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16-Jähriger starb bei Zusammenstoß an Ampelübergang

Prozess am Amtsgericht Mühldorf zu tödlichem Unfall: Illegales Autorennen schuld?

Links: Auf Höhe der Kfz-Zulassungsstelle des Landratsamtes Mühldorf kam der VW Golf zum Stehen. Für einen 16-jährigen Fußgänger kam jede Hilfe zu spät. Rechts: Viele Grablichter mit persönlichen Botschaften und Blumengebinde wurden in den Tagen danach am Unfallort abgelegt.
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Links: Auf Höhe der Kfz-Zulassungsstelle des Landratsamtes Mühldorf kam der VW Golf zum Stehen. Für einen 16-jährigen Fußgänger kam jede Hilfe zu spät. Rechts: Viele Grablichter mit persönlichen Botschaften und Blumengebinde wurden in den Tagen danach am Unfallort abgelegt.

Anfang Februar starb ein 16-Jähriger bei einem Unfall in Mühldorf am Inn, nachdem er von einem Auto erfasst worden war. Die Staatsanwaltschaft wirft zwei jungen Männern vor, bei einem illegalen Autorennen den Zusammenstoß verursacht zu haben. innsalzach24.de berichtet im Nachgang vom Prozess am Amtsgericht Mühldorf am Inn.

Mühldorf am Inn - Die Anklage gegen zwei junge Männer lautet auf Führen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens und fahrlässiger Gefährdung von Leib und Leben. Doch viele Detailfragen werden ab Freitag geklärt werden müssen, bevor es zu einem Urteil kommt. Etwa, für wen die Ampel auf rot stand, welche der Jugendliche überqueren wollte und wie er sich verhalten hat, wie schnell die Autos unterwegs waren und schließlich, ob die zwei damals 21-jährigen Autofahrer, wie von der Anklage behauptet, Schuld trifft.

Prozess am Amtsgericht Mühldorf: Unfalltoter durch Autorennen? - Was geschah am 5. Februar

Was war geschehen? Am 5. Februar dieses Jahres, gegen 19.35 Uhr ereignete sich auf der Nordtangente, auf Höhe des Innkanalstegs in Mühldorf am Inn ein tödlicher Verkehrsunfall. Laut Polizeibericht wurde ein 16-jähriger Mühldorfer beim Überqueren der Nordtangente an einem ampelgeregelten Fußgängerüberweg von der Innkanalseite her zur Europastraße vom Fahrzeug eines 21-Jährigen erfasst, der die Nordtangente in östlicher Richtung befahren hatte. Der 16-Jährige erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen, der Fahrzeuglenker blieb unverletzt. 

Eine Woche später dann gab die Polizei bekannt, Zeugenaussagen und Ermittlungen am Unfallort hätten zu dem Verdacht geführt, dass sich zwei 21-Jährige aus dem Landkreis Mühldorf ein illegales Autorennen auf der Nordtangente in Mühldorf geliefert hatten. Der Fahrer des zweiten beteiligten Autos sei zum Unfallzeitpunkt nicht mehr an der Unfallstelle gewesen, erst im Rahmen der Ermittlungen sei die Polizei auf ihn aufmerksam geworden. In der Folge durchsuchten Polizeibeamte auf richterliche Anordnung mehrere Wohnungen. Dabei stellten sie digitale Speichermedien und ein Auto sicher. Auch die Führerscheine der beiden Männer wurden eingezogen. Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, betonte, die weiteren Ermittlungen könnten nun mehrere Monate in Anspruch nehmen, wie dies in solchen Fällen üblich sei.

Umfangreiche Ermittlungen seit Unfall an der Nordtangente

Zwei Gutachten, ein rechtsmedizinisches und ein unfallanalytisches seien es, auf welche die Ermittler angewiesen seien. Dies teilte wiederum Mitte Juni ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein mit. Teil davon waren auch Testfahrten mit den beteiligten Fahrzeugen auf dem Mößlinger Flugplatz. Dabei wurde der Unfallwagen, ein VW Golf, auf der Start- und Landebahn zu Testzwecken stark beschleunigt. Denn eine entscheidende Frage ist, ob es sich um sehr schnelle und gegebenenfalls manipulierte Fahrzeuge handelte.

Wie die Polizei auf Nachfrage bestätigte, sei der Wagen des Unfallfahrers ein VW Golf. Eine Plakette am Kühlergrill des Fahrzeuges deute darauf hin, dass es sich um ein sogenanntes R-Modell handelt, das laut Hersteller bis zu 320 PS hat und bis zu 250 km/h schnell ist. Äußerlich davon nicht zu unterscheiden sei das Modell R-Line, das deutlich schwächer sei und mit 130 bis 150 PS daherkomme. Polizeisprecher Sonntag sagte dazu: „Eine Plakette alleine reicht nicht, um die Motorleistung eines Autos richtig einzuordnen. Das soll ebenfalls das Gutachten klären.“ Bei dem zweiten Auto, dass an dem Rennen beteiligt gewesen sein soll, handelt es sich laut Sonntag um einen Seat Leon. 

Prozessauftakt ist Freitag, 18. Dezember um 9 Uhr am Amtsgericht Mühldorf am Inn. Als weitere Prozesstage sind Dienstag, 28. Dezember und Dienstag, 11. Januar angesetzt. innsalzach24.de berichtet im Nachgang vom Verlauf des Prozesses.

hs

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