200.000 Euro Sachschaden in Flossing

Feuerwehrkommandant Heuwieser zum verheerenden Wohnhausbrand

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Flossing/Polling – „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“. Das ist das Motto der Feuerwehr. Bei dem verheerenden Wohnhausbrand in Flossing (Gemeinde Polling) Anfang des Jahres gab es Gott sei Dank niemanden zu retten. Trotzdem geht auch so ein Einsatz nicht spurlos an den Floriansjüngern vorbei.

Im ersten Moment ist immer Aufregung da“, sagt Josef Heuwieser jun. im Gespräch mit innsalzach24.de. „Das Adrenalin geht hoch.“ Seit er 14 ist, ist der heute 55-Jährige bei der Freiwilligen Feuerwehr. Seit nunmehr 18 Jahren ist er Erster Kommandant in Flossing, Gemeinde Polling. Er kenne sein Gebiet, wisse genau, wo Hydranten stehen und wo nicht, so Heuwieser. „Wo bekomme ich Wasser her“, beschreibt er seine ersten Gedanken bei einem Einsatz wie dem verheerenden beim Wohnhausbrand in Flossing mit einem Sachschaden von geschätzt 200.000 Euro.

„Wo bekomme ich Wasser her?“

Heuwieser war in seiner Funktion als Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Flossing natürlich Einsatzleiter in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar, als das Haus eines älteren Ehepaares in Flossing brannte. Der Brand schien von der Garage ausgegangen zu sein. Einsatzleiter zu sein bedeutet, seine eigenen Leute und hinzu gerufene Wehren und Rettungskräfte zu koordinieren. 

200.000 Euro Sachschaden. So sah der Einsatzort bei Tag aus. Die Plane wurde zum Schutz vor eindringendem Schneefall aufgezogen.

Man muss sich also möglichst schnell einen Überblick verschaffen, um weiteren Kräften vor Ort konkrete Anweisungen geben zu können. Das fange schon bei der Alarmierung an, so Heuwieser. „Wo bekomme ich Wasser her?“

Die eigene Sicherheit geht vor

Als er die beiden Bewohner des Hauses schon davor habe stehen gesehen, sei der Adrenalinausstoß im Körper runter gegangen. Zuerst gilt es Leben zu retten. Natürlich wird erst einmal nachgefragt, ob noch wer im Haus ist. Das sei wichtig, so Heuwieser, weil auch die Feuerwehr darauf achtet, auch eigene Kräfte nicht unnötig in Gefahr zu bringen und überhaupt: 

So trainieren Atemschutzgeräteträger den Einsatz.

Ein Einsatz von Atemschutzgeräteträgern sei in jedem Fall kein Spaß für die Kameraden der Feuerwehr, die dafür ausgebildet sind. Ein solcher Einsatz war bei diesem Einsatz nicht nötig. Es waren keine Menschen mehr drin. Damit war die Aufregung weg und die Löscharbeiten begannen.

„Das vergisst man nicht so leicht“

Es habe aber schon Einsätze gegeben, die nicht so glimpflich ausgegangen sind, so Heuwieser. „Das nimmt man auch in den Schlaf mit“, sagt er. „Das vergisst man nicht so leicht“. Gemeinsame Gespräche unter den Kameraden würden helfen. Jeder verarbeitet solche Eindrücke von einem Einsatz anders. Ganz verschwinden dramatische Erinnerungen wohl aber nie ganz.

Warum sich trotzdem Menschen bei den Freiwilligen Feuerwehren in der Region engagieren, liege gerade in der Kameradschaft, so Heuwieser. Im Einsatz gelte allerdings die Hierarchie. Vereinfacht gesagt: Der Kommandant schafft an. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Josef Heuwieser jun. nun abzugeben gedenkt. Nach 18 Jahren soll frischer Wind rein, soll sich ein anderer beweisen dürfen.

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