Bürgermeister nimmt den Hut

Polling - Bürgermeister Hans Schmidbauer stellt sich im Jahr 2014 nicht mehr zur Verfügung. Dies gab der 63-Jährige bei der Jahreshauptversammlung der Pollinger CSU bekannt.

Bei der Jahreshauptversammlung der CSU Ortsgruppe Polling warf die bevorstehende Kommunalwahl ihre Schatten voraus. In einer Vorstandschaftssitzung der beiden Ortsverbände Polling und Flossing, in die auch die Gemeinderäte der CSU mit einbezogen waren, kamen die Beteiligten vorab überein, für die Bürgermeisterwahl 2014 nur einen Kandidaten ins Rennen zu schicken und eine vorherige Nominierungswahl zu vermeiden. Es sei denn, so Ortsvorsitzender Leonhard Schwarz, es würde sich bis Mitte April noch ein Bewerber aus den eigenen Reihen melden. "Denn", so Schwarz, "dies ist keine Entscheidung der Vorstandschaft, sondern ein demokratischer Beschluss, der von allen Mitgliedern gefällt werden muss. Wenn sich niemand meldet, werden wir die Kandidatur von Lorenz Kronberger aus der Ortsgruppe Flossing unterstützen."

In Bezug auf die Kandidatennominierung für den Kreistag, habe sich die Vorstandschaft auf eine Unterstützung des bereits beim letzten Mal aufgestellten Stefan Mooshuber aus Flossing geeinigt.

Bürgermeister Hans Schmidbauer stellt sich nach sechsjähriger Amtszeit nicht mehr zur Verfügung und begründete dies auf der Versammlung damit, dass er im Herbst des kommenden Jahres 65 Jahre alt werde und bereits auf eine lange Zeit zurückblicke, in der er sowohl als Erster und Zweiter Bürgermeister, als auch in seiner Funktion im persönlichen Büro des Landrats, Politik aktiv mitgestaltet habe. In seiner Vorschau, berichtete Schmidbauer über den nach Expertenansicht dringendst sanierungsbedürftigen Zustand der Hirschbachbrücke und die damit verbundenen verkehrstechnischen Einschränkungen bei der Umsetzung dieser Maßnahme.

Neben seinem Rückblick widmete sich Vorsitzender Schwarz vor allem der Mitgliederentwicklung und mahnte hier eine Ansprache jüngerer Mitbürger an. Laut seiner Statistik sei in der Ortsgruppe Polling ein Altersdurchschnitt von über 60 Jahren gegeben, von den aktuell 50 Mitgliedern seien lediglich zwei im Alter von 18 bis 35 und weitere acht im Alter von 36 bis 50 Jahren. Die Zahl der Neumitglieder in den letzten fünf Jahren belaufe sich auf vier Personen.

Die Neuwahlen, geleitet von der Bezirkstagskandidatin Claudia Hausberger, brachten kaum eine Veränderung der Führungsmannschaft, so dass weiterhin Leonhard Schwarz als erster Vorsitzender, Alfred Wagner und Willi Liebl als Stellvertreter, Ernst Weinberger als Schriftführer und Josef Schmidt als Schatzmeister fungieren. Beisitzer bleiben Manfred Thaler, Andrea Steinleitner, Hans Schmidbauer, Josef Bauer und Erika Martini. Die Delegierten sind Alfred Wagner, Willi Liebl, Leonhard Schwarz, Manfred Thaler und Hans Schmidbauer. Als Ersatzdelegierte wurden Josef Schmidt, Erika Martini, Andrea Steinleitner, Ernst Weinberger und Josef Bauer gewählt.

Als Gastredner nutzte Landtagskandidat Dr. Martin Huber die Zeit zur Vorstellung seiner Person und sprach dabei auch über seine Ansichten zur aktuellen Lage in Bayern und auf Bundesebene. Insbesondere kritisierte er die Haltung der rot-grünen Opposition in Bayern, die sich bei der namentlichen Abstimmung geschlossen gegen eine Klage des Freistaates gegen den Länderfinanzausgleich ausgesprochen hätten. "Damit bezeugt Rot-Grün seine Loyalität gegenüber ihren verschwenderischen Genossen aus Nordrhein Westfalen und Berlin. Und dabei gehen von unseren jährlich aufzuwendenden vier Milliarden Euro allein drei Milliarden nach Berlin. Da wäre es durchaus angebracht, dass sich Herr Wowereit dankbarer zeigt und nicht, wie bei seinem Auftritt in Töging, alles in Bayern in Frage stellt. Ohne uns könnte sich der nicht einmal mehr ein Bahnticket kaufen."

wag/Mühldorfer Anzeiger

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