf der Forstdirektor Dr. Martin Kennel über Durchführung und Änderungen des Vegetationsgutachtens sprach und Andreas Tyroller über rechtliche Fragen zu Jagdpachtverträgen, Eigenbewirtschaftung und Wildschadensregulierung referierte.

Nachdem im April 2012 eine gezäunte und vier ungezäunte Aufnahmestellen im Jagdbogen Süd auf Verbissschäden hin untersucht worden waren, wurde das Ergebnis im November in einem Verbissgutachten vorgestellt. Dabei sei eine erfreuliche Entwicklung festzustellen, denn bei den Fichten ging der Verbiss um zwei Prozent und bei den Tannen gar um 21 Prozent zurück. Man war sich aber auch einig, dass der Rückgang insgesamt noch zu gering sei.

Der Bericht der Jäger Hermann Bierwirth und Gerhard Hell zeigte auf, dass immer noch ein relativ hoher Anteil von Wildschäden durch Kollisionen mit Autos zu verzeichnen ist. Während dieser Anteil bei den Jagdgossen Nord bei 40 Prozent des Abschusses lag, konnte er bei den Jagdgenossen Süd auf 20 Prozent reduziert werden. Dies wird in erster Linie auf die blauen Reflektoren an der Traumstraße zurückgeführt.

Auch wurde darauf hingewiesen, dass man glücklicherweise noch keine Schäden durch Wildschweine hinnehmen musste, es aber früher oder später aufgrund des rasanten Wachstums der Wildschweinpopulation auch im Bereich der Rattenkirchener Jagdgenossenschaft zu Schäden kommen wird.

Im Ausblick auf das neue Jahr gab es einstimmige Beschlüsse: Die Dorf- und Betriebshelfer erhalten wieder einen Zuschuss, die Kosten für die Wickelfolien werden übernommen und die Schilder "Hunde an die Leine" sollen aufgestellt werden. Außerdem erklärte Vorstand Jakob Oberloher, dass für 2013 ein neuer Abschussplan erstellt werden wird.

Für die Jagdgenossen Nord bleibt die bisherige Abschussquote bestehen, da es beim Wild keine Zunahme gibt. Die Abschussquote für die Jagdgenossen Süd wird um zehn Prozent erhöht werden.

krl/Mühldorfer Anzeiger

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