Auf dem Radl daheim

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Wallfahrt-Radltour nach Tschenstochau in Polen...

Mühldorf - Viele Mühldorfer werden Sepp Stangl noch als Radl-Briefträger her kennen. Heute fährt er zum Vergnügen mal eben 850 Kilometer in sieben Tagen.

In 24 Ländern war er schon unterwegs mit seinem Radl, strampelte in Marokko durch die Wüste, drei Wochen durch Kanada, die USA, erkundete Nepal und Tibet - oder radelte vom heimischen Mühldorf in sieben Wochen nach Israel. "Das waren über 6000 Kilometer, eine schöne Tour", sagt Josef Stangl.

Der 67-Jährige ist oft mit seinen Mühldorfer "Outdoor-Freunden" unterwegs, radelt aber auch gerne alleine große Strecken. "Im Jahr komme ich so auf 3000 Kilometer - mindestens."

... in Marokko war es wärmer und anstrengender.

Die jüngste große Tour führte ihn nach Tschenstochau in Polen. "Das war eine Wallfahrt und sportliche Herausforderung zugleich." Zusammen mit vier Freunden aus dem Nachbar-Landkreis ging die von Hans Steck organisierte Tour nach Tschenstochau, einer Partnerstadt Altöttings, die auch eine "Schwarze Madonna" hat und ein großer Wallfahrtsort im Südosten Polens ist.

Über 850 Kilometer legten die Männer, alle so um die 70 Jahre jung, in sieben Tagen zurück. "Das war teilweise schon recht strapaziös", lacht Stangl und berichtet über die Tour von Altötting aus über Passau bis Schlögen, vom schönen Donauradweg, der landschaftlich herrlichen Strecke über Ybbs nach Kromeriz und von Raciborz bis Tschenstochau.

"Manchmal wäre man gerne länger wo geblieben, hätte sich näher umschauen mögen, weil es einfach so schön war." Übernachtet wurde in einfachen Pensionen und gestartet immer ganz früh. "So um sieben Uhr saßen wir meist schon im Sattel, damit wir die Tagesetappen von durchschnittlich 150 Kilometern auch schafften."

Die Radlfreunde strampelten bergauf und bergab durch Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen, in der Ferne grüßten die äußeren Karpaten - und das Hinterteil hatte kurz vorm Ziel "die Signalfarbe Rot" angenommen. "Aber in Tschenstochau konnten wir uns erholen."

Die feierliche Begrüßung durch Bürgermeister und Sportlerfreunde, Besichtigungstouren und natürlich der Besuch von Jasna Gora und dem Marienheiligtum standen auf dem Programm. "Sehr beeindruckend", sagt Sepp Stangl.

Als nächste große Tour interessiert sich der Mühldorfer für Rumänien. "Auch die USA-Westküste und Südamerika reizen mich sehr."

Für seine Fitness tut der Radl-Rentner "eigentlich nicht viel", wie er sagt. Gesunde Ernährung, wenig Fleisch und Süßes, viel Obst und Gemüse, im Sommer Kajak fahren auf Inn und vielen anderen Flüssen, am liebsten mit der ganzen Familie, im Winter Skilanglauf - und überhaupt viel Bewegung an der frischen Luft, sind ihm selbstverständlich. Dazu fotografiert er gern, Leser des Anzeigers sahen seine Bilder schon häufiger in der Rubrik "Leserfoto".

In jungen Jahren war Stangl bayerischer Meister im 20-Kilometer-Gehen. "Damals habe ich natürlich viel trainiert." Auch heute noch joggt er und radelt oft, auch mal zum Einkaufen.

Apropo Radl: Stangls Mountainbike ist schon über 20 Jahre alt, hat einen schweren Eisenrahmen und wurde schon mehrfach von ihm eigenhändig lackiert. "Mein altes Radl hat 24 Gänge und ist super, auch für lange Strecken bestens geeignet, warum soll ich mir ein neues kaufen?" Der moderne Schnick-Schnack am Radl sei nicht wichtig, "sondern sogar oft sehr anfällig", sagt Stangl und wird auch bei der nächsten Tour sein altes Radl satteln.

eig/Mühldorfer Anzeiger

Zurück zur Übersicht: Region Mühldorf

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser