Der Tag der Großdemo vor Hochwald in Weiding:

NGG/Bauernverband: „Es ist noch lang nicht vorbei!"

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Weiding/Landkreis - Am Donnerstagmittag haben NGG und Bauernverband eine Großdemo vor dem Hochwald-Werk in Weiding veranstaltet. Mehrere Hundert Demonstranten waren vor Ort.

UPDATE, 18.00 Uhr

Es war ein deutliches Zeichen, dass es aus ihrer Sicht so nicht geht. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte zusammen mit dem Bayerischen Bauernverband dazu für Donnerstagmittag zur Großdemo aufgerufen.

Nein, einfach mal so das Werk in Weiding zu schließen, die Mitarbeiter und Milchzulieferer – und mehr noch – deren Angehörige einfach mal so kurzfristig im Regen stehen zu lassen: das wollen sie sie nicht gefallen lassen. Das wurde am Donnerstagmittag mehr als deutlich. Mehrere Hundert waren bei der Kundgebung vor dem Haupttor in Weidung dabei.

„Das ist nicht in Ordnung“

Vielfältiger beruflicher Herkunft waren die Redner auf dem Bulldog-Anhänger, der als Bühne fungierte. Politik, Gewerkschaft, Bauernverband bis hin zum Betriebsratsvorsitzendem - Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner (CSU) war nicht die einzige, die sich über das Bild freute, das sich den einzelnen Rednern von oben bat: Hunderte waren gekommen, um ein Zeichen zu setzen.

„Platz zwei nach Coca Cola“

Viele Wortbeiträge drehten sich um den Bekanntheitsgrad der Bärenmarke und ihr über Jahrzehnte gewachsenes Image. „Diese Bärenmarke“ sei Platz 2 auf der Liste der bekanntesten Marken in Deutschland nach Coca Cola. Das spreche Bände darüber, was über mehr als sieben Jahrzehnte an diesem Standort gewachsen sei. „Dieser Bär“ sei in Weiding zuhause. Da gebe es kein wenn und aber im Gegenteil: „Das ist unser Name für Qualität und damit unsere Identität“, sagte Ulrich Niederschweiberer vom Bayerischen Bauernverband im Landkreis Mühldorf.

„Es ist noch lang nicht vorbei“

Sehr kämpferisch zeigte sich die NGG auf der Demo: „Das hier ist noch nicht beendet, es fängt gerade erst an!“, hieß es. Eine Umkehr vom eingeschlagenen Weg der Schließung sei immer noch möglich und jedem Fall billiger, was dann passiert, wenn der Arbeitskampf beginnt. Dagegen hatte Lorenz Kronberger, der Bürgermeister der Gemeinde Polling, auf deren Ortsgebiet das Hochwald Werk im Ortsteil Weiding steht eine gute Nachricht. Es gebe Gespräche mit mehreren Investoren. Mehr könne er noch nicht sagen aber so sei wenigstens einem Großteil der von der Schließung des Hochwald Werkes in Weidung gegebenenfalls geholfen.

Fest zu stehen scheint, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. innsalzach24.de wird weiter über dieses Thema berichten.

UPDATE, 16.15 Uhr - Pollings Bürgermeister kündigte eine Lösung für die Arbeitsplätze an

UPDATE, 14.15 Uhr - MdL Knoblauch macht den Demonstranten Mut

UPDATE, 14.10 Uhr

Von vor Ort wird gemeldet, dass mehrere Hundert an der Demonstration teilgenommen haben.

Großdemo bei Hochwald in Weiding 1

Großdemo bei Hochwald in Weiding 2

Vorbericht

<<< Zunächst einmal für alle Autofahrer: Ab ca. 12.30 Uhr wird es auf "der alten B12" auf Höhe Weiding zu einer Sperrung kommen, so der Bauernverband >>>

Sie wollen das so nicht hinnehmen, sich nicht kampflos beugen: Rund 260 Mitarbeiter werden nächstes Jahr auf der Straße stehen, so der Stand bis jetzt. Dazu kommen laut Bauernverband rund 2000 Bauern und ihre Mitarbeiter aus der weiteren Region, die aktuell darum bangen müssen, ihre Milch nicht mehr bei Hochwald absetzen zu können. Deswegen wird am Donnerstagmittag vor dem Werk in Weiding demonstriert. Um 13 Uhr geht es laut Flyer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten los.

"Es ist ein Skandal"

Dass die Bärenmarke-Milch plötzlich nicht mehr aus Weiding, sondern woanders produziert werden soll, bezeichnet der Betriebsratsvorsitzende Gerhart Ruhaltinger als Skandal. Ähnlich sehen es viele Politiker und Kreisverbände von Parteien, die sich gegenüber innsalzach24.de dazu geäußert und Ihre Unterstützung zugesagt haben, diese Entscheidung irgendwie abzuwenden, zumindest aber auf eine vernünftige Lösung zu kommen. Vorwürfe von Missmanagement stehen ebenso im Raum wie die einer Art von Augenwischerei, würden die Endkunden in ihren Bärenmarke-Produkten keine Milch mehr aus dem Alpenvorland/Alpenland haben.

Relaunch: Ist der Bär jetzt urban geworden?

Letzterem gegenüber steht der Relaunch der Marke „Bärenmarke“, der offenbar bereits seit Dezember letzten Jahres von der Hochwald-Geschäftsführung angestrebt wird. „Mit dem neuen Dachmarkenspot präsentiert sich die Bärenmarke als zeitgemäße, relevante Marke mit breiter Produktkompetenz, die sich weg von der tradierten Kaffeetafel hin auf den Frühstückstisch der Familien positioniert“, schreibt Hochwald am 5. Dezember 2016 dazu auf seiner Internetpräsenz.

Soll wohl heißen: Der Bär ist offenbar letztes Jahr umgezogen. Dabei sei die Bärenmarke seit 1941 ein Alpen- bzw. Voralpenlandprodukt gewesen, so die Kreisobmänner des Bauernverbands in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Zuletzt sprach auch Günther Felßner, der stellvertretende Präsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV), in Ampfing zu diesem Thema

Die angekündigte Großdemo vor dem Hochwald-Werk in Weidung beginnt um 13 Uhr. innsalzach24.de berichtet live von vor Ort.

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