Mit Problemen am Inn vertraut

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Gefahr: Der Verbund will die Sicherheit am Kanal und am Inn erhöhen. Eine komplette Einzäunung, wie von manchen Anwohnern gefordert, wird es aber auch mit dem Verbund nicht geben. Stattdessen sollen besonders gefährliche Stellen gesichert und die Rettungsbojen im Innkanal verbessert werden.

Mühldorf - Der Verbund neuer Besitzer der Innkraftwerke will sich um den Ausbau der Stromerzeugung und den Erhalt des Flusses kümmern. Das hat Geschäftsführer Dr. Karl Heinz Gruber bei einem Besuch in Mühldorf versprochen.

Der neue Geschäftsführer der "Verbund Innkraftwerke GmbH" betonte bei einem Besuch in Mühldorf, dass sein Unternehmen den langfristigen Erhalt der 13 Kraftwerksanlagen an Inn und Innkanal mit 312 Megawatt Leistung als Grundlage der Arbeit sehe, genau wie die Verpflichtungen zur Renaturierung und dem Hochwasserschutz. 130 Millionen will der Verbund bis 2016 investieren, um die Anlagen zu erhalten und auszubauen und die Dämme des Inns an ein 1000-jähriges Hochwasser anzupassen. Dazu kommen Maßnahmen, um dem Fluss einen natürlicheren Lauf zu ermöglichen.

Mit diesen Investitionen hat der Verbund laut Gruber unmittelbar nach der Übernahme der Anlagen von Eon im vergangenen Sommer begonnen. 15 Millionen Euro flossen allein in die Restarbeiten am neuen Triebwerk Wasserburg, die Stauwehre an den Kraftwerken in Jettenbach, Gars und Stammham wurden saniert. Derzeit läuft eine turnusmäßige Revision im größten Kraftwerk in Töging und die Sanierung eines Druckrohrs. Kosten: zusammen 200.000 Euro.

Kostspieliger wird die Investition in den Bau einer neuen Fünf-Meagwatt-Turbine in Gars ab Sommer. Sobald die Verhandlungen mit dem Freistaat über eine Verlängerung der Konzession abgeschlossen sind, soll der 20 Millionen Euro teure Bau einer zusätzlichen Turbine beginnen; ab 2013 könnte das Aggregat zusätzlichen Strom liefern. "Das ist ein klares Signal, dass wir in der Region bleiben wollen." Über solche Nachrüstungen hinaus sei eine wesentliche Leistungssteigerung durch neue Anlagen nicht denkbar. "Die Innkraftwerke sind gut ausgelastet, mehr als Effizienzsteigerungen sind nicht möglich."

Es ist Gruber wichtig zu betonen, dass sein Unternehmen langfristig plane und dank seiner Erfahrung genau wisse, welche Belange zwischen Rosenheim und Stammham zu beachten seien. "Wir sind schon sehr lange am Inn tätig und uns der Probleme bewusst. Wir wissen damit umzugehen." Damit will Gruber Bedenken zerstreuen, dass mit dem Verbund ein Unternehmen die Innkraftwerke übernommen habe, das die örtlichen Gegebenheiten von Natur- und vor allem Hochwasserschutz nicht ernst genug nehme. Gruber spricht dagegen von "vorbeugender Instandhaltungsstrategie" und der "Notwendigkeit, Maßnahmen zu setzen, die über das vom Umweltministerium geforderte hinaus gehen".

Innwerkechef Gruber.

In Sachen Beteiligung bleibt Gruber hart. "Wir haben die 30-prozentige Beteiligung für bayerische Kommunen und Landkreis angeboten, um unsere Chancen im Bieterwettbewerb zu steigern", gibt er zu. Dieses Angebot nahmen trotz mehrfacher Fristverlängerung allerdings nur wenige an, so dass der Anteil von Gemeinden und kommunalen Firmen wie Stadtwerken lediglich 3,5 Prozent beträgt. Diese sollen eine Ausschüttung für ihre Anteile erhalten, mehr nicht. Den Bezug von Strom zum Erzeugerpreis, wie unter anderem von den Stadtwerken Mühldorf gefordert, wird es nicht geben.

Laut Gruber haben inzwischen andere Energieversorgern und Pensionsfonds Interesse an einer Beteiligung gezeigt; nötig habe sie sein Unternehmen nicht, es könne die Kaufsumme alleine stemmen. Nach unbestätigten Meldungen hat der Verbund 1,4 Milliarden Euro an Eon bezahlt.

Der Verbund beschäftigt in den Innkraftwerken 205 Mitarbeiter, den größten Teil in Töging. Dazu gehören 20 Lehrlinge, die einen Doppelausbildung zum Kraftwerker absolvieren können: die Lehre als Maschinenschlosser und Elektrotechniker. Diese Ausbildung hat der Verbund aus Österreich mitgebracht und auf deutsches Recht umgestellt. Lehrlinge, die noch zu Eon-Zeiten mit der Ausbildung begonnen haben, können den fehlenden Zweig nachholen.

Bei der bevorstehenden Bildungsmesse am 20. und 21. Mai in Töging will der Verbund diesen Ausbildungsgang vorstellen.

hon/Mühldorfer Anzeiger

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