Nestlé will den Standort Weiding dicht machen

Stephan Mayer zur Labor-Schließung: "Ein Sozialplan reicht keineswegs"

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Regional-Labor von Nestlé im Werk Weiding
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Polling/Berlin – Zur angekündigten Schließung des Nestlé-Labors im Werk Weiding hat der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer (CSU) seine Erwartungen an den Betreiberkonzern formuliert.

Zum 31. Dezember dieses Jahres soll das Lebensmittellabor von Nestlé am Standort Werk Weiding geschlossen werden. 85 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Er und MdL Dr. Marcel Huber (CSU) würden den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zur Verfügung stehen, „wo immer (ihre) Hilfe benötigt wird“, so MdB Stephan Mayer auf Nachfrage von innsalzach24.de.

Die Qualität der Arbeit steht „nicht in Frage“

Zunächst habe ich mit dem Vorstandsmitglied der Nestlé AG, Herrn Hubert Stücke, Kontakt aufgenommen“, schreibt Mayer. Der habe seine Auffassung bestätigt, dass die Qualität der Arbeit oder die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter/innen im Weidinger Qualitätslabor nicht in Frage stehe. „Ich kenne die engagierte und vorbildliche Arbeit der Mitarbeiter/innen persönlich.“

Die Hochwald-Belegschaft ist versorgt. Jetzt geht es um 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Nestlé Labor am Standort im Werk Weiding.

Ein vernünftiger Sozialplan reicht keineswegs

Ich habe gegenüber dem Vorstand der Nestlé Deutschland AG deutlich gemacht, dass ich einen großzügigen und fairen Umgang sowie entsprechende finanzielle Leistungen für die Mitarbeiter/innen erwarte“, schreibt Mayer weiter. Mit einem vernünftigen Sozialplan sei es dabei keineswegs getan.

Nestlé müsse sich aktiv bemühen, so viele Mitarbeiter wie möglich an anderen Standorten, vorzugsweise aber ortsnah z.B. in der chemischen Industrie unterzubringen. „Schließlich handelt es sich großteils um qualifizierte Fachkräfte wie Chemiker, Chemielaboranten und Lebensmittelingenieure.“ Falls Umschulungen notwendig werden, seien diese zu unterstützen.

Zu viel Laborkapazität

Warum man so ein hochgradig qualifiziertes Labor schließen will? „Die Schließung begründet das Vorstandsmitglied der Néstle Deutschland AG Hubert Stücke betriebswirtschaftlich mit zu viel Laborkapazität im gesamten europäischen Nestlé-Verbund“, schreibt Mayer dazu. 

Hinter der Pforte zum Werk Weiding geht es zum Labor von Nestlé.

Veränderungen, insbesondere bei Alete führen laut Stücke künftig zu einem völlig geänderten Analysebedarf. Die Labortätigkeit wird daher künftig dezentral an Nestlé-Werken durchgeführt. Um eine Schließung des Labors zu vermeiden, habe man vergeblich versucht, die Einrichtung in Weiding an einen anderen Anbieter zu verkaufen.“

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rw/Pressemeldung Stephan Mayer

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