Baumgarten: keine erneute Kandidatur

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Nach zehn Jahren als BBV-Kreisobmann kandidiert Otto Baumgarten nicht mehr für dieses Amt.

Mühldorf - Otto Baumgarten, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), hört auf. Einer der Gründe sind gesundheitliche Probleme.

Im Februar wird ein neuer BBV-Chef Baumgarten ablösen. Der Milchbauer aus Gießen, Nachfolger von Josef Sinnhuber, hat einen Hof mit 45 Kühen und rund 100 Tagwerk Grund: "Ich habe dieses Amt sehr gerne ausgeführt. Ich würde es gerne weitermachen, doch es geht leider nicht mehr."

Er blickt auf zehn spannende und arbeitsintensive Jahre als BBV-Kreisobmann zurückblicken. Gleich zu Beginn seiner ersten Amtszeit hatten Landwirte mit den Auswirkungen von BSE zu kämpfen. Die Agrarreform 2005 und der Strukturwandel in der Landwirtschaft, der auch vor dem Landkreis Mühldorf nicht Halt machte, waren weitere wichtige Themen. "Sehr erfolgreich war unser Verband bei dem Thema Erbschaftssteuer. Da haben wir für unsere Landwirte ein optimales Ergebnis bei der Hofübergabe erzielen können."

In seine Amtszeit fiel auch die Gründung des Bundes Deutscher Milcherzeuger (BDM) und die Milchstreiks. Er sieht den BDM nicht als Konkurrenz zum Bauernverband und stellt heraus, dass die BBV-Kreisvorstandschaft die Milchstreiks immer unterstützt habe.

Auch in einer lange strittigen Frage bezieht er Stellung: Baumgarten ist mehr denn je davon überzeugt, dass die Einrichtung des Grünen Zentrums in Töging die richtige Entscheidung war. Bestätigt darin sieht er sich, weil die Landwirtschaftsschule heuer nicht alle Anmeldungen berücksichtigen konnte, weil der Andrang zu groß war.

Dem BBV im Landkreis gehören rund 2000 landwirtschaftliche Betriebe an. Das sind 93 Prozent aller Betriebe im Landkreis. A

uf diese Zahl ist Baumgarten sehr stolz. "Trotz des Strukturwandels konnten wir viele Betriebe im BBV halten. Nur gemeinsam können wir die vielen Probleme, die auf die Landwirte zukamen und zukommen, lösen."

Doch es wird schwieriger, Ortsbauern und Ortsbäuerinnen zu finden. Bis zum 31. Dezember werden die BBV-Ortsobmänner gewählt. 45 Prozent der derzeit amtierenden Obmänner kandidieren nicht mehr. "Es ist nicht einfach, ich hoffe aber, dass sich genügend Bewerber zur Verfügung stellen. Mir hat dieses Ehrenamt immer viel Freude gemacht und ich habe viel von meinem Einsatz zurückbekommen. Ich werde dies alles sehr vermissen", betont Baumgarten.

Wer seine Nachfolge antreten soll, ist noch offen. Baumgarten will sich dazu öffentlich nicht äußern und betont, dass dies eine alleinige Entscheidung der BBV-Ortsobmänner sei, die am 27. Februar getroffen werde.

Der 49-Jährige kann zum Schluss seiner Amtszeit einen Erfolg vermelden. Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung in Mühldorf erhält eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2017. Bis dahin wird die Versicherungsgesellschaft neu strukturiert. Erst dann soll es Veränderungen geben. "Ich hoffe sehr, dass wir den Standort in Mühldorf halten können."

Mühldorfer Anzeiger

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