Im Werk Weiding stehen 85 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Günther Knoblauch: "Das ist eine Sauerei! Es muss eine Lösung geben!"

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Im Werk Weiding stehen 85 Arbeitsplätze auf dem Spiel. "Plötzlich sind wir nicht mehr wirtschaftlich genug"
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Weiding/Polling - Ende des Jahres soll das Nestlé-Labor in Weiding dicht gemacht werden. So richtig verstehen kann das niemand, am wenigsten die 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Update am Dienstag um 15.00 Uhr

Auf Nachfrage von innsalzach24.de erklärt der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch (SPD) am Dienstagnachmittag, dass er erste Gespräche aufgenommen habe. "Es muss eine Lösung gefunden werden." Der einzig vernünftige Weg und damit das Ziel einer Rettungsaktion müsse sein, dass das Team mitsamt Umfeld, also das Labor, erhalten bleibt. Soll heißen: Ein Käufer für das Labor muss her. Das wäre laut Knoblauch die beste Lösung.

Es sei eine Sauerei, dass man wegen Gewinnmaximierung ein eingespieltes und vor allem hochqualifiziertes Team auf die Straße schicken will. Zu seinen Kontaktaufnahmen wollte Knoblauch nichts sagen. Es sei noch nicht die Zeit dafür. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man damit zu viel kaputt machen.

Vorbericht:

Sauerei!“, „Das ist in keiner Weise nachvollziehbar.“, „Wo bleibt die soziale Verantwortung?“ und „Ein Sozialplan reicht keineswegs.“: Ende des Jahres soll das Labor von Nestlé in Weiding dicht gemacht werden. 85 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. So richtig kann das niemand, am wenigsten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Von heute auf Morgen“

Plötzlich sind wir nicht mehr wirtschaftlich genug“, erzählt Brigitte Tschager, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende im Labor von Nestlé im Werk Weiding auf Nachfrage von innsalzach24.de. Dabei sei das Labor im vergangenen Jahr mit Aufträgen überschüttet worden. Ein Großteil des Teams bestehe aus Chemielaborantinnen und -laboranten. Dazu gebe es noch Fachleute aus dem Bereich der Mikrobiologie. Wenn es etwas zu analysieren gibt - dieses Team sei eingespielt.

Allgemein gelten Labor und vor allem das Personal als hochqualifiziert. Das will auch der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer (CSU) sogar von Hubert Stücke, Vorstandsmitglied der Nestlé AG erfahren haben: „Zunächst habe ich mit dem Vorstandsmitglied der Nestlé AG, Herrn Hubert Stücke, Kontakt aufgenommen, der meine Auffassung bestätigte, dass die Qualität der Arbeit oder die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter/innen im Weidinger Qualitätslabor nicht in Frage steht.“

Gemeinsam die Fühler nach allen Richtungen ausstrecken

Schon einmal hat der Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch (SPD) offenbar maßgeblich mitgewirkt, Arbeitsplätze im Werk Weiding zu retten. Nach der Causa Hochwald sagte er auf Nachfrage von innsalzach24.de zur geplanten Schließung des Nestlé Labors: "Diese Laborräume sind top.“ Jetzt müsse man schauen, wie eine für alle Parteien tragbare Lösung aussehen könnte.

Judith Bogner, Wirtschaftsjournalistin und Landtagskandidatin von Bündnis 90/DIE GRÜNEN stellt unter anderem die soziale Verantwortung von Nestlé in Frage. “ Mir ist unverständlich, warum es im Nestlé-Labor Weiding seit 8 Jahren keine Auszubildenden mehr gibt. Dabei ist der Fachkräftemangel in Bayern weithin bekannt!“

Versammlung am Donnerstag

Gemeinsam mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) will der Betriebsrat des Nestlé-Labors weiter kämpfen. „Wir werden unsere Fühler nach allen Richtungen ausstrecken“, sagt Brigitte Tschager. Am Donnerstag gibt es eine Versammlung.

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