Pressemeldung Gemeinderat Rattenkirchen

Rattenkirchen putzt sich für die Nachwuchsbürger heraus

Dorfmitte Klettergerüst-Baustelle Rattenkirchne
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Die echte Baustelle entwickelt sich rasant…

Rattenkirchen - In der Augustsitzung des Rattenkirchner Gemeinderats wies Bürgermeister Rainer Greilmeier eigentlich nur am Rande auf die raschen Baufortschritte bei der Gestaltung der Dorfmitte (Projekt R.A.T.T.E.N. – wir berichteten) hin und meinte, dass in der nächsten Woche mit dem großen neuen Klettergerüst zu rechnen sei.

Bereits am nächsten Tag war diese Aussage erfreulicherweise überholt, wie man an den Bildern sehen kann: die Arbeiten am zentralen Spielgerät begannen bereits am auf die Sitzung folgenden Tag. Es zeigt sich, dass hier ein toller Platz für den Nachwuchs in der Gemeinde entsteht, der selbst manch größere Gemeinde neidisch machen dürfte.Die Außenbereichssatzung Ramering sollte im vereinfachten Verfahren geändert werden, um dort ein Bauvorhaben zu ermöglichen.


Die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange wurde erledigt und zum Teil entsprechende Änderungen in die Satzung aufgenommen, die im Anschluss beschlossen werden konnte. Damit konnte auch der Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage und Terrassenüberdachung in Ramering beschlossen werden, das nördlich an den Bestand angrenzen wird. Ebenfalls in Ramering soll ein Einfamilienhaus zu einem Zweifamilienhaus umgebaut werden.

Es ist geplant, das Obergeschoss zu einer zweiten Wohneinheit umzubauen, auch im Erdgeschoss werden dabei Räumlichkeiten umgenutzt, zum Beispiel soll ein Teil der Garage zu einem Schlafzimmer werden. Von außen sichtbar wird der erforderliche zweite Zugang über eine Außentreppe in Stahlkonstruktion auf der Nordseite des Gebäudes sowie der Ersatz des bestehenden Balkons an der Westseite durch ein Holzdeck mit einer Tiefe von 3,45m. Da aus Sicht der Gemeinde dem Bauvorhaben nichts entgegen steht, stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.


Auch der Bebauungsplan „GE Haun-West“ wird geändert. Dabei mussten am Planentwurf noch einmal Anpassungen vorgenommen werden, zum Beispiel werden nun auf entsprechende Wünsche hin größere Wandlängen erlaubt. Auch größere Wandhöhen – bis zu 10m statt 7m auf bis zu 10% der Grundstücksfläche – sollen ermöglicht werden und eine höhere Rohfußbodenoberkante vorgeschrieben werden, damit der Schutz bei Starkregenereignissen gegeben ist. Die entsprechenden Änderungen wurden einstimmig beschlossen.

Ein rechtlich gesehen schwieriges Anliegen ist die Aufstockung des Dachgeschosses eines bestehenden Wohnhauses in Pietsham mit Einbau einer Lehrlingswohnung sowie der Einbau einer Mitarbeiterwohnung in den im Rohbau befindlichen Anbau an das Wohnhaus. Der Anbau im Osten des bestehenden Gebäudes wurde 2019 als Betriebsleiterwohnhaus genehmigt. Dabei wurde dem Baugesetzbuch für den Außenbereich entsprechend festgesetzt, dass hier nur eine Wohnung für den Eigentümer des landwirtschaftlichen Anwesens oder seine Nachkommen entstehen darf.

Daher ist eine Genehmigung der beiden Lehrlings- bzw. Mitarbeiterwohnungen durch das Landratsamt entsprechend unwahrscheinlich. Da aber weder die Aufstockung noch die Umnutzung aus Sicht der Gemeinde ein Problem darstellen, erteilte der Gemeinderat dem Vorhaben in der vorliegenden Fassung das gemeindliche Einvernehmen. Am Wirtsanger in Haun möchte ein Bauherr seine Terrasse überdachen.

Für seinen Plan bräuchte er jedoch gleich vier Befreiungen vom Bebauungsplan: die Baugrenzen werden überschritten, die Dachneigung liegt mit 3° weit unter den zulässigen 28°-35°, statt Satteldach soll ein Pultdach errichtet werden und das Dach nicht mit Dachziegeln sondern mit Falzblech eingedeckt werden. Die Gemeinde hat bereits früher Terrassenüberdachungen im Geltungsbereich dieses Bebauungsplanes genehmigt, so dass auch dieses Vorhaben prinzipiell Erfolgschancen gehabt hätte.

…bis zum Zielzustand, der hier im Modell gezeigt ist.

Jedoch konnte die Befreiung von der Dacheindeckung mit Dachziegeln nicht gewährt werden, da die Gefahr gesehen wurde, dass von dem Falzblech bei Regen zu großer Lärm ausgehen würde. Im Ortsteil Unterkagn werden ein Anbau und die Aufstockung des bestehenden Wintergartens sowie Erweiterung und Überdachung des bestehenden Balkons beantragt. Konkret soll zur Wohnraumerweiterung an den bestehenden Wintergarten südöstlich der Doppelhaushälfte im Erdgeschoss angebaut werden und zusätzlich in Ober- und Dachgeschoss aufgestockt werden. Dabei entstehen Wohn-, Schlaf- und Badezimmer sowie vier Galerien im Dachgeschoss.

Mit einer Wandhöhe von 5,65m und einer Dachneigung von 23° passt sich das Vorhaben der umliegenden Bebauung an. Als problematisch könnten sich hier die Carports erweisen, die auf einem separaten Flurstück gebaut werden sollen. Hier schreibt der Gemeinderat in seinem Beschluss vor, dieseStellplätze „dinglich zu sichern“, also eine entsprechende Eintragung im Grundbuch vornehmen zu lassen, damit nicht bei einem eventuellen Eigentümerwechsel Schwierigkeiten auftreten. Die Gemeinderäte stimmten dem Antrag zu.

Neu- bzw. Erweiterungsbau der Kindertageseinrichtung St. Anna

Einige Gemeinderäte waren sichtlich schockiert, dass sich der Neubau von Kindergarten und -krippe wohl erheblich verzögern wird. Ohne Verschulden der Gemeinde war im letzten Vergabeausschuss im März das Projekt nicht behandelt worden, so dass man nun auf den nächsten Termin im November hoffen muss.

Damit wieder alle Unterlagen rechtzeitig vorliegen, wurde erneut die Billigung der Baukosten in Höhe von knapp zwei Millionen Euro beschlossen, von denen die Gemeinde nach Abzug der Zuschüsse und des Anteils der Kirche noch gut 500.000 Euro aufbringen muss.

Bürgermeister Greilmeier äußerte sich auch zum Terminplan: frühestens in einem Jahr sei nun mit dem Baubeginn zu rechnen und frühestens in zwei Jahren könnte das Gebäude bezugsfertig sein. Positive Neuigkeiten gab es immerhin zum Thema Bodenaustausch: ein erstes Gutachten hatte hier ergeben, dass auf dem gesamten vorgesehenen Grundstück ein Bodenaustausch bis in etwa ein Meter Tiefe vorgenommen werden müsse.

Ein zweites Gutachten reduzierte die Notwendigkeit nun auf den bebauten Bereich, somit könnten sich die Kosten hierfür womöglich halbieren – etwa 200.000 Euro könnte das insgesamt einsparen. Dennoch kommen diese Kosten zur oben genannten Summe von zwei Millionen Euro noch hinzu.

Zuwendungsantrag

Der Sozialpsychiatrische Dienst der Diakonie in Südostbayern hatte die Gemeinde Rattenkirchen um einen Zuschuss für das Jahr 2021 gebeten. Rattenkirchen unterstützt viele Vereine und Institutionen und gewährt bereits regelmäßig Zuwendungen an Organisationen, die in ähnlichen Bereichen aktiv sind. Leider können nicht alle Anfragen berücksichtigt werden, daher beschloss der Gemeinderat den gewünschten Zuschuss nicht zu gewähren.

Sonstiges

Am Ende der Gemeinderatssitzung gab Bürgermeister Rainer Greilmeier bekannt, dass der Auftrag für einen Baggerlader für den Bauhof der Gemeinde an die Firma LTZ aus Ampfing vergeben wurde.

Die nächste Gemeinderatssitzung soll vom 16. September auf den 30. September verschoben werden, damit nach Beachtung der entsprechenden Auslegungszeiten der Bebauungsplan GE Haun noch im September behandelt werden kann. Eine besondere Herausforderung wird die diesjährige Bürgerversammlung, die für Mittwoch den 7. Oktober geplant ist. Aufgrund der Corona-Situation muss ein Abstand von 1,5m zwischen den Anwesenden eingehalten werden, was im üblicherweise gut gefüllten Bürgerhaus nicht gegeben wäre.

Daher schlägt der Bürgermeister eine Aufteilung vor: die besten Schüler sollen bereits am Vortag geehrt werden und die eigentliche Versammlung an zwei Terminen (Mittwoch und Donnerstag) abgehalten werden. Zur Frage der Aufteilung gab es verschiedene Ideen, zum Beispiel Aufteilung nach Gemeindeteilen oder die Möglichkeit der Anmeldung. Insgesamt präferiert der Gemeinderat aktuell die Anmeldung für einen der Termine zum Beispiel telefonisch oder online bei der Gemeinde. Nähere Informationen dazu werden die Bürger rechtzeitig erhalten.

Pressemitteilung des Rattenkirchener Gemeinderats

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