Polizeieinsatz beim E-Jugendspiel

Ampfing - Zu einem Zwischenfall kam es am Samstag im Ampfinger Isenstadion. Am Rande eines E-Jugendspiels gerieten Eltern derart aneinander, dass die Polizei eingreifen musste.

Nach Augenzeugenberichten hat sich der Vorfall wie folgt abgespielt: Während sich auf dem Kleinfeld die E2-Jugendteams des TSV Ampfing und der Spielvereinigung Altenerding gegenüberstanden, machte am Spielfeldrand die Mutter eines Spielers der Gäste verbal Stimmung gegen die Heimmannschaft. "Unflätige und richtig gemeine Ausdrücke gegen unsere Kinder" seien dabei gefallen, erzählt eine Ampfingerin.

Daraufhin forderte unter anderem ein Vater die Frau auf, die Kinder in Ruhe zu lassen. Der folgende Streit neben dem Ampfinger Tor alarmierte auch den Ehemann der Frau, der im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung offensichtlich die Nerven verlor. Zunächst ging er dem Ampfinger Vater an die Gurgel, dann schnappte er sich die Eckfahne und baute sich damit vor der rund zehnköpfigen Gruppe der aufgebrachten Eltern auf.

Ampfings Jugendleiter Michael Fischer alarmierte die Polizei: "Eine andere Lösung sah ich in diesem Moment nicht. Die Sache sollte auf keinen Fall eskalieren." Unterdessen redeten zwei BRK-Mitarbeiter sowie ein Ampfinger Trainer auf das Paar ein. Vier Streifenbeamte beruhigten kurz darauf die Situation endgültig und erteilten der Frau und dem Mann einen Platzverweis.

"Die Beamten haben die beiden vom Fußballplatz entfernt", erklärte Polizei-Pressesprecher Stefan Sonntag gestern auf Anfrage. Strafrechtliche Konsequenzen werde der Zwischenfall nicht haben. "Bisher hat weder der Verein noch ein Betroffener Anzeige erstattet."

Das wird auch nicht geschehen. "Ich habe mich mit dem Jugendleiter in Altenerding in Verbindung gesetzt. Er hat sich im Namen des Vereins entschuldigt. Für den TSV Ampfing ist die Sache damit erledigt", sagt der Jugendleiter der Schweppermänner Michael Fischer, macht aber zugleich klar: "Wir bedauern natürlich, dass bei einer derart tollen Veranstaltung so etwas passiert ist. Es gehört sich einfach nicht auf dem Fußballplatz, dass sich Eltern gegenseitig anschreien oder gar aufeinander losgehen."

Versöhnliche Töne kommen aus Altenerding. "Wir tolerieren das auf keinen Fall und werden mit den beteiligten Personen auf jeden Fall das Gespräch suchen", macht Altenerdings Jugendleiter Andreas Heilmaier klar. Weiter will er sich zu dem Vorfall nicht äußern, dementiert aber das Gerücht, dass es sich bei dem Mann um einen Trainer der Altenerdinger Mannschaft gehandelt habe.

Der Ampfinger Vater war inzwischen wegen anhaltender Schluckbeschwerden beim Hals-Nasen-Ohrenarzt. Dieser habe ein leichtes Hematom diagnostiziert. Eine Anzeige wolle der Vater trotzdem nicht erstatten, sagte er gestern der Heimatzeitung.

Das Spiel der E2 endete übrigens 3:0 für Altenerding. Wirklich interessiert hat das im Anschluss aber nicht einmal mehr die Kinder. "Die waren schockiert und haben zum Teil geweint", berichtet eine Mutter. "Die konnten gar nicht fassen, was sich da am Rand abgespielt hat. Wo wir doch alle immer Fairness predigen."

ha/Mühldorfer Anzeiger

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