Baufehler an Ornautalbrücke

Autobahn-GmbH: Keine Kostensteigerung oder Verzögerung durch Abriss

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Obertaufkirchen - Teile der neuen Ornautalbrücke bei Obertaufkirchen müssen noch vor der Inbetriebnahme wieder abgerissen werden. Durch den Abriss und Neubau soll es aber weder zu Verzögerungen noch einer Kostensteigerung kommen.

Am Montag war bekannt geworden, dass die Südfahrspur des 350 Meter langen Bauwerks der Isentalautobahn um Millimeter falsch konstruiert wurde, wodurch es zu Spannungen im Bauwerk kam. Die Pfeiler können laut der für den Bau verantwortlichen Isentalautobahn GmbH aber stehen bleiben. Allerdings muss der fehlerhafte Teil im sogenannten Taktschiebeverfahren mittels Hydraulik auf die andere Seite des Tals gebracht werden, zeitgleich wird die neue Fahrbahn eingesetzt. Die Mängel in der Ausführung waren auch der Autobahndirektion Südbayern aufgefallen, wie Pressesprecher Josef Seebracher gegenüber der dpa am Dienstag erklärte. "Wir wollen stabile Bauwerke für mindestens 70 Jahre", betonte er. Deswegen habe man als Auftraggeber sofort gehandelt, als es bei einer Stichprobe Unregelmäßigkeiten gab. Die Kosten für Abriss und Neubau der Fahrspur trägt die Betreibergesellschaft. Unabhängig davon wird mit dem Bau der zweiten Richtungsfahrbahn begonnen. 

Lauw: Brücke hätte Verkehr standgehalten

Auf Nachfrage des 1. Vorsitzenden des Vereins "Ja zur A94" und SPD-Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch teilte Oliver Lauw, Geschäftsführer der Isentalautobahn GmbH mit, die Brücke würde zwar dem Verkehr standhalten, der von Herbst 2019 an über die A94 von München Richtung Mühldorf fließen soll. Das Konsortium wolle aber nach eigenen Angaben auf Nummer sicher gehen. Es gehe um die langfristige Haltbarkeit. Die Isentalautobahn ist auch für den Unterhalt der fertigen Autobahn in den kommenden Jahrzehnten zuständig. Es solle verhindert werden, dass Reparatur- und Sanierungsarbeiten an der Brücke anfallen, wenn die Autobahn bereits unter Verkehr ist.

Deshalb habe man sich entschieden, den Überbau der 350 Meter langen Brücke über die Ornau neu zu erstellen, zusätzliche Kosten fielen für die öffentliche Hand nicht an, teilte Oliver Lauw mit. Auch am Zeitplan ändere sich nichts. Das 33 Kilometer lange Teilstück zwischen Pastetten und Heldenstein wird Ende Oktober 2019 eröffnet werden. "Ich bin froh, dass es nicht zu zeitlichen Verzögerungen kommt", betont Günther Knoblauch. "Das ist in erster Linie eine Auswirkung davon, dass das Baukonsortium für die Qualität selbst verantwortlich ist. Hier hat sich das Zusammenspiel von Autobahndirektion und privatem Konsortium scheinbar bewährt."

hs/dpa/Pressemitteilung Verein "Ja zur A94"

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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