Pilzkopf gegen Einbrecher

Mühldorf - In den Herbst- und Wintermonaten passieren die meisten Einbrüche. Alfred Hautz von der Kripo Mühldorf verrät, wie Sie sich schützen können. ++Video++

„Mit dem früheren Einbruch der Dunkelheit steigt auch die Zahl der Einbrüche“, erklärt Kriminalhauptkommissar Alfred Hautz von der Kripo Mühldorf. Zwar sei die Zahl der Wohnungs-und Hauseinbrüche im Landkreis in den letzten Jahren eher zurückgegangen, die dunkle Jahreszeit und damit die frühe Dämmerung werde aber trotzdem von den Einbrecher genutzt. „November und Dezember sind sozusagen die Hauptsaison für Einbrecher. Mitte April geht das dann meist zurück.“

Um sich vor den Verbrechern zu schützen rät Hautz, die Wohnung oder das Haus rundherum ordentlich zu schützen. „Pilzkopfverriegelung“ heißt das magische Wort. „Gewöhnliche Fenster sind nur mit einem Rollzapfen gesichert und somit leicht auszuheben. Bei der Pilzkopfverriegelung befindet sich hinter dem Zapfen noch ein Pilzkopf, der in eine Halterung eingefügt wird und so nicht ausgehoben werden kann“, beschreibt der Fachmann. Bei Fenster und Terrassen- sowie Balkontüren sei außerdem eine ordentliche Verglasung wichtig. „Die Scheiben sollten die Widerstandsklasse 2 haben, das heißt sie sind durchwurfhemmend.“

Auch Haustüren sollten Widerstand bieten. „Beim Schloss ist eine Dreifach-Verriegelung optimal, der Zylinder sollte einen Aufbohr- und Ziehschutz bieten.“ Sehr einbruchsicher ist auch, wenn die Türöffnung den gesamten Zylinder abdeckt. „Dann ist er nicht angreifbar“, so Hautz. Denn der Zylinder ist laut dem Kommissar die schwächste Stelle am Schloss. Weiter empfehlen sich ein Spion, eine Kette oder ein Sperrbügel und ein Hinterhaken bei Haustüren. „Neben- oder Kellertüren sind mit einem Querriegel einfach zu sichern“, meint der Fachmann. Von Vorteil sei ebenso, Kellerroste mit Ketten vor dem Ausheben zu sichern.

„Aufmerksame Nachbarn sind natürlich weiterhin eine der besten Schutzmaßnahmen, die es gibt“, meint der Kommissar. Zur Abschreckung rät er, Bewegunsmelder rund ums Haus anzubringen. „Kameras und Alarmanlagen sind eine Kostenfrage. Man muss wissen, wieviel Wert man im Haus hat und ob sich dann so eine Anschaffung lohnt“, meint Hautz.

Im letzten Winter hatte die Polizei mit einer Bande von ungarischen Einbrechern zu kämpfen. In den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land gab es innerhalb von vier Monaten 32 Einbrüche mit 600.000 Schaden, allein durch die gestohlenen Sachen.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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