Weiter Bangen um die Jobs im Nestlé-Labor in Weiding

"Mit Lebensmitteln spekuliert man nicht!": Die NGG kämpft weiter

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"Mit Lebensmitteln spekuliert man nicht!": Die NGG kämpft weiter um den Erhalt des Nestlé-Labors in Weiding (Gemeinde Polling).
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Weiding/Polling –"Menschen vor Marge!" Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten für die 80 Beschäftigten im Nestlé Labor im Werk Weiding.  Wie aktuelle Wirtschaftsnachrichten zeigen, wird das alles andere als leicht.

Menschen vor Marge“, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Das dürfte im Fall der 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Nestlé-Labor im Werk Weiding schwierig werden. Der Grund: Obwohl hochgradig effektiv und in den schwarzen Zahlen, reicht die qualifizierte Arbeit in diesem Labor der Profitgier des Konzerns offenbar nicht.

18,5 Prozent Umsatzrendite sind Pflicht

Der neue CEO von Nestlé, Mark Schneider, hatte erst vor kurzem eine neue Gewinnmarge verkündet: 18,5% Umsatzrendite müssen es nun sein statt vorher 15. Wer das nicht schafft, fliegt laut NGG gnadenlos raus und schreibe er auch noch so gute, schwarze Zahlen.

Strukturelle Kosteneinsparungen sind offenbar unerlässlich

In einer Pressemeldung von Anfang Juli lobt sich Nestlé unter anderem damit: „Das Unternehmen ist auf dem besten Weg, seine Zielvorgaben für 2020 in Bezug auf Margenverbesserung, Betriebsergebnis und strukturelle Kosteneinsparungen zu erfüllen.“ Die „Neupositionierung des Portfolios mit überzeugendem Fokus auf die wachstums- und margenstarken Kategorien“ sei im Laufe eines Jahres erfolgreich bewerkstelligt worden, heißt es.

Allgemein sieht Nestlé die eigene, aktuelle Situation so: „Der Verwaltungsrat und das Management von Nestlé verwirklichen eine beschleunigte langfristige Wertschöpfungsstrategie für eines der weltweit führenden Konsumgüterunternehmen. Durch schnelle und entschlossene Maßnahmen haben der Verwaltungsrat und das Management des Unternehmens Ergebnisse vorgelegt.“

"Solange es Gewinne gibt, darf das nicht sein" (Georg Schneider/NGG Oberbayern)

Georg Schneider von der NGG in Oberbayern findet das Verhalten von Nestlé für "unsäglich". "Solange es Gewinne gibt, darf das nicht sein", sagt er auf Nachfrage von innsalzach24.de am frühen Mittwochnachmittag. Für die Schließung des Labors gebe es keinen Grund außer die Gier nach dem maximalen Profit. Dafür müssten hochgradig qualifizierte und in ihrer Arbeit äußerst effektive Kolleginnen und Kollegen herhalten. 18,5 Prozent Umsatzrendite seinen nur noch als knallharten Kapitalismus zu bezeichnen

"Mit Essen spekuliert man nicht"

Man werde dennoch an der Forderung festhalten, dass das Labor im Werk Weiding nicht geschlossen werden darf. Es sind Großmütter und Mütter, deren Spruch in punkto Lebensmittel noch im Ohr sein dürfte: "Mit Essen spielt man nicht!" In diesem Zusammenhang erinnert Schneider an seine NGG-Kollegin Michaela Rosenberger. Ihr wird diese Forderung nachgesagt: "Mit Lebensmitteln spekuliert man nicht!"

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