Nicht aus heiterem Himmel

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Pfarrer Andreas Beneker.

Mühldorf - Der Abschied naht, doch er kommt nicht aus heiterem Himmel: Pfarrer Andreas Beneker wird am Sonntag von seiner Gemeinde verabschiedet. Er geht nach Oberfranken.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Nicht aus heiterem Himmel

Mühldorf - Am 15. September tritt Andreas Beneker in Bad Alexandersbad in Oberfranken seine neue Stelle als Leiter einer evangelischen Bildungseinrichtung an. Am kommenden Sonntag wird er verabschiedet.

Nein, nach Aufbruch sieht es im Büro von Andreas Beneker nicht aus. Noch stapeln sich hier keine Umzugskisten, noch gibt es auch genug zu tun für den 52-Jährigen, der sich eigentlich schon im Bildungsurlaub befindet. "Aber die Dinge, die ich begonnen habe, will ich natürlich zu Ende bringen", sagt Beneker. Die Organisation des Gemeindefests gehört ebenso dazu wie die Vorbereitung auf den Besuch aus der Partnergemeinde Cegled. "Und ein paar Worte für meine Abschiedsfeier muss ich mir auch noch überlegen."

Von "17 reich gefüllten Jahren in Mühldorf" wird dann mit Sicherheit die Rede sein. Und von den "vielen Menschen, die mir hier ans Herz gewachsen sind". Eine Entscheidung über die eigene Zukunft zu treffen sei das eine, erklärt Beneker. "Aber als ich sie dann dem Kirchenvorstand mitteilte, hatte ich tatsächlich einen Klos im Hals. Ich dachte nicht, dass es mir so schwer fällt."

Dabei war es ja kein Entschluss aus heiterem Himmel. Seit Benekers Frau Helene vor über drei Jahren die Leitung des Frauenwerks in Stein bei Nürnberg übernommen hat, war im Grunde klar, dass die Familienzusammenführung Priorität hat. Inzwischen haben die beiden großen Töchter und der Sohn ihr Abitur in der Tasche. "Es ist ein guter Zeitpunkt etwas neues zu beginnen", sagt Beneker. Und eine gute Gelegenheit. Denn in Bad Alexandersbad in Oberfranken wartet mit der Leitung einer evangelischen Bildungseinrichtung eine attraktive Herausforderung auf ihn. "Nach 25 Jahren Arbeit in einer Gemeinde ist das etwas völlig anderes. Darauf freue ich mich."

Nicht alle teilen diese Freude, was vor allem daran liegt, dass Beneker in Mühldorf gute Arbeit geleistet hat. Viel positive Resonanz habe er erhalten, formuliert es Beneker. Aber mMan muss kein Prophet sein, dass dabei das Wörtchen "Schade" mindestens so oft gefallen ist wie "Glückwunsch". Wer sein Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Aber er oder sie trifft laut Beneker auf eine "sehr offene, sehr vielfältige Gemeinde, die neue Impulse gerne und bereitwillig aufnimmt". Gerade jetzt, in der Zeit der Vakanz, zeige sich, mit wie viel Engagement sich die Mitglieder einbringen.

Beneker weiß, dass das alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Denn in den vergangenen 20 Jahren habe sich das gesellschaftliche Leben stark gewandelt. "Man spürt, dass es für die Menschen immer schwieriger wird Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen. Alles hat sich beschleunigt, aber alle tun mit. Und alle sind wir Opfer dieser Entwicklung." Die Kirche müsse deshalb ein Ort der Ruhe sein, des Ausgleichs. "Ich kann es aber auch gut verstehen, wenn der eine oder andere mal nicht mit anpacken will."

Andreas Beneker hat immer angepackt. Zum Beispiel als es darum ging das Kinderabendmahl - auch gegen Widerstände - einzuführen. Oder neue Gottesdienstformen zu entwickeln. Oder dem Thema Erwachsenenbildung mehr Raum zu geben. Oder in Ampfing eine neue Kirche mit Gemeindezentrum zu bauen.

"Was ich vermissen werde?" Andreas Beneker schmunzelt. "Ganz besonders diese oberbayerische Gelassenheit. Daran hatte ich mich schon sehr gewöhnt."

Der Gottesdienst beginnt am Sonntag, 24. Juli, um 14 Uhr. Anschließend findet im evangelischen Gemeindehaus ein kleiner Stehempfang statt.

ha/Mühldorfer Anzeiger

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