Bahnausbau: Ramsauer steht dazu

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Symbol des Bahndesasters: Die alte Innbrücke bei Ehring steht noch, die Widerlager der neuen entstehen. Wenn die Brücke fertig ist, passen zwei Gleise darauf. Gebaut wird aber nur eins, weil die zweigleisige Ausbau zwischen Mühldorf und Tüßling nicht finanziert ist.

Mühldorf - Die chemische Industrie droht mit der Verlegung von Investitionen nach Ostdeutschland, Verkehrsminister Ramsauer hält dem die bekannten Fakten entgegen: Der zweigleisige Ausbau soll kommen, finanziert ist noch nichts.

Verkehrsminister Peter Ramsauer hat in einer Presseerklärung die Bereitschaft zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Mühldorf und Tüßling erneuert. "Sobald das Baurecht für den gesamten zweigleisigen Abschnitt vorliegt, wird der Bund seinen erforderlichen Anteil von 105 Millionen Euro im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel finanzieren." Das wird nach Ansicht Ramsauers nicht vor 2013 sein, weil nach den Planungen der Bahn erst dann Baurecht herrscht. "Davor kann keine Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen werden."

Ramsauers Aussage geht nicht über das bisher gesagte hinaus. Schon in den vergangenen Monaten hatte er die Notwendigkeit des Ausbaus betont und erklärt, der Bund werde Geld zur Verfügung stellen. Diese Zusage ist allerdings stets mit dem einschränkenden Hinweis auf die "verfügbaren Haushaltsmittel" verknüpft.

Die Mitteilung Ramsauers folgt auf eine Ankündigung der chemischen Industrie in Burghausen, Investitionen künftig im Osten Deutschlands tätigen zu wollen, sollte der Verkehrsanschluss nicht verbessert werden. Vertreter der Wacker Chemie wiesen darauf hin, dass sich das Güteraufkommen bis 2015 verdoppeln werde. Die Industrie habe drei Milliarden Euro in den Standort investiert, Staats- und Bundesregierung ihre Zusagen zum Ausbau von Autobahn und Bahn zeitlich jedoch nicht eingehalten. Als Konsequenz kündigten die Wackermanager an, Investitionen für Erweiterungen der Produktion derzeit nicht in Burghausen sondern am Standort Nünchritz in Sachsen zu planen.

In seiner Pressemitteilung weist Ramsauer auch auf eine Verkürzung der Fahrzeit Richtung München durch den zweigleisigen Ausbau zwischen Mühldorf und Ampfing hin. Die entsteht laut Ramsauer dadurch, dass "Kreuzungssituationen durch Zugbegegnungen auf eingleisigen Strecken" entfallen. Dadurch seien "Reisezeitverkürzungen" möglich, die "einzelfallabhängig" seien: "Von daher kann keine generelle Aussage über die Höhe getroffen werden", schreibt der Minister auf Nachfrage.

Aus Bahnkreisen heißt es dagegen, dass eine Verkürzung der Fahrzeit Richtung München nicht messbar sei und sich im Fahrplan nicht niedergeschlagen habe. Die ehemalige Verkehrsstaatssekretärin Karin Roth hat die Fahrzeitverkürzung zwischen Mühldorf und München auf gut 30 Sekunden beziffert, weil Züge auf dem neuen Gleis zwischen Ampfing 160 fahren können; auf dem alten Gleis können Züge allerdings nach wie vor nur Tempo 140 fahren.

Lediglich Wartezeiten und damit Verspätungen können sich verkürzen, wenn in Mühldorf ausfahrende Züge nicht mehr auf den entgegenkommenden Zug aus Ampfing warten müssen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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