Polizei löst Verkaufsveranstaltung auf

Mühldorf/Miesbach - Über eine dubiose Kaffeefahrt berichtete der Mühldorfer Anzeiger. Nun hat die Polizei reagiert - und wurde in Miesbach fündig.

Lesen Sie hier die Erstmeldung des Mühldorfer Anzeigers:

Ausgangspunkt war eine schriftliche Einladung, die in vielen Punkten an die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) erinnerte. Aus Angst vor angeblich anfallenden Gebühren nahm der Mühldorfer Otto Sommerfeld an der Kaffeefahrt teil. Am Ende ließ er sich zur Buchung einer Reise überreden und zahlte 100 Euro an.

Lesen Sie auch die Polizeimeldung:

Offensichtlich hatten die Schreiben von "Schon BEZ.ahlt.Danke" Senioren im ganzen südbayerischen Raum erreicht - zuletzt im Landkreis Miesbach. Auch dort wurden schließlich - wie zuvor im Landkreis Mühldorf - die Teilnehmer an verschiedenen Bushaltestellen aufgesammelt und zu einer Gaststätte gebracht. Die Polizeiinspektion Miesbach unterzog diese Veranstaltung gegen deren Ende hin unangemeldet einer genauen Überprüfung - mit dem Ergebnis, dass die Teilnehmer aufgeklärt und die Verkaufsveranstaltung aufgelöst wurde.

"Der 43-jährige Veranstalter aus der Gegend um Oldenburg hatte die Teilnehmer nicht nur im Hinblick auf die erwarteten Gewinne ernüchtert. Diese gäbe es nun doch nicht. Dafür bot er hochpreisige Nahrungsergänzungsmittel und Reisen an", heißt es in einer Pressemitteilung des Polizeipräsdiums Oberbayern Süd. Gegen den "wortgewandten Moderator", der wegen ähnlicher Veranstaltungen bereits polizeilich in Erscheinung getreten war, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen mehrerer Straftaten eingeleitet - unter anderem wegen Betrug.

Die vor Ort geschlossenen Verträge über die Nahrungsergänzungsmittel im Wert von teils mehreren tausend Euro wurden im Beisein der Polizei wieder storniert und die betreffenden Kunden erhielten ihre bereits getätigten Anzahlungen vom Veranstalter zurück.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang nochmals ausdrücklich darauf hin, dass "Gewinner" solcher Verkaufsfahrten fast immer nur die Veranstalter sind. Das weiß mittlerweile auch der 86-jährige Otto Sommerfeld, der nun darüber nachdenkt Anzeige gegen den 43-Jährigen zu erstatten.

In seinem Briefkasten landete inzwischen schon die nächste Einladung zu einer Kaffeefahrt - diesmal von der "Zentralen Gewinnabwicklungsstelle". Und wieder winken angeblich 2500 Euro in bar...

ha/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © pa

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