Die Perle des Vereins

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Schützenmeister Hans Flötzinger (links) und sein Stellvertreter Thomas Greimel verabschieden Dora Campehl.

Polling - Es war eine emotional geprägte Jahreshauptversammlung der Hirschbachschützen Polling, deren Tagesordnung durch das Ende einer 30 Jahre währenden Amtszeit bestimmt wurde.

Dora Campehl trat zum letzten Mal an das Rednerpult und auch ihr stand die Regung ins Gesicht geschrieben. Sie blicke gerne auf diese Zeit zurück und bedanke sich für das Vertrauen der Mitglieder. Mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu, sie hoffe, die Mitglieder würden es ihr nachsehen, wenn sie in dieser Zeit als Kassiererin des Vereins dem ein oder anderen auch mal mit ihrer "Eintreiberei" lästig gefallen sei.

Schützenmeister Hans Flötzinger hob in seiner Laudatio die Korrektheit ihrer Arbeit und das Verantwortungsbewusstsein dieser Frau besonders hervor: "Wenn man sich vorstellt, was unsere Dora in diesen drei Jahrzehnten geleistet hat, angefangen, dass sie nahezu jeden Schießabend ihren Platz an der Kasse einnahm und die Ergebnisse erfasste, bis hin zum, früher noch gebräuchlichen, Kassieren der Beiträge an der Haustür, kann man sich vorstellen, welche Perle unsere Kassiererin für den Verein darstellt". Und nun, so Flötzinger weiter, scheide sie aus der Vorstandschaft aus und hinterlasse eine große Lücke. "Obwohl sie ja relativ klein ist, sind ihre Schuhe so groß, dass sie sich wohl keiner anziehen kann" ,so der Schützenmeister. Daher habe der Verein in Würdigung ihrer Verdienste beschlossen, ihr die Ehrenmitgliedschaft zu erteilen. Als Anerkennung überreichte ihr Zweiter Schützenmeister Thomas Greimel einen Blumenstrauß und ein kleines Geschenk. Natürlich wird auch für sie eine Ehrenurkunde angefertigt, die ihren Platz im Vereinslokal Überacker erhält.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen berichtete Schützenmeister Flötzinger über verschiedene Überlegungen der Vorstandschaft. Er forderte die Versammlung auf, sich zum Vereinsausflug der nächsten Jahre Gedanken zu machen und Vorschläge zu unterbreiten. Der Großteil der Anwesenden sprach sich dafür aus, zukünftig alle zwei Jahre einen mehrtägigen und im dazwischenliegenden Jahr einen Tagesausflug zu unternehmen.

Kontrovers wurde die Diskussion um den Zuschuss des Vereins zur Königskette. Hier plädierte Flötzinger für einen festen Betrag von 100 Euro, der dem jeweiligen König gewährt werden solle, da es heute wesentlich schwieriger sei, gerade in Bezug auf die Kosten, die Mitglieder zur Teilnahme zu motivieren. Ehrenschützenmeister Hans Kink widersprach dem und meinte, ein Betrag von 50 Euro wäre ausreichend. "Früher musste man das Geld noch besser zusammenhalten und es wurde gar nichts dazubezahlt". Die folgende Abstimmung brachte ein Votum für den Vorschlag der Vorstandschaft mit drei Gegenstimmen.

Ein weiteres Thema war die bevorstehende Christbaumversteigerung, die in diesem Jahr turnusgemäß von den Hirschbachschützen veranstaltet wird. Da der Verein jedoch in Hinsicht auf die Einnahmen keine Notwendigkeit hat, entwickelte sich in den Vorstandschaftssitzungen eine Idee, die in der Hauptversammlung voll umfänglich befürwortet wurde. Dazu Flötzinger wörtlich: "Es gibt in der Nachbargemeinde Teising eine Einrichtung, die sich Heilpädagogische Tagesstätte für Kinder nennt. Nach meinen Eindrücken kann ich nur sagen, dass man dort wirklich schwere Schicksale sieht und Hilfe dringend nötig ist. Dafür soll der Ertrag verwendet werden. Wir alle können uns glücklich schätzen, hiervon nicht betroffen zu sein."

Im Anschluss an diese Abstimmung wurde die Neuwahl unter der Leitung von Robert Wimmer durchgeführt. Für die ausscheidende Kassiererin Dora Campehl übernimmt der bisherige Zweite Schützenmeister Thomas Greimel dieses Amt. An seine Stelle tritt als neues Mitglied der Vorstandschaft Robert Wagner. Ebenfalls neu ist Hans Liebhart, der für die ausscheidende Regina Meier künftig als Kassenprüfer fungiert.

Die weitere Vorstandschaft: Schützenmeister Hans Flötzinger, Schießleiter Alfred Wagner, Schriftführer Josef Langrieger, Fähnrich Josef Moser und Kassenprüfer Hans Kink.

Unter dem Tagesordnungspunkt "Wünsche und Anträge" appellierte Hans Liebhart an die Männer im Verein, bei den Veranstaltungen auf ein einheitliches Erscheinungsbild zu achten und die Tracht komplett zu tragen.

wag/Mühldorfer Anzeiger

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