Prognose: Fachkräftemangel bei Handwerkern

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Beim Botschafterempfang in Erharting wurde den heimischen Wirtschaftsvertretern der neue Geschäftsführer der IHK-Geschäftstelle Mühldorf Thomas Stadler vorgestellt. Von links: Georg Huber, Thomas Stadler, Ingrid Obermeier-Osl und Dr. Robert Obermeier.

Erharting - Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK) sehen einen empfindlichen Fachkräftemangel auf die Region zukommen. Das geht aus ihren Prognosen hervor.

Beide Organisationen legten beim Botschafter-Empfang des Landkreises gleichlautende Prognosen vor. Sie bestätigten ebenfalls, dass der Aufschwung nachhaltig anhält.

Der zu erwartende Fachkräftemangel in der Region war das zentrale Thema des Botschafterempfangs des Landkreises im Gasthaus Pauli-Wirt in Erharting. Rund 50 Vertreter der heimischen Wirtschaft waren zu diesem informativen Treffen gekommen.

Landrat Georg Huber und die Pressestelle des Landratsamtes präsentierten den neuen Imagefilm des Landkreises, der die Bereiche Wirtschaft, Verkehr, Bildung, Soziales, Kultur, Tourismus und die Lebensqualität zum Inhalt hat.

Huber betont vor den Wirtschaftsvertretern, dass der Landkreis der Partner der heimischen Wirtschaft sei. Sein Ziel ist ein Netzwerk aufzubauen, das Wirtschaft und Verwaltung zum beiderseitigen Nutzen führen soll. "Wir wollen in unserer Regional- und Wirtschaftsförderung eng mit den Betrieben und ihren Führungskräften zusammenarbeiten. Dazu arbeiten wir an transparenten Strukturen im Amt", betonte der Landrat.

Dr. Robert Obermeier von der IHK München berichtete, dass die Konjunkturumfrage der IHK, die im Jahre 1992 erstmals eingeführt wurde, noch nie so gute Daten hatte, wie in diesem Jahr. Er sieht im Landkreis eine robuste Konjunktur, die anhalten werde.

Bei einer weiteren Umfrage unter den IHK-Mitgliedern haben 91 Prozent der Firmen mitgeteilt, dass Fachkräfte fehlen würden. Obermeier geht aufgrund der IHK-Daten davon aus, dass im Jahr 2014 in Bayern 420.000 Fachkräfte fehlen werden. Für das Jahr 2022 wird ein Fachkräftemangel von rund 620 000 prognostiziert. In der Region Südostoberbayern, so Obermeier, werden im Jahr 2014 24.000 und im Jahr 2022 35.000 Fachkräfte fehlen. Mit einem eigenen Fachkräftemonotoring will die IHK ihr Serviceangebot in diesem Bereich ausweiten. "Wir werden auch Bildungsberater für die Betriebe einsetzen", sagte Obermeier.

Für das Handwerk bestätigte HWK-Abteilungsleiter Hartmut Drexel, dass auch im Handwerk ein massiver Fachkräftemangel auf die Betriebe zukommen werde. Derzeit beschäftigen die 2100 Betriebe im Landkreis Mühldorf rund 8000 Mitarbeiter. "80 Prozent der Handwerksbetriebe würden neue Mitarbeiter einstellen, um die Aufträge abarbeiten zu können", betonte Drexel. In Oberbayern fehlen zurzeit 12.400 Mitarbeiter in den Handwerksbetrieben. "Dadurch können 1,3 Milliarden Euro an Auftragsvolumen nicht bearbeitet werden", stellte der HWK-Abteilungsleiter heraus.

Bei einer HWK-Umfrage gaben 23 Prozent der Betriebe an, vor einem Fachkräftemangel zu stehen, 37 Prozent teilten mit, dass es noch einigermaßen gehe, der Fachkräftemangel aber komme und 40 Prozent sagen, es gehe noch um.

Auch die HWK will verstärkt neue Mitarbeiter ausbilden und werben. Dazu gehören auch Frauen und inländische Migranten. Für allem im Bereich der jungen türkischen Mitbürger will die HWK ansetzen.

Im Rahmen des Botschafterempfangs stellte TRW-Qualitätsmanager Tim Jericke die Firma TRW Airbag Systems GmbH aus Aschau vor, die den Ludwig-Erhard-Preis gewonnen hat. Fachbereichsleiterin Sonja Schußmüller vom Mühldorfer Landratsamt stellte den heimischen Wirtschaftsvertretern die neue Organisation des Landratsamtes vor und berichtete über die neuen Projekte in der Kreis- und Regionalentwicklung sowie über "Lernen vor Ort".

sb/Mühldorfer Anzeiger

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