Personelle Konsequenzen bei Freiwilligenagentur

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Mühldorf - Rückschlag für die Freiwilligenagentur "Ehrensache": Weil ein projektbezogenes Förderprogramm ausläuft und zu wenig Sponsorengelder fließen, gibt es personelle Konsequenzen.

Gesucht wird ein Nachfolger für die Geschäftsführerin Cornelia Wagner. "Man muss den Realitäten nun einmal ins Auge sehen", erklärt Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika, der zugleich Vorsitzender des Vereins "Ehrensache" ist. In diesem Fall sieht die Realität eher düster aus. Denn es fehlt schlicht das Geld, um die Freiwilligenagentur auch im kommenden Jahr so zu betreiben wie bisher.

Das projektbezogene Förderprogramm EFI läuft aus, eine Folgefinanzierung für die fehlenden 10000 Euro ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: "Auch die Sponsorengelder fließen nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Dafür ist die Freiwilligenagentur im Landkreis einfach noch nicht verhaftet genug", sagt Klika.

Die logische Konsequenz: Der Rotstift im 70000-Euro-Etat wird bei den Personalkosten angesetzt, aus der Vollzeit-Geschäftsführerstelle wird ein Teilzeitposten. "Diesen Weg kann ich leider nicht mitgehen", erklärt Noch-Geschäftsführerin Cornelia Wagner, die aufgrund ihres zeitlich befristeten Vertrages zum 31. Dezember ausscheidet.

Siegfried Klika zeigt Verständnis für die Entscheidung Wagners: "Natürlich ist das schade, Frau Wagner hat viel Aufbauarbeit geleistet. Aber man muss dabei auch ihre Situation sehen. Und da ist es doch nur natürlich, dass sie diesen Rückschritt nicht machen kann." Der Vorstand habe sich die Sache nicht leicht gemacht, betont Klika. "Doch unter dem Strich wollten wir uns auf keine Hängepartie einlassen."

In den nächsten Tagen soll die Ausschreibung der Teilzeitstelle erfolgen. "Wir wollen den eingeschlagenen Weg auf alle Fälle weitergehen", sagt Klika. Ob das mit einer Teilzeitkraft möglich ist, lässt er offen: "Wir haben ja keine Wahl."

Aus dem Landratsamt - mit 35000 Euro Zuschuss pro Jahr immerhin zentraler Geldgeber der Freiwilligenagentur - gibt es zu dem Thema keine Stellungnahme. "Das ist alleine Sache des Vereins", sagt Sprecherin Julia Hausmann. Als es um die Verkündung guter Nachrichten im Zusammenhang mit "Ehrensache" ging, war man in der Vergangenheit nicht so schüchtern. Im März 2010 zum Beispiel verkündete Landrat Georg Huber stolz, dass das Bayerische Sozialministerium die Freiwilligenagentur als "Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement" fördert - mit 12000 Euro pro Jahr. Was passiert, wenn im März 2013 auch diese Förderung ausläuft, steht in den Sternen.

Mehr Geld vom Landkreis wird es wohl nicht geben. "Der ist mit seinen 35000 Euro ja schon jetzt ordentlich dabei", sagt Klika. Dem Gedanken, die Freiwilligenagentur direkt im Landratsamt anzusiedeln, erteilte der Vorsitzende eine Absage: "Das steht schon deshalb nicht zur Debatte, weil wir uns ja bei der Gründung ganz bewusst dafür entschieden haben, die Agentur auf eine neutrale und unabhängige Basis zu stellen." Außerdem würde ein solcher Schritt seiner Ansicht nach kaum Kosten sparen. "Die Arbeit muss ja trotzdem gemacht werden."

ha/Mühldorfer-Anzeiger

Rubriklistenbild: © dpa

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