"Können sich alle auf den Kopf stellen"

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Setzen sich ein, dass der Funkmast - trotz verstrichener Fristen - noch einen neuen Standort findet: die Mitglieder der Interessengemeinschaft. 30 Meter hoch soll das Bauwerk an dieser Stelle (Flurnummer 46) werden. Zum Vergleich: Die Bäume im Hintergrund sind knapp 15 Meter hoch.

Rattenkirchen - Die Vorwürfe, die die Funkturm-Interessengemeinschaft erhebt, will Rattenkirchens Bürgermeister Rupert Aigner nicht auf sich sitzen lassen.

Auch er sei kein "Mobilfunk-Freak", einen Alternativstandort könne er aber weit und breit nicht entdecken. Pikant: Schon heute geht es im Rat um einen weiteren Mast.

Dass der Bürgermeister sich nicht um einen Alternativ-Standort bemüht habe, das wirft die IG ihm vor. Den brauche es aber überhaupt nicht, sagt Aigner: "Wir halten doch alle Richtlinien ein". Außerdem: "Ich kann den Mast schon versetzen. Auf ein Feld beispielsweise. Aber welcher Landwirt stellt seinen Grund zur Verfügung - und baut dann auch noch eine Zufahrt?" Aigners Meinung nach laufe das Verfahren jetzt weiter: "Der Antrag liegt im Landratsamt und wird durchgehen. Da können sich alle auf den Kopf stellen."

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Auch den Vorwurf, er habe, trotz eines Versprechens, nicht noch einmal beim Mast-Betreiber nach einer Versetzung des Bauprojekts gefragt, will Aigner nicht stehen lassen: "Ich habe mit einem Mitarbeiter telefonisch und per Mail Kontakt gehabt." Dies sei belegbar. Eine andere Lösung habe sich nicht finden lassen. Warum er die Angelegenheit erst recht spät öffentlich gemacht habe? "Damit ich mir das jetzige Theater erspare", sagt Aigner. Er befürchtete eine lange Diskussion, die schlussendlich zu nichts führt. Denn: "Wenn die Deutsche Funkturm AG an uns herantritt, haben wir keine Wahl", sagt Aigner. Ein Standort musste her. Der jetzige sei durchaus geeignet - "und rechtlich abgesichert".

Schon heute im Gemeinderat ist eine Funkantenne wieder Thema. Auf der Tagesordnung steht eine Voranfrage für den Bau eines Behördenfunk-Mastens (BOS) im Ortsteil Bürg, direkt an der B12. "Wir werden uns dagegen mit Händen und Füßen sträuben", sagt Aigner. Denn: Der Mast dient in erster Linie der Versorgung der Gemeinde Reichertsheim. Die hat den Bau erfolgreich abgeschmettert. In Rattenkirchen könnte das schwierig werden: "Geplant wird auf Staatsgrund. Und da ist es für uns schwierig gegen vorzugehen."

An diesem Beispiel sehe man, wie schwierig es werde, wenn sich jeder gegen die Masten wehrt: "Wenn alle nach dem Nur-nicht-bei-mir-Prinzip handeln, steht man am Ende dumm da. So wie wir jetzt." Denn am BOS-Mast komme man kaum vorbei.

Trotz dem Ärger mit der Initiative: Hinter der Mobilfunkmast-Entscheidung stehe er weiterhin voll und ganz. Außerdem: "Auch E-Plus hat einen Mast bei uns. Und gegen diesen Bau hatte ja damals auch niemand was."

bst/Mühldorfer Anzeiger

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