Offener, beweglicher, bunter

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"Update Kirche" heißt das Motto des Jugendforums: Stefanie Lux hat sich mit Jugendlichen aus dem Landkreis bereits Gedanken über die wichtigsten Fragen gemacht. Foto ha

Mühldorf - Am 15. November ist Korbinianswallfahrt. Im Mittelpunkt steht einen Tag zuvor das sogenannte Jugendforum. Jugendliche aus allen Dekanaten tragen dabei Erzbischof Reinhard Marx ihre Wünsche, Anregungen und Kritik vor. Im Interview spricht die Leiterin der Katholischen Jugenstelle im Landkreis, Stefanie Lux, über die Vorbereitungen, die Zukunft der Kirche in den Augen der Jugendlichen und ihre Hoffnungen, was das Jugendforum betrifft.

Zum ersten Mal bittet ein Erzbischof zu einem "Jugendforum". Wie kam es dazu?

Reinhard Marx hat den diözesanen Erneuerungsprozess unter dem Titel "Dem Glauben Zukunft geben" angeschoben. Daraufhin übten die Jugendverbände Kritik, dass die Jugendlichen zu wenig in diesen Prozess eingebunden seien. Nun bekommen also die Jugendlichen die Chance direkt mit der Bistumsleitung und dem Bischof ins Gespräch zu kommen.

n Wie lassen sich in der Praxis die Wünsche und Kritikpunkte auf einen Nenner bringen?

Seit Mai finden in den einzelnen Dekanaten bereits dezentrale Aktionen statt. Die Katholische Jugendstelle und der BDKJ im Landkreis haben beispielsweise eine Gruppenstunde mit dem Titel "Dear Mr. Erzbischof, was ich dir schon lange einmal sagen wollte..." erarbeitet. Hierzu gibt es einen Leitfaden und entsprechende Materialien. Diese Gruppenstunde ist übrigens so konzipiert, dass sie nicht nur von kirchlichen Jugendverbänden durchgeführt werden kann, sondern auch im Rahmen einer Unterrichtsstunde an den Schulen.

n Und was wollen die Jugendlichen dem Erzbischof sagen?

Die Jugendlichen setzten sich mit drei Schwerpunktthemen auseinander: ihrer Lebenssituation, ihrer Glaubenssituation sowie der Frage, wie für sie die Kirche von morgen aussieht. Grundsätzlich fordern die Jugendlichen mehr Mitsprachemöglichkeiten und machen natürlich die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Kirche zum Thema. Was die Gottesdienste betrifft, wünschen sie sich einen anderen Ablauf, eine andere Musik, einen anderen Rahmen. Zusammengefasst: Die Kirche soll offener, beweglicher, bunter und attraktiver werden.

n Neu sind derartige Forderungen nicht.

Das stimmt natürlich. Doch nun gibt es endlich ein offizielles Forum, in dem die Jugendlichen ihre Stimme erheben können. Den ganzen Tag über werden Workshops zu den unterschiedlichsten Themen stattfinden, die unter anderem via Internetvoting ausgewählt wurden. Am späten Nachmittag kommt es dann im Plenum zum Dialog mit dem Erzbischof und der Bistumsleitung.

n Laut Programm sind für die Diskussionen im Plenum zwei Stunden vorgesehen. Ist das nicht zu wenig, wenn man bedenkt, welche grundlegenden Fragen es zu erörtern gibt?

Ich glaube nicht. Zum einen stehen der Erzbischof und die Ordinariatsräte bereits in den Workshops als Gesprächspartner zur Verfügung. Zum anderen sind dadurch alle Beteiligten gezwungen, ihre Forderungen auf den Punkt zu bringen. Das Jugendforum ist ein erster Schritt, ein Impuls. Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen die Chance nutzen, die Zukunft der Kirche mitzugestalten. Und dass man sie lässt. ha

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