Einfach ans Auto lehnen

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Mühldorf - 14 Schüler aus aller Welt waren im Mühldorfer Ruperti-Gymnasium zu Gast. Das Auswärtige Amt hat die sogenannten Prämienschüler ausgewählt und finanziert ihre vierwöchige Reise.

Sie kommen aus Mexico, Ägypten, China, Spanien, Norwegen und Estland und wohnen in Gastfamilien. Nach fünf Tagen in Bonn sind die Schüler noch bis Montag in Mühldorf. Sie erhalten Unterricht in Deutsch, Geschichte und Religion oder gehen in die Klassen ihrer Gastgeschwister.

Ausflüge führten nach München in die Pinakothek der Moderne, am Chiemsee besuchten sie die Landesaustellung über König Ludwig II. Das anschließende Bad im Chiemsee zeigte die unterschiedliche Mentalität der Gäste: Norwegische Schüler beurteilten das Wasser als angenehm, spanischen Prämienschülern war es zu kühl. Um auch sportlich aktiv zu sein, wandern die Schüler auf die Steinlingalm an der Kampenwand.

Vor mehr als 20 Jahren hat Laskos die Schule zum Prämienschülerprogramm angemeldet. Damals war das Ruperti-Gymnasium eines der ersten, das daran teilnahm. Heuer wurde 450 Schüler aus 90 Ländern nach Deutschland eingeladen, die wegen ihrer herausragenden Leistungen ausgewählt wurden.

Die Prämienschüler im Portrait:

Guro Ringstad, Ashild Guttormsen und André Puntervold Pereira aus Norwegen: Eigentlich vermissen die drei Norweger ihre Heimat nicht. Nur Ashild sehnt sich nach Ziegenkäse, den sie in Norwegen sehr gerne isst. André findet es lustig, dass sich ein Vorurteil bestätigt hat: Bayern trinken viel Bier. Ihm gefällt es, dass sich die Deutschen mit ihrer Geschichte auseinandersetzten und sie auch in der Schule eine wichtige Rolle spielt. Auch Brezen, Weißwürste und Bier haben die drei Jugendlichen schon probiert. „Schmeckt ganz okay“, finden sie. Als sie am Chiemsee waren, gefiel ihnen die Herreninsel und dass der Chiemsee eine angenehme Badetemperatur hatte.

Yomna Sedeek, Hana Ghoneim und Sally Ramadan aus Ägypten: „Deutschland ist sehr ruhig!“, so beschreiben Yomna, Hana und Sally Deutschland. Vor allem nachdem die Geschäfte geschlossen haben, wird es auf den Straßen leise. Die drei Ägypterinnen lernen Deutsch schon seit dem Kindergarten. Daneben sprechen sie Englisch, Französisch und ein bisschen Spanisch. An Deutschland mögen sie besonders die Landschaft. Sie genießen es, einkaufen zu gehen, weil Shoppen in Deutschland preiswerter ist als in Ägypten. Schön seien die Freizeitparks und die Pünktlichkeit der Deutschen, bemerken die drei.

Cordelia Mena und José Roque Alvarez aus Mexiko: Die beiden 16-jährigen Mexikaner lernen schon seit dem Kindergarten Deutsch. Meistens macht es ihnen auch Spaß, nur die deutsche Grammatik ist schwierig. „Aber bei guten Lehrern macht das meiste Spaß!“, finden sie. Ihnen gefällt es, dass alle Deutschen freundlich sind. „Wenn man auf der Straße ein Problem hat, helfen alle sehr freundlich!“ Bedauerlicherweise seien die Deutschen aber streng. „Es gibt für alles eine Regel“, bemerken sie. Natürlich haben sie schon Weißwürste und Brezen probiert, José ist aber von den Mühldorfer Dönern ein wenig mehr begeistert.

Prämienschüler Mühldorf

Margot Maksing und Bogdana Androsjuk aus Estland: Wenn die beiden Estländerinnen an ihre Heimat denken, vermissen sie eine bestimmte Brotsorte. „Es ist ganz dunkel und schmeckt viel besser als das Brot hier!“, schwärmen sie. Besser als das deutsche Brot gefällt ihnen das Verhältnis von Lehrern und Schülern. Bei ihnen zu Hause stehe der Lehrer erhöht, anders als in Deutschland seien estnische Schüler nicht so aktiv und müssten nicht so stark mitarbeiten. Da ihre Heimat sehr flach ist, finden die beiden die Alpen schön. Sie mögen auch, dass es in der Umgebung ein paar Hügel gibt.

Begona Gómez González und Borja Arias Del Peso aus Spanien: Die beiden lernen schon seit fünf Jahren Deutsch und kennen bereits die Fallen der Grammatik: Substantive zu deklinieren, fällt ihnen schwer, genau wie die Zuordnung der Artikel. „In Deutschland heißt es die Sonne, bei uns sagt man der Sonne.“ Aus ihrer Heimat vermissen sie zwar das spanische Omelett, in Deutschland schmeckt ihnen Gulaschsuppe und Leberkäse. „Deutschland ist sehr streng!“, finden sie: „Wenn man in Spanien müde ist und auf einen Bus wartet, lehnt man sich einfach ans nächste Auto! Als wir das hier machen wollten, war die Reaktion nicht positiv.“

Xinrui Yang und Lingjie Cui aus China: Da in China die meisten Gebäude sehr modern sind, mögen die beiden Chinesinnen Xinrui Yang und Lingjie Cui die Mühldorfer Altstadt. Die historischen Gebäude haben es den Mädchen angetan. Obwohl sie ihre Heimat vermissen, wollen beide ein Jahr in Deutschland studieren. „Davor müssen wir uns natürlich über die Möglichkeiten informieren, aber ein Jahr in Deutschland planen wir fest ein!“ Den 16- und 17-jährigen Mädchen gefällt es, dass die Jugendlichen in Deutschland mehr Freizeit haben. Im Gegensatz dazu, müssen die beiden bis zum Abend in die Schule gehen und treffen deshalb nur selten ihre Freunde.

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